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Joachim Rittmeyer bringt noch immer zum Lachen

Im neuen Stück «Neue Geheimnische» des St. Galler Komikers geht es um das Aufwachen – und das Schlafen.

Bitte aufwachen: Joachim Rittmeyer hat so ein paar Trickli drauf.
Bitte aufwachen: Joachim Rittmeyer hat so ein paar Trickli drauf.
Martin Jenny

68 ist jetzt der Mann, «Neue Geheimnische» ist sein 21. Soloprogramm. Und noch immer probt der St. Galler Kabarettist Joachim Rittmeyer, der 1974 mit «Lachen und Pfützen» debütierte, den Neuanfang – gerade weil es um letzte, vorletzte Dinge geht. Eine neue Figur begleitet ihn jetzt durch den Abend, es ist der Bauer Zemp, der da hinter dem Vorhang auf der Bühne liegt und schläft. Nach einem Vorfall bei einem Kornkreis, so heisst es, ist dieser Zemp ins Koma gefallen und soll jetzt sozusagen erweckt werden, auch mithilfe des Publikums.

Kabarett, man sieht es, hat bei Rittmeyer sehr viel mit der Möglichkeit zum Aufwachen zu tun. Irgendwie sind in jedem Programm Bewegungsmelder eingebaut. Für den Fall der Fälle, dass etwas, was recht halbtot scheint, wieder zu leben beginnt. Bauer Zemp gehört da sicher zu den Untersuchungsgegenständen. Aber wir im Publikum sind mitgemeint. Rittmeyer hat die Instrumente, das Funkloch in unserem Hirni, das uns bewegungslos macht, zu überbrücken. Er hat so ein paar Trickli drauf. Und schon füllen sich die Leerstellen in unserem Alltag.

Die alten Figuren sind natürlich auch wieder dabei, von ihnen lässt sich Rittmeyer durch die Zeit begleiten. Hier sein Chörli: Hanspeter Brauchli, ein Wanderer mit langsamem Geist. Theo Metzler, der die Restspanne Leben abmessen kann. Der Urtyp eines Ungars, Jovan Nabo. Und ein Poet, von dem kein Buchstabe bleibt. Wie gesagt: hübsche Begleitung. Aber am schönsten ist immer noch, wenn Rittmeyer solo singt. Das Lied vom Hartschaumzehenspreizer zum Beispiel.

Mi 4.12. — 20 Uhr Theater Am Hechtplatz Hechtplatz 7 Bis 22.12. Eintritt 29–49 Frankenwww.theaterhechtplatz.ch

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