Eine einzelne Crevette für 11.50 Franken

Was soll diese Preispolitik des neuen Lokals Freyas Sommer beim Zürcher Bahnhof Wiedikon?

An der Atmosphäre hier gibt es nichts auszusetzen.

An der Atmosphäre hier gibt es nichts auszusetzen. Bild: Thomas Burla

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Die Terrasse mit den Möbeln im Brocki-Chic und den Blumensträusschen auf den Tischen ist genau die Mischung aus zusammengewürfelt und liebevoll gestaltet, die das vorzugsweise in den Stadtkreisen 3, 4 und 5 ansässige urbane Publikum anzieht. Ohne Reservation einen Tisch zu bekommen, ist schwierig. Mittags gibts drei einfache Menüs unter 20 Franken (Fleisch, Vegi oder Salat), abends setzen die Gastgeber auf das Sharingkonzept, das schon seit längerem in Mode ist.

Der Empfang beim ersten Testbesuch am Mittag ist sehr freundlich, die Tagesgerichte präsentiert der Service auf einer grossen Schiefertafel. Wir entscheiden uns für Quinoa mit Gemüse (17 Fr.) und Rindfleisch nach kubanischer Art mit Reis (19 Fr.). Für 4 Franken Aufpreis ordern wir noch die Tagessuppe. Die ist aus Süsskartoffeln zubereitet und entsprechend ziemlich süss. Der Koch hat aber erfreulicherweise mit ein wenig Schärfe Gegensteuer gegeben.

Das Gemüse zum ungeschälten – und sicher sehr gesunden – Quinoa entpuppt sich als gebratene Peperoni mit Zwiebeln und glattem Peterli. Solide zubereitet, aber halt gar schlicht. Auch wenn 17 Franken nicht die Welt sind, könnte man da mehr erwarten. Wären die Peperoni aus dem Ofen und nicht so bleich, würde das schon helfen. Auch etwas gewürzter Joghurt wäre nett gewesen.

Beim Rindfleisch wird die Kaumuskulatur ordentlich gefordert. Die Stücke sind zäh und trotz des nicht gerade spärlichen Fetts teils trocken. Avocado- und Tomatenwürfel, gesäuerte Zwiebeln und Koriandergrün können das Gericht auch nicht mehr herausreissen.

Am Abend werden die Speisen aufwändiger zubereitet. Die Preispolitik aber macht uns sprachlos: 13.50 Franken für ein aus der Bouillon gezogenes, grilliertes Pulpoärmchen oder 11.50 Franken für eine einzelne Black-Tiger-Crevette! Neun Crevetten würden also über 100 Franken kosten...

Der trendige verbrannte Blumenkohl – es sind zwei Stückchen – schlägt mit 8.50 Franken zu Buche, der Pouletspiess (drei Stückchen) mit 9 Franken. Preislich im Rahmen sind die dreifach frittierten, recht unschön zersäbelten Kartoffelstücke (9.50 Fr.) mit Schale dran und der wirklich ausgezeichnete Lattichsalat mit Tomaten, knackigen Babygurken, Granatapfelmelasse und Minze (9.50 Fr.). Ebenso der Rüebli-Schoggi-Kuchen/7.50 Fr.), der direkt aus dem Kühlschrank zu uns stösst. Vom guten türkischen Brot bekommen wir erst, als wir ganz zum Schluss noch ein Portiönchen Pulpo-Ceviche (9.50 Fr.) mit Chili, roten Zwiebeln und Tomaten bestellen. Immerhin: Die Tintenfischscheibchen sind sehr zart.

Freyas Sommer
Freyastr. 3
8004 Zürich
Tel. 044 210 30 30
www.freya-restaurant.ch
Mo–Fr 11–23 Uhr, Sa 18–24 Uhr
Diverse kleine Gerichte 8–13.50 Franken

Erstellt: 05.08.2017, 09:47 Uhr

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