Diese Bilder zeigen Zürichs Wandel

Eine neue Ausstellung verdeutlicht, wie sich die Stadt in den letzten 100 Jahren verändert hat. Sehen Sie die besten Bilder in einer interaktiven Fotostrecke.

Hat sich äusserlich wenig verändert: Das Haus an der Bahnhofstrasse 70.

Hat sich äusserlich wenig verändert: Das Haus an der Bahnhofstrasse 70. Bild: Baugeschichtliches Archiv; Urs Jaudas

Zürich war nach der Jahrhundertwende daran, sich stark zu verändern: 1893 hatten sich mehrere umliegende Gemeinden wie Wollishofen, Wiedikon, Riesbach und Wipkingen der Stadt angeschlossen und ihre Fläche von winzigen zwei Quadratkilometern – der heutigen Altstadt – auf einen Schlag auf deren 46 vervielfacht (und die Einwohnerzahl auf 120 000 vervierfacht).

Jetzt wehte zum ersten Mal eine Art Grossstadtwind durch die gepflasterten Gassen. Es herrschte Aufbruchstimmung, es wurde gebaut, was das Zeug hielt – und es galt, das Alte fotografisch festzuhalten, ehe es abgerissen wurde, und das Neue zu dokumentieren, sei es als Zeitzeugnis für die Stadtverwaltung, sei es als Motiv für die in Mode kommenden Fotopostkarten.

«Zürich – Schwarz auf Weiss», die erste Ausstellung mit Fotos aus dem Baugeschichtlichen Archiv, ist eine Zeitreise in die Stadt Zürich vor 100 Jahren. Rund 150 Aufnahmen von 1890 bis 1920, davon ca. 1/5 von Adolf Moser (siehe Co-Text), wurden zu einem Rundgang durch sämtliche Quartiere arrangiert – von Leimbach bis Seebach, von Altstetten bis Witikon – und zeigen mal noch verschlafene Dorfidylle, mal schon eine Grossstadt am Aufblühen und gelegentlich auch einen Blick in die gute Stube.

Schieben Sie den Slider hin und her, um die Veränderungen zu sehen.

Utoquai


Stauffacher


Utobrücke


Oberstrass


Bahnhofstrasse 70


Helvetiaplatz


Hinterbergstrasse 39


Stampfenbachstrasse


Josephstrasse


Limmattalstrasse 215


Schaffhauserstrasse 442


Loorenstrasse

Bilder: Baugeschichtliches Archiv; Urs Jaudas

Photobastei
Sihlquai 125
Vernissage: Do ab 18 Uhr. Um 19 Uhr sprechen Stadtrat André Odermatt, Vorsteher des Hochbaudepartements, und Katrin Gügler, Direktorin des Amts für Städtebau
Bis 28.10
Mi–Sa 12–21 Uhr, So 12–18 Uhr
Eintritt 12 / 8 Franken
www.photobastei.ch

(Züritipp)

Erstellt: 05.09.2018, 16:58 Uhr

Adolf Moser

Dass wir uns ein Bild von damals machen können, verdanken wir einem, über den fast nichts bekannt ist.

Der Mann ist nicht nur der Star der Ausstellung «Zürich – Schwarz auf Weiss». Er ist vor allem ein Phantom: Niemand weiss, wie er aussah; wer etwas über ihn herausfinden will, muss hartnäckig nachforschen. Dabei war er immer dort, wo etwas los war; überall dort, wo Fotos geschossen wurden. Trotzdem ist er auf keinem einzigen davon zu sehen. Wie kann das sein?

Adolf Moser, so heisst das «Phantom», war der Mann hinter der Kamera. Er hat sein Leben (1860–1948) damit verbracht, zu fotografieren. Sein liebstes Sujet war Zürich. Wenn Moser nicht gewesen wäre, wir wüssten heute nicht, wie es hier vor hundert Jahren ausgesehen hat. Oder wüssten es zumindest nicht so gut. Tausende Fotos hat Moser in der Stadt gemacht, vor allem von Gebäuden, Plätzen, Strassen, meist waren es Auftragsarbeiten.

Dabei war Moser gar kein echter Zürcher. Mit 30 dürfte er aus dem Elsass zugewandert sein; jedenfalls finden sich ab 1891 in seinen (ebenfalls im Baugeschichtlichen Archiv aufbewahrten) himmelblauen Heften, in die er mit Schnüerlischrift alle seine Aufträge eintrug, plötzlich nur noch Jobs in Zürich.

Die ersten Jahre wohnte er mal hier, mal da zur Untermiete, meist im Seefeld, bevor er 1916 Wurzeln schlug – in jener Wohnung an der Waffenplatzstrasse 15, aus der er bis zu seinem Tod nicht mehr ausziehen würde. Das Haus musste in den 50ern einem Neubau weichen, aber es existiert ein hübsches Foto davon, das zeigt, dass im Erdgeschoss ein gewisser August Mäder eine Molkerei betrieb. Viel mehr weiss man nicht über Adolf Moser.

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