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Sich zwischen den Welten bewegen

In dieser monatlichen Serie sagen wir Ihnen, welche Lesungen sie im Oktober nicht verpassen sollten.

Liest aus ihrem ersten Roman: Marie Rotkopf mit «Wie ich Rocko S. vergewaltigt habe …».
Liest aus ihrem ersten Roman: Marie Rotkopf mit «Wie ich Rocko S. vergewaltigt habe …».

Thomas Meyer

Mi 2.10., 20 Uhr, Kosmos, Lagerstr. 104

Am Zürcher scheiden sich die Geister. Nicht alle sind zufrieden damit, wie der Schriftsteller und Kolumnist literarisch mit orthodoxen Juden verfährt. Die Geschichte von Motti und seiner Reise in die Arme einer Schickse war trotzdem ein Erfolg, die Verfilmung von Michael Steiner erst recht. Jetzt hat Meyer nachgelegt. Im neuen Roman «Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin» landet Motti in einem Kibbuz bei Leuten, die die Weltherrschaft anstreben. Und dann sind da noch Nazis, denen das gar nicht passt: Kurzerhand setzen die eine schöne Spionin auf Motti an. (ish)

Philipp Tingler

Di 8.10., 20 Uhr, Kaufleuten, Pelikanplatz

Auch einer, über den man sich streiten kann: Während die einen den Fernseher mit Missachtung strafen, wenn Philipp Tingler als Kritiker im Literaturclub sitzt, freuen sich die anderen über seine Eloquenz und Scharfzüngigkeit. Jetzt hat er als Autor wieder mal die Seiten gewechselt. Im neuen Roman «Rate, wer zum Essen bleibt» geht es um Franziska und Felix, ein karriereförderndes Abendessen – so die Hoffnung – und einen ungebetenen Gast, der alles aus den Angeln hebt. (ish)

Ralf König

Di 8.10., 20 Uhr, Kosmos, Lagerstr. 104

Es gab eine Zeit, da lebte der Mensch auf Bäumen, das war vor circa sechs Millionen Jahren irgen­dwo in Afrika, und natürlich war dieser Mensch noch kein Mensch, sondern ein halber Affe oder so. Knollennase trug diese Spezies aber schon damals. In seinem neuen Comic «Stehaufmännchen» zeichnet sich Ralf König («Der bewegte Mann») in die Urgeschichte zurück, und natürlich beginnen hier die Probleme. Denn der halbe Affe will partout vom Baum herunter – nur um an den Baumstamm pissen zu können. Wunder der Evolution. Das tönt lustig. Ist aber traurig. Denn wir sehen den Anfang vom Ende. (bu)

Marie Rotkopf

Mi 9.10., 19 Uhr, Material, Klingenstr. 23Deutschland im Herbst, mit Wolfgang Frömberg:Do 10.10., 21 Uhr, Rote Fabrik, Fabrikstr. 395

«Wie ich Rocko S. vergewaltigt habe …»: Es ist der erste Roman der gebürtigen Französin. Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau aus Paris und ihrer Suche nach einem Deutschen, den sie in Hamburg King Rocko nennen (schwierig, da nicht an Rocko Schamoni zu denken). Es geht um eine innereuropäische Begegnung. Und zwischen den Zeilen um einiges mehr. Denn was die Autorin, Poetin und Künstlerin schreibt, ist immer hochpolitisch. Zuletzt hat sie mit ihrem «Anti­romantischen Manifest» gegen die gefährliche Romantisierung der Gegenwart angedichtet. (ish)

Zürich liest

Mi 23. bis So 27.10.Diverse Ortewww.zuerich-liest.ch

Nicht eine Lesung, sondern über 200 literarische Veranstaltungen finden im Rahmen des fünftägigen Buchfestivals in Zürich und Umgebung statt. Mehr als 300 Autorinnen und Autoren treten auf. In Verlagen, Trams, Modeboutiquen, auf Schiffen, Theaterbühnen und virtuell wie in «LOS 360° VR (RC)©», einer literarischen Interpretation von Virtual Reality mit dem Schriftsteller Klaus Merz. (ish)

Andrzej Stasiuk, Monika Sznajderman

Mi 30.10., 19.30 Uhr, Literaturhaus

Die Adresse ihres Verlags: Wolowiec 11, PL 38-307 Sekowa, das liegt am Fuss der Karpaten, zwei, drei Dörfer von der slowakischen Grenze entfernt. Dort haben Monika Sznajderman und Andrzej Stasiuk 1996 den Verlag Czarne gegründet. Beide kommen aus Warschau, sie hat dort Kulturanthropologie studiert, er ist in der Stadt herummäandriert, und ihre Bücher erzählen von Polen ­gestern und heute. Von Reisen zurück in die Erinnerung, wie in Sznajdermans Familiengeschichte «Die ­Pfefferfälscher». Und von Autobahnfahrten ins Hier und Jetzt, wie Stasiuk sie liebt. (bu)

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