Shakes und Shots für die Muskeln

Proteinshakes, Kalorienangaben auf dem Menü und Teller mit veganem Superfood: Die «Healthy Cuisine» erobert Zürich.

Für ein Selfie reichts immer: Die neue Roots-Bar im Indigo-Fitness.

Für ein Selfie reichts immer: Die neue Roots-Bar im Indigo-Fitness. Bild: Thomas Burla

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Skinny Bitch, Drill by Dill, IndiGirl Shake – so heisst ein Teil des neuen gastronomischen Angebots des Fitnessclubs Indigo an der Sihlporte. Die Namen machen unmissver­ständlich klar: Hier geht es um Optimierung. Denn die Erdbeeren, das Kokoswasser oder die Açaí-Beeren, die im Skinny-Bitch-Proteinshake enthalten sind, schlagen kalorienmässig kaum zu Buche.

Die neue «Healthy-Food-Bar» im Indigo, die mittags nicht nur Membern, sondern auch externen Gästen offensteht, wird vom Roots betrieben, einer Zürcher Kette, die seit drei Jahren erfolgreich expandiert – gerne in Kooperation mit Fitnessbuden. Im Buchregal der Indigo-Bar liegen Architekturbücher, an den Wänden hängt Kunst: Wie in allen Betrieben, die das Roots bespielt, wähnt man sich in einem Designcafé, nicht in einem veganen Lokal. Zwar stehen alkoholfreie Getränke und eine proteinlastige, gesunde Küche im Zentrum, aber diese ist durch und durch pflanzlich. «Für uns ist es ein Kompliment, wenn die Kunden nicht merken, dass wir vegan sind», sagt Frédéric Brunner, Mitgründer von Roots, der unter anderem auch beim Restaurant Mémoire im Löwenbräu-Areal beteiligt ist, wo auch Kalbshaxen serviert werden. «Wir wollen den veganen Aspekt im Roots nicht betonen. Er ist selbstverständlich.»

Das lustlose, alternative Image, das zu­mindest in der Schweiz der veganen Szene noch immer anhaftet, fehlt in den neuen Fitness-Restaurants gänzlich. Gut ist dies am Schanzengraben zu beobachten, wo sich das Roots vor zwei Jahren im Balboa-Gym eingemietet hat: Geschäftsherren aus dem nahen Bankenviertel und Frauen, die mit dem Jeep vorfahren, löffeln Protein-Bowls mit Quinoa, Süsskartoffeln, Broccoli und Avocado (21 Fr.). Und da sind noch die ­Mucki-Jungs, die vorher im Untergeschoss des Balboa trainiert haben und sich nun einen Shake mit Kokoswasser, Espresso, Protein und Banane gönnen (8 Fr. / 3 dl). Genau das beabsichtigt das Roots: eine pflanzenbasierte Küche ohne jegliches Dogma an eine Kundschaft zu bringen, die nicht so aussieht, als würde sie abends Bücher über Tierethik lesen.

Trotz der marktschreierischen Anglizismen ist das Roots-Menü besser als erwartet: Der Golden Tea mit Kurkuma, Thymian, frischen Orangen und Zitronen, den es am Schanzengraben gibt, ist eine Bereicherung auf der Zürcher Teekarte. Und obwohl wir Bowls – mit Superfood gefüllte Schalen – meiden, weil sie nicht viel mit Kochen zu tun haben, schmeckt die Samurai Bowl mit Reis, Edamame, Granatapfel und einem Dressing aus Ingwer und Sesam (22 Fr.) überraschend ausgewogen.

Das Healthy-Food-Start-up Massgekocht, wie sich das neue Restaurant mit Lieferservice neben dem Club Space Monki nennt, hat ebenfalls Bowls auf der Karte – und andere Speisen mit genauen Kalorienangaben. Wie etwa die Shrimps mit Spinat und Pasta (711 kcal / 22.50 Fr.). Die Innovation dieses Gerichts hält sich in Grenzen, aber der gut trainierte Mann neben uns, der den Teller schnell leert, weiss, wofür es gut ist: Es läuft auf dem Menü unter der Kategorie «gain it» und soll offenbar beim gezielten Muskelaufbau helfen.

Roots-Bar im Indigo
Sihlporte 3, www.rootsandfriends.com
Tel. 044 212 12 00
Mo–Fr 11.30–14 Uhr
Weitere Filiale mit Mittagsbetrieb Mo–Fr: Roots im Silosilo, Löwenbräu-Areal, Limmatstr. 254.
Das Roots am Schanzengraben 19 (im Balboa) und an der Lintheschergasse 15 ist ganztags geöffnet.

Massgekocht
Limmatstr. 275, www.massgekocht.ch
Tel. 076 435 37 40
Mo–Fr 11.30–14 / 17–21 Uhr

(Züritipp)

Erstellt: 08.05.2018, 17:33 Uhr

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