Schnörkelloser Yummyfood

Asiatisch inspiriert: Das Kin ist eine bezahlbare In-Beiz und macht den Foodie-Hotspot Lochergut noch attraktiver.

Gegessen wird hier nur mit Stäbli und Löffeln: Lachs, Black Angus, Auberginendip. Fotos: Thomas Burla

Gegessen wird hier nur mit Stäbli und Löffeln: Lachs, Black Angus, Auberginendip. Fotos: Thomas Burla

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Die kurze Meinrad-Lienert-Strasse fristet ein Schattendasein. Eingeklemmt zwischen der prominenten West- und Seebahnstrasse, kreuzt man sie selten. Vielleicht deshalb haben die ­Betriebe, die bisher im Eckgebäude einquartiert waren, nie lange überlebt. Zuletzt war hier eine Crêperie untergebracht.

Das neuste Lokal Kin, benannt nach der Kurzform von Kinfolk (engl. für Verwandtschaft), könnte dafür sorgen, dass die Meinrad-Lienert-Strasse endlich bekannt wird. Und ist nach dem Restaurant Rosi ein weiterer kulinarischer Zuwachs in der «Fresszone Lochergut»: Was man abends in diesem schwarz eingerichteten Lokal serviert bekommt, ist asiatisch inspirierter «Yummyfood». Zwar hat das Kin die Gastronomie nicht neu erfunden: Es setzt, wie sich das 2018 offenbar gehört, auf Speisen zum Teilen, regionale Zutaten und Fusionsküche. Doch dank viel Liebe für den ausgewogenen Umami-Geschmack, zahlbaren Preisen und ungewöhnlichen Kombinationen hat das Kin unser Herz sofort erobert.

Hier wird fröhlich fusioniert

Auf die einfache Idee, einen Lachs in Misosauce mit dem bitteren italienischen Stängelkohl Cima di Rapa (23 Fr.) zu kombinieren, muss man erst mal kommen. Ebenso darauf, den Beilage-Reis aus dem Tessin (5 Fr.) wie Sushireis zuzubereiten. Oder die eher begrenzte Aromafacette eines Milchreises (9 Fr.) mit herbem Matchapulver und Stückchen des säuerlichen Kernobsts Nespolo auszubauen.

In-Beiz ohne Hipstergetue: Lokale wie das Kin tun Zürich gut.

Auch bei den Fleischgerichten wird fröhlich fusioniert: in Sake geschmorte Schweine­backen mit dreierlei Rüebli (24 Fr.), das perfekt gegarte Flankenstück der Rinderrasse Black Angus (25 Fr.) mit einer Marinade aus Granny-Smith-Äpfeln, getrockneten Apfelstückchen und wiederum dreierlei Fenchel. Die sous vide gegarte und angebratene Version schmeckt wie eine Reduktion: sehr intensiv und schön süss.

Gastgeber im Kin sind die Geschwister Rico und Nina Jauch – Letztere hat sich als Autorin des Foodblogs www.anaundnina.ch einen Namen gemacht. Die Gastronomen empfangen die Gäste ohne Hipster-Arroganz. In Zukunft wollen sie die kleine Karte ihrer «Testküche» noch mehr ausbauen. Wir wünschen uns in der Zwischenzeit, dass sie diese konsequent auf Deutsch oder Englisch übersetzen. Der Mix aus beiden Sprachen ist das Einzige, was uns hier konfus gemacht hat.

Meinrad-Lienert-Str. 1, 8003 Zürich
Tel. 077 531 52 03 www.kin.restaurant
Di–Sa 11:30–14:30 und 18–24 Uhr, Sa 18–24 Uhr
(mittags gibt es ­Thai-Lunch)
Die Gerichte kosten zwischen 5 und 25 Franken

(Züritipp)

Erstellt: 30.05.2018, 15:37 Uhr

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