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Das hinterlässt Barbara Frey

Bald endet die zehnjährige Intendanz von Barbara Frey mit «Die Toten». Ein Rückblick in Theaterstücken.

Mit «Maria Stuart» und Carolin Conrad als Elisabeth fing 2009 alles an.
Mit «Maria Stuart» und Carolin Conrad als Elisabeth fing 2009 alles an.
Matthias Horn

Maria Stuart

Regie: Barbara Frey, Premiere: 17.9.2009

Roséfarbene Esperance-Rosen bekommt Barbara Frey zum Einstand. Mit der ersten Arbeit als Intendantin beginnt ihr Stern über dem Schauspielhaus zu leuchten. Das Licht aber kommt ganz aus diesem Königinnendrama heraus. Wir sehen in den offenen Spiegel menschlichen Lebens hinein. Das alte Theater ist tot. Es lebe die neue Königin! (bu)

Was ihr Wollt

Regie: Barbara Frey, Premiere: 11.3.2010

Vielleicht ist in diesem Stück die Liebe auch nicht die grosse Liebe. Egal: Wie die Menschen auf der Bühne verlieben wir uns auch auf den ersten Blick in diese Inszenierung. Denn so rätselhaft sich vieles in dieser Geschichte verhält, verdichtet sich am Schluss alles zum Knäuel: Ende fast gut, alles gut. (bu)

Edgar Allan Poe – A Dream Within a Dream

Regie: Barbara Frey, Premiere: 18.10.2010

Woraus ist das Flüchtige dieses musikalischen Abends gemacht? Das Material, das ist zuerst eine Flüssigkeit (man spricht von Glycerin). Von den Rändern des Raums breitet sie sich aus, bis die Bühne eine Spiegelfläche ist. Das Oben und das Unten des Raums gehen ineinander über. Alles ein Gedicht. Ein Traum im Traum, mit einer sehr dunklen Musik. Es ist die Stunde der unbeschreiblichen Empfindung. (bu)

Die Physiker

Regie: Herbert Fritsch, Premiere: 19.10.2013

Dürrenmatts Drama wunderbar verrückt: die Schauspielerin Corina Harfouch mit Turmfrisur in einer käsegelben Gummizelle, ein Flötenkonzert zum Davonlaufen, ein rappender Missionar. Barbara Frey hat auch Regisseure auf ihre Bühne gelassen, die so ganz anderes waren als sie selbst. So einen wie Herbert Fritsch. Und er durfte immer wieder kommen. (ish)

Herein, Herein! Ich atme euch ein

Regie: René Pollesch, Premiere: 11.1.2014

Die Turbine schraubte unermüdlich in Richtung Publikum, und am Ende musste es über den Berg wie einst in «Fitzcarraldo»: René Pollesch hatte ein riesiges Holzschiff in die Schiffbau-Halle bauen lassen, an dessen Bord sich die Schauspielerinnen und Schauspieler um Kopf und Kragen redeten. Pollesch war regelmässig Freys Gast. Seine Stücke sind und waren immer auch Überforderung. Die schönste überhaupt. (ish)

Yvonne, die Burgunderprinzessin

Regie: Barbara Frey, Premiere: 10.1.2015

Ein Höhepunkt. Und ein Triumph der Form. Über eine Figur, die von aussen kommt und eine ganze Gesellschaft mit ihrem apathischen Wesen durcheinanderbringt. Frey hat für dieses Gombrowicz-Stück eine ganz eigene Sprache gefunden. Auch wenn Yvonne stumm bleibt. (bu)

Mir nämeds uf öis

Regie: Christoph Marthaler, Premiere 14.12.2017

Mit einem Bad State für Schulden aller Art war Marthaler nach 13 Jahren endlich mit einer Premiere an den Pfauen zurückgekehrt. Er schickte einen Reigen skurriler High-Society-Mitglieder auf eine Reise ins All, an deren Ende bereits ein nuschelndes Urzeitvieh wartete. (ish)

Hamlet

Regie: Barbara Frey, Premiere 14.9.2018

Der Schweiss rann in Strömen an ihm herunter: Jan Bülow, ein junger Berliner frisch von der Schauspielschule, spielte Hamlet. Zombiehaft und so jung, wie Shakespeare ihn einst im Sinn gehabt hatte. Frey hatte zum Auftakt ihrer letzten Spielzeit eine der grössten Theaterrollen mit einem unvergesslichen Unbekannten besetzt. (ish)

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