Tanzen zu Trump

Das Performance-Festival «Zürich Moves!» begibt sich auf die Spuren neuer Gesellschaftsformen. Fünf Stücke, die einen Besuch lohnen.

Kuan-Ling Tsai malt schwarz, wenn sie Donald Trumps Stimme hört.

Kuan-Ling Tsai malt schwarz, wenn sie Donald Trumps Stimme hört. Bild: zvg

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Kuan-Ling Tsai, Reception I
Donald Trumps Stimme poltert derzeit durch die ganze Welt. Sie schallt auch aus dem Lautsprecher, wenn Performerin Kuan-Ling Tsai mit einem Kohlestift über eine riesige Papierrolle tanzt. Mit ihrer 15-minütigen Performance «Reception I» zeigt sie, wie Gesellschaft und Geschichte unsere Körper, Bewegungen und Gedanken beeinflussen. Auch das Poltern von Mr. President.
Mo 19.3., 18.30 Uhr, Tanzhaus, Zürich

Jen Rosenblit und Geo Wyeth, Swivel Spot 2
Sie fummeln sich mit verbundenen Augen durch eine Art Objektfriedhof. «Swivel Spot» stellt sich der Idee einer absoluten Gegenwart, die überladen ist von Verlorenem und Vergessenem. Die ungleichen Körper der drei Performenden tasten sich zeitweise nackt durch diese an eine Recyclinghalle erinnernde Welt. Denn vieles bleibt, abhanden kommen lediglich die Gebrauchsanweisungen.
Mo 19.3., 19 Uhr, Tanzhaus Zürich

De Carne e concreto
Sie stellen die Wahrnehmung auf den Kopf. Sie enthüllen, was durch Konventionen verborgen ist. Die Anti-Status-quo-Companhia-De-Dança aus Brasilien bewegt sich weg von etablierten Standards – sei es ohne Kleider oder in Abfall gekleidet. «Von Fleisch und Beton» ist eine choreografische Installation, die Fragen zu Kommerz, Konsum und dem Leben in urbanen Zentren aufwirft.
Fr 23.3., 18.30 Uhr, Walcheturm

Arkadi Zaides, Archiv
Arkadi Zaides ist kein wütender Mann, der auf andere zeigt. In «Archiv» untersucht er die Körper von Israelis im Nahostkonflikt – so, wie sie Kame­ras festgehalten haben. Aus Hunderten Stunden Bildmaterial extrahierte Zaides Bewegungen, die er choreografisch umsetzt. Die Filme zeigen eine lokale Realität, doch stellt er universellere Fragen. Er erforscht, was Gesten bewirken, und verwischt Grenzen zwischen Performance und Leben.
Sa 24.3., 19 Uhr, Tanzhaus Zürich

Where Do You Wanna Go Today
Price ist ein Selfmade-Popstar. Die fiktive Figur des Schweizer Performers Mathias Ringgenberg erforscht Mechanismen des Pop. Hautnah erleben Price und das Publikum die emotionale Desorientierung einer Generation, berieselt vom omnipräsenten Internet. Price ist Stellvertreter für die Sehnsüchte einer Populärkultur. Er inszeniert sich audiovisuell auf allen Kanälen der virtuellen Welt. Die Frage ist also: Wohin willst du surfen?
So 25.3., 19 Uhr, Tanzhaus Zürich

Zürich Moves: Von Montag 19. bis Sonntag 25.3.
Infos: www.zurichmoves.ch
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.03.2018, 10:25 Uhr

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