Die spannendsten Lesungen im November

Von Babylon nach Berlin und dazwischen Mexiko. Literarisch trifft sich in Zürich in den nächsten Wochen die Welt.

«Der Hammer» ist sein neuer Roman: Dirk Stermann ohne Christoph Grissemann in Zürich.

«Der Hammer» ist sein neuer Roman: Dirk Stermann ohne Christoph Grissemann in Zürich.

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Lukas BärfussSo 10.11., 17 Uhr, Literaturhaus, Limmatquai 62

Er ist der FC Thun der Literatur. Lukas Bärfuss, der aus der Provinz kommt, spielt national eine Rolle – und manchmal auch in der Champions League. Am 2. November ­erhält er den Büchnerpreis, es ist wohl die Auszeichnung mit dem höchsten Renommee im deutschsprachigen Raum. Und im Oktober ist von ihm der Erzählband «Malinois» erschienen. Über die Sogkraft von Preisen und die Macht des Wünschens wird er auch an diesem Abend Seite an Seite mit Martin Heller sprechen. (bu)

Milena MoserDi 12.11., 20 Uhr, Kosmos, Lagerstr. 104

«Das schöne Leben der Toten». Was für ein schöner Titel. Passend zur Zeit. Und auch zu diesem «Züritipp». Milena Moser erzählt in ihrem neuen Buch eine ganz persönliche Geschichte: vom Tag der Toten in Mexiko, der ein Fest des Lebens ist, von ihrem Partner, der selber eine tödliche Krankheit hat, schliesslich – und wie immer – von sich selber. Und sie wird lachen, wie nur Milena Moser über sich lachen kann. Sie erzählt mit Leichtigkeit vom nicht immer so einfachen Leben. «Forever Young» ist da keine Option. (bu)

Salman RushdieFr 15.11., 20 Uhr, Volkshaus, Stauffacherstr. 60

Ein Popstar unterwegs. Salman Rushdie, der sich mit Romanen wie «Mitternachtskinder» (1981) oder «Des Mauren letzter Seufzer» (1995) in die Landkarte der Weltliteratur eingeschrieben hat, ist jetzt auf ­Lesereise für seinen neuen «Quichotte», Stationen sind Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien – und eben Zürich. Er selber erzählt von einem Aufbruch. Ein Mann, der zu viel TV geschaut hat, geht auf die Quest – alles im Dienst seiner Dulcinea, wie das einst Don Quijote gemacht hat. Für «Quichotte» gibt Rushdie übrigens die Ausspracheempfehlung: ki-SCHOTT. (bu)

David SedarisSo 24.11., 20 Uhr, Kaufleuten, Pelikanplatz

Wenn der Amerikaner aus seinen autobiografischen Anekdoten und Lebensbetrachtungen liest, dann wünscht man sich, er möge so bald nicht damit aufhören. Kaum jemand erzählt so lustig und schonungslos ehrlich vom Versuch, eine Lesereise mit Magen-Darm-Grippe durchzustehen, von der obsessiven Beziehung zu seinem Schrittzähler, vom gemeinsamen Älterwerden mit seinem Partner oder vom Shopping-Nachmittag in Tokio: Wo er der Verkäuferin in einer Designerboutique erklärt, er sei Kinderarzt, weil er das japanische Wort für Schriftsteller nicht weiss. (ish)

Kenah CusanitMo 25.11., 19.30 Uhr,
Winterthur, Coalmine, Turnerstr. 1

Kann das funktionieren? Ein Roman über archäologische Ausgrabungsarbeiten nahe Bagdad und deutsche Orientfantasien zur Zeit von Kaiser Wilhelm II.? Es kann. Wenn das so gut erzählt ist wie in «Babel». Die 40-jährige deutsche Autorin und Altorientalistin Kenah Cusanit hat es mit ihrem Debütroman bewiesen. Dafür wurde sie hoch gelobt und für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019 nominiert. Mit Cusanit live in ihre Geschichte zwischen Babylon und Berlin einzutauchen, könnte ein Erlebnis werden. (ish)


Vergangene Lesungen

Dirk StermannSo 3.11., 20 Uhr, Kaufleuten, Pelikanplatz

Er wurde im deutschen Duisburg geboren und in Österreich zum Star. Mit dem Tiroler Christoph Grissemann bildet er ein Satireduo – das beste im deutschsprachigen Raum. Gemeinsam machen sie die TV-Sendung «Willkommen Österreich» zum Erlebnis. Stermann zuzuhören, ist eine Freude, auch wenn er aus den eigenen Büchern liest, denn er kann auch sehr lustig schreiben. Das hat er zuletzt mit «Der Junge bekommt das Gute zuletzt» (2016) bewiesen. Voll Ironie ist auch der neue Roman. In «Der Hammer» geht es um das Schicksal eines jungen Dolmetschers um 1800 am Wiener Hof. (ish)

Erstellt: 02.11.2019, 13:23 Uhr

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