Wo man in Zürich zur Ruhe kommt

Der Film «Ex Libris» ist eine Hommage an die New Yorker Stadtbibliothek. Aber wohin gehen die Bücherfreunde in Zürich? Wir haben unsere liebsten Leseorte zusammengetragen.

Leseplätze im Sphères sind heiss begehrt.

Leseplätze im Sphères sind heiss begehrt. Bild: Dominique Meienberg

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Sphères (Buchsalon)
Kaffee, Bücher und rauchen (im Winter­garten)! Das Sphères ist für mich der schönste Lese- und Entdeckungsort für Bücher über Typografie und Design. Dazu gibts einen Tisch mit Empfehlungen der WOZ, die ihre Redaktion ein paar Stockwerke weiter oben hat. (moi)
Hardturmstr. 66, www.spheres.cc
Mo bis Fr 8–23 Uhr/Sa und So 9.30–19.30 Uhr

Völkerkundemuseum (Bibliothek)
Ein Buch lesen ist ja eine Form von Eskapismus. In der kleinen Bibliothek wird man aber immer wieder in die Realität zurückgeholt. Zu malerisch ists draussen. Und wenn die Sonne scheint, ist der Glasvorbau voller Licht. (cix)
Alter botanischer Garten, www.musethno.uzh.ch
Mo–Fr 14–17 Uhr (Semesterferien)

Zürcher Brockenhaus (Secondhand)
Das rosa Brocki beim Hauptbahnhof hat eine Bücher­abteilung im zweiten Stock, in welcher ich schon säckeweise Entdeckungen gemacht habe. Dort gibts zudem die Olga Bar – bin ich müde vom Stöbern, setz ich mich gern für einen Kaffee an die Theke. Es gibt aber auch ein riesiges Sirupsortiment. (ggs)
Neugasse 11, www.zuercher-brockenhaus.ch
Mo bis Fr 10–18.30 Uhr, Sa 10–16 Uhr

Das Zürcher Brockenhaus lädt zum ausgiebigen Stöbern ein. Bild: Dominique Meienberg

PBZ Oerlikon (Bibliothek)
Seit mein neunjähriger Sohn ständig nach neuen Büchern verlangt, hab ich sie wiederentdeckt: die Pestalozzi-Bibliotheken. Während er sich durchs Angebot wühlt, sitze ich irgendwo und lese. Besonders gut geht das in Oerlikon, vor grossen Fenstern in einem dieser schwarzen Sessel, die aussehen wie leicht deformierte Lakritzschnecken. (ish)
Hofwiesenstr. 379, www.pbz.ch
Mo bis Fr 11–19 Uhr, Sa 10–16 Uhr

Kosmos (Buchsalon)
Sofas zum Sich-Hinflätzen, Arbeitsflächen, für die Kinder gibts eine kleine Lesehöhle, Tischchen zum Kaffee- oder Weintrinken und Kuchenessen. Ja, auch Kulinarisches bietet dieses Leseparadies an. Das Kopffutter reicht von Fachbüchern zu Typografie über Romane bis hin zu Foto- und Kinderbüchern. Wunderbar kuratiert und präsentiert; dass einer ein Unmensch ist, der hier nicht der Verweillaune zum Opfer fällt. (nia)
Lagerstr. 104, www.kosmos.ch
Mo bis Sa 10–22 Uhr, So 10–20 Uhr

Literaturhaus (Lesesaal)
Der grosse Lesesaal der Museumsgesellschaft ist nicht nur schön, sondern auch geschichtsträchtig – schon Gottfried Keller oder James Joyce sassen hier. Zutritt nur mit Mitgliedschaft oder gegen Benutzungsbeitrag. (ggs)
Limmatquai 62, www.literaturhaus.ch
Mo bis Sa 9–21.30 Uhr, So 10–21.30 Uhr

Der grosse Lesesaal im Literaturhaus steht heute unter Denkmalschutz. Bild: Dominique Meienberg

Rieterpark (Grünanlage)
Man kanns sich bei dem scharfen Wind derzeit zwar nicht vorstellen, aber: Der Sommer kommt. Und mit ihm wunderbare Bücherberge, die es abzuarbeiten gilt. Das tue ich am liebsten in den Weiten des Rieterparks: Druckstellen vom Naturboden gehören dazu; dafür gibts nirgends in Zürich mehr Versailles-Flair als hier. (psz)
Beim Museum Rietberg, Gablerstr. 15
Rund um die Uhr zugänglich

Pile of Books (English Books)
Der Antiquariatsteil ist ideal, wenn man schon lange was von XY lesen, aber wenig ausgeben will. Hier kostet ein Buch 2 bis 3 Franken, dank Lloyd-Loom-Stühlen und einer Kaffeemaschine lässt es sich genüsslich schmökern. (bod) Zentralstr. 16, www.pileofbooks.ch
Di–Fr 10–13/15–19 Uhr, Sa 10–17 Uhr
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.02.2018, 18:26 Uhr

Ex Libris

Dokumentarfilm von Frederick Wiseman

92 Zweigstellen hat die New York Public Library. Dort kann man nicht nur Bücher ausleihen, sondern auch etwas über Jobangebote erfahren oder darüber, wie man sich als Einwanderer durch den Paragrafendschungel schlägt. Im Hauptsitz wiederum gibt es Veranstaltungen mit Elvis Costello, Patti Smith und Richard Dawkins. Niemand vermag Institutionen so lebendig zu machen wie der mittlerweile 87-jährige Frederick Wiseman. Man denke nur an «National Gallery» (2014), seinen Film über das bedeutende Kunstmuseum in London. Er gehe nie mit einer vorgefassten Meinung an ein Thema heran, sondern wolle erfahren, was tatsächlich passiere, sagt Wiseman. (bod)
Houdini, Badenerstr. 173
14.30 Uhr und 18.40 Uhr

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