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Neumarkt-Co-Leiter Ralf Fiedler blickt zurück

Er hat die Stadt als Co-Leiter des Theaters Neumarkt entdeckt. Nun wagt Ralf Fiedler den Schritt hinaus. Ein Rückblick.

Ralf Fiedler nimmt die Teilnehmer mit auf eine Theaterreise.
Ralf Fiedler nimmt die Teilnehmer mit auf eine Theaterreise.

«Mit ‹Open City› hat die Arbeit am Theater Neumarkt begonnen, es ging um den Begriff des Ankommens. Unsere Abschiedstour heisst jetzt ‹Stay Unsafe›, nach der schönen Formel der Künstlerin Chris Kraus, mit der sie sich in ihrem Buch ‹I love Dick› verabschiedet. Wir finden diesen Titel passend. Denn Unsicherheit ist auch inspirierend – eine Erfahrung, die einen total weiterbringt. Diesen Schritt in die Stadt hinein haben wir immer gemacht – und zeigen das auch auf der Tour.

Die Reise geht über mehr als zwölf Stunden, ­Stationen sind der Erismannhof, wo wir den ­‹Biedermann› zeigen, oder die Bar Talacker, die Schauplatz für Benjamin von Stuckrad-Barres ­‹Panikherz› ist. Das Publikum kann einzelne Shows oder die komplette Tour anschauen und noch einmal sehen, was wir mit dem Neumarkt wollten: ein Theater für die Stadt sein.

Zürcher Eigenheiten verstehen

Ich kannte die Stadt schon und hatte auch einige Bekannte. Toll, dachte ich, daran lässt sich anknüpfen. Der Empfang war dann teilweise ein wenig anders, haariger. In Zürich passiert eben einfach eine Menge, muss man extrem viel tun, um wahrgenommen zu werden. Zürich kann sich auch verschlossen zeigen, unberührbar und ungerührt. Das hat sich aber für uns stark verändert.

Heute haben wir viele Partner, auf die wir zugehen können. Die Schweizer sind nicht schwerer zu verstehen als andere, es sind aber sehr höfliche Menschen, in ihrer Kritik oft sehr zurückhaltend, anders als in Berlin, wo es schnell mal unangenehm persönlich werden kann. Wenn in Zürich Kritik geäussert wird, ist sie verklausuliert. Für den Neuling zumindest. Und man muss erst herausfühlen, wann und ­warum ein Abend als befremdlich ­angesehen wird.

Ich entdecke immer noch Orte in Zürich, die jeder Zürcher anscheinend schon immer kennt. Wir haben aber auch Räume bespielt, wo man sonst nie hinkommt. Bei ‹Urban Prayers› waren das eine Moschee, ein Hindutempel und andere Glaubensorte. Was ich hier besonders schätze, dass es mitten in der Grossstadt Ruheinseln gibt, wie zum Beispiel die Badi Utoquai bei Regen. Oder die Wälder draussen. Ich finde es auch schön, dass es Bars und Clubs gibt, in denen man sich auch als Nichtzwanzigjähriger wohlfühlen kann. Es ist schon so: Zürich kann wirklich eine offene Stadt sein.»

Sa 18.5. — Ab 14:50 Uhr Diverse Orte Tagestour 69 Franken, einzelne Veranstaltungen ab 10 Fr. Die Tour beginnt um 14.50 Uhr im Pukapuka vis-a-vis der Rio Bar und endet um 2 Uhr in der Talacker-Barwww.theaterneumarkt.ch

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