Sympathische Profis

Ein Team junger Gastronomen hat das zuvor serbelnde ­Restaurant übernommen. Wir haben uns wohlgefühlt – auch weil man hier nicht auf jung macht.

Mitinhaber Oliver Saiger und Rafael Gödrös, Koch Roman Fopp, Geschäftsführer Janick Wolf (v.l.).

Mitinhaber Oliver Saiger und Rafael Gödrös, Koch Roman Fopp, Geschäftsführer Janick Wolf (v.l.).

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Der Name des Restaurants verheisst viel für die Zukunft: Zum goldenen Fass. Die Vergangenheit der Kneipe im ­Chräis Chäib allerdings war weniger golden, und offenbar half auch die TV-Sendung «Bumann – der Restauranttester» nicht, das serbelnde Lokal zum Laufen zu bringen.

Nun aber ist eine junge Truppe an Bord. Vier Freunde, alle Mitte 20, wirten seit ­einigen Wochen an der Zwinglistrasse. Am Herd steht Roman Fopp, der zuvor in Arosa kochte. Die Jungs sind offenbar gut vernetzt, und so hörte man schon Wochen vor der Eröffnung, dass da jetzt was gehe.

Als dann eröffnet war, besuchten wir das Restaurant anonym. Erste positive Überraschung: von Szenegetue keine Spur. Die neuen Gastronomen mögen jung sein – trotzdem legen sie Wert auf zuvorkommenden, aber doch unkomplizierten Service. Wenn man mit Nachnamen reserviert, wird man auch gesiezt. Nicht, dass das zentral wäre, aber es zeigt, dass man es hier ernst meint. «Wir gehen das Ganze mit Liebe zum Handwerk an», sagt Geschäftsführer Janick Wolf auf telefo­nische Nachfrage.

Das Goldene Fass hat sich dem Retrotrend verschrieben. Es gibt bei unserem Besuch Kalbszungencarpaccio (18.50 Fr.), süsssauer mit einer Aprikosenvinaigrette abgeschmeckt. Vorzüglich. Das Markbein der Begleiterin sieht gut aus und schmecke ebenso, wie sie sagt. Aber diese Vorspeisen zeigen die kleine Schwäche der Karte: Man hat es mit der Bodenständigkeit etwas zu gut gemeint, fleischlose Vorspeisenalternativen wären einzig Suppe und Salat.

Manchen Gästen ist das wohl des Fleisches etwas zu viel. «Das haben wir auch gemerkt», so der Geschäftsführer am Telefon. Künftig werde mehr Vegetarisches angeboten, bei den Hauptspeisen etwa ein zweites fleischloses Gericht. Bei unserem Besuch stehen Quarkpizokel mit Kürbis und Champignons an Käserahmsauce (21.50 Fr.) auf der Karte. Die Rahmsauce ist leicht, das Aroma gut, wenn die Pizokel auch etwas feiner in der Konsistenz sein könnten. Top hingegen, dass das Siedfleisch (25.50 Fr.) der Begleiterin wie gewünscht komplett sehnenfrei ist.

Mittags werden Menüs gekocht. Etwa ausgezeichnete gefüllte Peperoni (18.50 Fr.), die zeigen, dass nicht alle Gerichte hier deftig sind. Das Rindsgulasch (21.50 Fr.) ist zart und gut gewürzt.

Die Weinauswahl ist wie die Speisekarte klein gehalten. Darauf etwa Wein aus Regensberg von Weidmann. Der Bourg au Blanc (7.50 Fr.) passt gut zur einfachen Küche. Und auch zum Lokal. An diesem haben die jungen Wirte wenig verändert. «Das Goldene Fass entspricht genau dem, was wir jahrelang suchten», so Janick Wolf. «Wir möchten eine ehrliche, gute Küche machen in einer Beiz, in der sich nicht alles um Innendekoration und Style dreht, wo man sich fast wie daheim fühlt.» Das ist gelungen. (Zueritipp)

Erstellt: 16.04.2014, 15:36 Uhr

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