Diese Dépendance bringts

Die Gamper-Crew baut ihr Reich aus – mit einer Weinbar, die schon nachmittags geöffnet ist. Und Essen gibts bis nach Mitternacht.

Häppchen und Bio-Weine gibt es vom Nachmittag bis Mitternacht: die neue Gamper Bar.

Häppchen und Bio-Weine gibt es vom Nachmittag bis Mitternacht: die neue Gamper Bar. Bild: Reto Oeschger

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Wir sind bisher sechsmal vergeblich ins Restaurant Gamper spaziert, denn in diesem gefeierten Restaurant mit schlichter Marktküche kann man nicht im Voraus reservieren. Um einen Platz zu ergattern, braucht es Glück und Geduld für allfällige Wartezeiten – zwei Dinge, die wir offen­sichtlich nicht besitzen. So haben wir das Gamper irgendwann von der Liste gestrichen.

Seit kurzem aber sind wir mit der Beiz versöhnt: Zwei Häuser vom Restaurant entfernt, in der ehemaligen Siri-Bar an der Dienerstrasse, hat das Gamper eine Dépendance eröffnet. Im Eckhaus findet man immer Platz, über 100 Weinpositionen sowie Kleinigkeiten zum Essen – und das bis um 1 Uhr nachts. Die lange Holzbank vor der Bar lockt die Raucher nach draussen, doch auch drinnen auf den roten Barhockern sitzt es sich gut: Das Lokal mit reflektierenden Spiegelplättchen an den Wänden hat auf allen Seiten raumhohe Fenster, die sich vollständig öffnen lassen.

Geführt wird die Gamper Bar von Sommelier Balz Coray, Gründungsmitglied des Gamper-Restaurants. Weil man hier schon ab 16 Uhr trinken und essen könne, betreibe er Service public, meint Coray. «Die meisten wissen nicht, dass wir so früh offen haben.» Schliesslich gebe es in Zürich keine Barkultur, die zeitig beginne und fliessend ins Essen übergehe. Dafür wolle er kämpfen, sagt Coray und stellt uns den Haus-Champagner auf den Tisch, einen geradlinigen Bonnaire Blanc de Blanc (14 Fr./Glas).

Der Haus-Champagner der Gamper Bar in der Rosé-Version. Quelle: Instagram/gamperbar

Neben Champagner, Schweizer Cidre oder belgischen Sauerbieren (Geuze) liegt der Fokus auf europäischen Weinen. Die Karte, in Kapitel wie «Rotwein I», «Rotwein II» oder «Orangewein» aufgeteilt, hilft, zwischen einfacheren, komplexeren und naturbelassenen Sorten zu unterscheiden. Die meisten sind bio – auch der zurückhaltende Majas Blanc aus den Pyrenäen (6.50 Fr./Glas).

Er schmeichelt sämtlichen Gerichten, die Coray in seiner Miniküche hinter der Bar zubereitet: einen erdigen Carpaccio aus Randen, Joghurt-Mayonnaise und gerösteten Haselnüssen (16 Fr.) oder eine grossartige Burrata (18 Fr.), die mit Lardo und karamellisierten Fenchelsamen (18 Fr.) geadelt wird. Qualitäts-Konserven, darunter Spargeln aus Rioja, runden das Angebot ab. Dass jede Konserve und auch das Sauerteigbrot (2 Fr./Scheibe) einzeln auf der Karte aufgeführt sind, trübt kurz unsere Laune; in Spanien oder Italien gehören solche Dinge zur ungefragten Apéro-Grundausstattung. Aber wir sind ja auch nicht im Süden.

Dienerstr. 75
Tel. 043 243 78 78
Di bis Sa ab 16 Uhr bis ca. 1 Uhr
www.gamper-bar.ch

(Züritipp)

Erstellt: 14.06.2018, 11:26 Uhr

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