Für die Kinder gibts ein Kino

Eine riesige Speisekarte, 200 Sitzplätze, Teil einer Genfer Gastrokette: Dieses italienische Restaurant stimmte uns skeptisch. Zu Unrecht.

Die Pizzas schmecken, die Streifenshirts sitzen: Pizzabäcker im Luigia.

Die Pizzas schmecken, die Streifenshirts sitzen: Pizzabäcker im Luigia. Bild: Dominique Meinenberg

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Es ist Samstagmittag, das Restaurant fast voll, aber etwas irritiert uns an diesem neuen Lokal im Erdgeschoss des Hochhauses zur Schanze: Es ist für einen Italiener auffallend leise. Erst da merken wir, dass es nirgendwo Kinder hat. Sie stecken, wie wir bei einem Durchgang durch das Riesenlokal mit 200 Plätzen feststellen, im hauseigenen Kino. Es läuft «Biene Maya» auf Englisch. Selbst ein Töggelikasten und Spielautomaten stehen den Kids zur Verfügung.

Während sich diese vertun, haben die Erwachsenen (auffallend viele Expats) genügend Zeit, die Einrichtung mit den unzähligen Lämpchen oder die Karte zu studieren: Über 100 Gerichte, darunter ein Dutzend Salate, 20 Pastagerichte, eine eigene Kinderkarte, 50 italienische Rotweine, sowie über 40 verschiedene Pizzas aus dem Holzofen warten auf die Gäste. So gibt es elf verschiedene Margherita-Sorten (ab 15.90 Fr.) oder vier Marinara-Varianten (ab 15 Fr.).

Verwirrend grosse Speisekarte

Schleckmäuler bestellen eine Pizza alla Nutella (ab 15 Fr.). Wir sind erst einmal skeptisch: Nicht nur wegen der verwirrend grossen Speisekarte und weil der Kellner unsere Bestellung in ein Handy tippt, was unpersönlich wirkt. Sondern auch, weil das Luigia zu einer grossen Gastrogruppe gehört: Capomondo aus Genf betreibt Luigia-Filialen in der Westschweiz, aber auch in Dubai, was uns eher an einen Businessplan als an Herzblut denken lässt. Ob das gut kommt?

Natürlich nicht nur süss, sondern auch herzhaft: Pizza im Restaurant Luigia. Bild: Dominique Meinenberg

Ja, müssen wir uns eingestehen. Das Essen ist wirklich gut. La Seria (35 Fr.) etwa ist eine Pizza Bianca, die mit Ziegenkäse, Fior di Latte und süsslichen Piennolo-Tomaten aus der Vesuv-Region belegt ist. Die Tomaten schmecken nach Hochsommer.

Auch der Teig gefällt: luftig und am Rand leicht angebrannt, wie es sich für neapolitanische Pizzas gehört. Der Sugo der Paccheri alla Calabrese (25 Fr.) ist dank Cima di Rapa leicht säuerlich; das Aroma der Fenchelwurst gut wahrnehmbar. Auch die ungezwungene Atmosphäre überzeugt uns.

So gross, dass es immer Platz hat

Am Wochenende findet sich dank durchgehender Öffnungszeiten ohne Reservation ein Platz; der Service ist schnell, und doch hat man nicht das Gefühl, man müsse nach dem Espresso (3.50 Fr.) den Platz räumen. Bezahlt wird, wie in Italien oft üblich, beim Ausgang an der Kasse. So müssen wir am Schluss nicht auf die Rechnung warten.

Talstr. 61
Mo–Fr 11.30–14 Uhr, 18–23 Uhr
Sa / So 12–22.30 Uhr
Vorspeisen 9–29 Franken, Hauptspeisen 15.90–39 Franken
www.luigia.ch

Erstellt: 27.05.2019, 14:20 Uhr

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