Die spannendsten Lesungen im Januar

Unterwegs auf dem Roadtrip der Literatur: Im Januar hören wir Geschichten über das Klima in Amerika und Jugendsex.

Erzählt von Zeiten des Umbruchs in Äthiopien: Maaza Mengiste.

Erzählt von Zeiten des Umbruchs in Äthiopien: Maaza Mengiste. Bild: Nina Subin

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Sven Regener

Fr 10.1., 20 Uhr, Schauspielhaus, Pfauen

Wer ihn einmal hat lesen hören, will mehr. Der Mann mit der sonoren Stimme könnte einem auch das Telefonbuch vorlesen, und man wäre gebannt bei der Sache. Sven Regener, Frontmann der Band Element of Crime und Autor so hinreissender Romane wie «Herr Lehmann» oder «Magical Mystery», bringt aktuell die Worte von Franz Kafka zum Klingen. Im Mittelpunkt von Kafkas unvollendetem Roman «Das Schloss» steht Protagonist K., der vergeblich versucht, sich besagtem Schloss zu nähern und das damit verbundene undurchsichtige Machtsystem zu durchdringen. (ish)

Nicolas Mathieu

Di 14.1., 19.30 Uhr, Literaturhaus

Ich spreche Französisch wie eine spanische Kuh. Der Roman «Leurs enfants après eux» war mir kein Begriff. Das Literaturhaus leistet jetzt ganze Übersetzungsarbeit, dieses Werk von Nicolas Mathieu bekannt zu machen – Hilfe gibt da auch die deutsche Übersetzung «Wie später ihre Kinder». Es geht um Heranwachsende in der französischen Provinz, «die ihre Sexualität entdecken, Bier trinken, Moped fahren oder dealen». Und natürlich um mehr. Nicht zuletzt: Das Gespräch mit Mathieu findet auf Französisch mit zusammenfassender deutscher Übersetzung statt. Das nur als Hinweis für spanische Kühe. (bu)

Silvia Götschi

Do 16.1., 20.30 Uhr, Orell Füssli am Bellevue

Warum sie Krimis schreibe? Silvia Götschi gibt sich die Antwort selbst: «Ich stricke nicht gern!» Und schon ist man auf dem Gebiet, wo uns die Innerschweizer Autorin haben will: Willkommen zu Mord und Totschlag! Willkommen zur Aufklärung abscheulicher Verbrechen! Willkommen in den Abgründen menschlicher Existenz! Götschi macht aus jedem Ort, vom Bürgenstock über Einsiedeln bis ins Muota­tal, eine Mördergrube. So ist es auch im neu aufgelegten Krimi «Mord im Parkhotel», aus dem die Autorin liest: Luzern zeigt sich hier von der töteligsten Seite. Da vergeht auch uns das Stricken. (bu)

Johanna Lier

Do 23.1., 19.30 Uhr, Literaturhaus

Im Heimatmuseum von Donzhausen, Gemeinde Sulgen, Oberthurgau, gibt es einen Bleikerofen von 1799, einen Kerzengiessapparat, einen Biedermeierschreibtisch und auch einige Feuerwehrlaternen. Von Hannah, die in Donzhausen die erste Pasta­fabrik der Schweiz gegründet hat, ist keine Rede. Da muss man schon ins Literaturhaus gehen, um Johanna Lier von dieser Frau erzählen zu hören: wie Hannah 1841 aus Sambir, Ukraine, sich auf dem Weg nach Valparaiso, Chile, gemacht hat – und in der Ostschweiz gelandet ist. Lier geht in ihrem Roman «Wie die Milch aus dem Schaf kommt» noch ein paar Schritte weiter: Richtung Gegenwart. (bu)

Jonathan Safran Foer

Do 23.1., 20 Uhr, Kaufleuten

Schon mit seinem Debütroman «Everything Is Illuminated» (2002) rund um den Roadtrip eines jungen Juden machte der US-Amerikaner Furore. Spätestens seit «Eating ­Animals» (2009) kommt man an ihm nicht mehr vorbei. In seinem Sachbuch setzte er sich mit der industrialisierten Tierproduktion auseinander – mit nachhaltiger Wirkung bei seinem Lesepublikum. In «We Are the Weather!» versucht der Autor nun die Klimakrise greifbar zu machen und liefert gleich Lösungsansätze mit. Jetzt auch live im Kaufleuten. Einen so wachen Geist und intelligenten Autor selbst lesen zu hören, ist per se ein Erlebnis. (ish)

Maaza Mengiste

Do 30.1., 19.30 Uhr, Literaturhaus

Die äthiopisch-US-amerikanische Autorin Maaza Mengiste, deren Biografie die Fluchterfahrung prägt, ist als neunzehnte Writer-in-Residence für sechs Monate in Zürich zu Gast. Sie stellt sich an diesem Abend im Literaturhaus mit ihrem historischen Roman «Unter den Augen des Löwen» vor, der in Addis Abeba zu Zeiten des Sturzes des letzten Kaisers Haile Selassie spielt. Vom Einbruch italienischer Truppen in Äthiopien erzählt «The Shadow King»; auch über dieses Buch wird Maaza Mengiste mit dem Moderator Blas Ulibarri sprechen. (bu)

Erstellt: 08.01.2020, 15:46 Uhr

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