Lesungen in allen Farben

Katharina Thalbach lässt Romantik aufleben und Daniel Cohn-Bendit steht auf Rot-Schwarz-Weiss. Lesungen im Februar.

Katharina Thalbach erzählt Geschichten, und Beauty of Gemina machen Musik dazu.

Katharina Thalbach erzählt Geschichten, und Beauty of Gemina machen Musik dazu. Bild: Lutz Edelhof

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Katharina Thalbach

So 9.2., 17 Uhr, Millers

Sie ist eine der grossen deutschen Charakterdarstellerinnen. In Volker Schlöndorffs «Blechtrommel»-Verfilmung leckt ihr der kleine Oskar Brausepulver aus dem Bauchnabel. Thalbachs Charme ist umwerfend, ihr Berliner Dialekt hinreissend, ihre Stimme einmalig. Das alles sind schon Gründe genug, hinzugehen, wenn die Schauspielerin live auftritt. Jetzt tut sie das unter dem Titel «Schatten über dem Nichts» gemeinsam mit den Dark-Rockern von The Beauty of Gemina. Von Bram Stoker, Edgar Allan Poe bis Heinrich Heine und Wilhelm Hauff lassen die Schauspielerin und die Musiker Spukgestalten und Geschichten der Schwarzen Romantik aufleben. (ish)

Regina Porter

Di 11.2., 20 Uhr, Kaufleuten

Sechs Jahrzehnte bewegte und ­bewegende US-amerikanische Geschichte verarbeitet die Schrift­stellerin in «Die Reisenden». Der Roman erzählt von zwei Familien, eine schwarz, eine weiss, und viel von Rassismus und Ungleichheit. Regina Porter, die in Georgia geboren wurde und heute in Brooklyn lebt, gehört zu den wichtigsten afroamerikanischen Stimmen der Literatur. Um ihr zu begegnen, schon deswegen lohnt sich dieser Abend. Das Gespräch mit Porter führt übrigens der Schweizer Slam-Poetry-Pionier Etrit Hasler. (ish)

Katja Oskamp

Di 11.2., 20.30 Uhr, Orell Füssli Bellevue

Das mit der Schriftstellerei hatte sich die Ostberlinerin anders vorgestellt. Auch sonst läuft wenig rund, sodass Oskamp beschliesst, sich zur Fusspflegerin ausbilden zu lassen. Über die Menschen, denen sie bei ihrer Tätigkeit begegnet ist, hat die Lebensgefährtin des Schweizer Autors Thomas Hürlimann jetzt ein Buch geschrieben. «Marzahn, mon amour», das sind Geschichten aus der Plattenbausiedlung und, wichtiger noch, Geschichten von Menschen. Der Ex-Funktionär kommt bei ihr genauso zu Wort wie der Plattenbauveteran oder die zunehmend weltfremde Frau Guse. (ish)

Dirk von Lowtzow

Do 13.2., 20 Uhr, Kaufleuten

«Ich verabscheue euch wegen eurer Kleinkunst zutiefst», sang er als Frontmann der Band Tocotronic. Und bei WG-Abenden Ende der 90er kicherte man deswegen vor sich hin. Obs jetzt Kleinkunst ist, wenn Dirk von Lowtzow aus seinen Prosaskizzen liest? Während seine Diskurspop-Kollegen Frank Spilker von den Sternen und Jochen Distelmeyer von Blumfeld je einen Roman vorlegten, führt von Lowtzow uns in seinem ersten Buch durchs Alphabet autobiografischer Betrachtungen. Das ist eine gute und erstaunlich lustige Angelegenheit. (ish)

Südafrika

Fr 21. bis So 23.2., Literaturhaus

Wie weit in die Welt hinaus kommt man am letzten Wochenende im Februar? Das Publikum im Literaturhaus war schon in Arabien, Russland, Indien und Argentinien. Nun lädt das dreitägige Festival ein, die Literatur aus dem südlichen Afrika zu erkunden. Reiseführer sind Isabelle Vonlanthen vom Literaturhaus und Thando Mgqolozana, er hat das Abantu Book Festival in Soweto gegründet, das eine Plattform für schwarze Autorinnen und Autoren ist – und für Leserinnen und Leser. Im kleineren Format passiert dies jetzt auch in Zürich. «Wie über Afrika schreiben» lautet das Thema des Eröffnungsabends mit dem Schriftsteller Zakes Mda («The Zulus of New York») und der Spoken-Word-Künstlerin Koleka Putuma. (bu)

Daniel Cohn-Bendit

Fr 28.2., 20 Uhr, Schauspielhaus Pfauen

Er war Dany le Rouge. Dany der Rote. Nun trägt Daniel Cohn-Bendit, der französisch-deutsche Publizist und Politiker, eine neue Farbe: Es ist das Rot-Schwarz-Weiss von Eintracht Frankfurt. Als Kind war er Fan von Stade Reims. Später Anhänger der AS Saint-Étienne und der französischen Nationalmannschaft. Heute ist er eben Fan der Eintracht. Das Wechselhafte gehört zum Fussball wie zu seinem Leben. Darüber hat Cohn-Bendit eine Art Autobiografie geschrieben: «Unter den Stollen der Strand». Das letzte Kapitel: Ab in die Dusche! (bu)

Erstellt: 30.01.2020, 08:53 Uhr

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