Très charmant: Frankreich in Zürich

Das ehemalige Café Weggen ist als französisches Bistro auferstanden. In diesem Bijou lässt sich der ganze Tag verbringen.

Spiegel-Selfies bieten sich hier an. Aber hochladen kann man sie nicht sofort – Verbindung gibts kaum.

Spiegel-Selfies bieten sich hier an. Aber hochladen kann man sie nicht sofort – Verbindung gibts kaum. Bild: Reto Oeschger

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Unübersehbar, dass Gastgeber Raffaele Sutter ein Einrichtungsprofi ist. Der gelernte Dekorationsgestalter hat das frühere Café Weggen mit wenigen, aber präzisen Eingriffen in ein französisches Bistro im Art-déco-Stil verwandelt.

Ein grosser Teil des alten Mobiliars – etwa die Marmortische oder die gespiegelte Bar – durfte bleiben; die Sitzbänke sind nun petrolfarben statt dunkelgrün. Mit seinem Schwager Marc-Antoine Kaeppel, einem Betriebswirt aus Genf, bildet ­Sutter ein Dreamteam mit Hang zu französischem Flair: Seit 2014 führen die beiden auch das beliebte Café Franzos am Limmatquai.

Das Montmartre ist ähnlich charmant, wirkt aber dank seiner versteckten Lage in der winzigen Weggengasse intimer als der Franzos. Als wir die Gasse gefunden haben, kommt es uns vor, als befänden wir uns an einem geheimen Ort. Zumal wir keine Handyverbindung haben. Und die Treppchen, die vor dem Café nach oben zur Kirche ­­St. Peter führen, erinnern tatsächlich ein wenig an das Montmartre-Quartier. Mit dem Unterschied, dass das Personal hier nicht die Pariser Arroganz pflegt, sondern sehr freundlich ist.

Das Lokal ist, wie bei Bistros so üblich, ein täglich geöffneter Ganztagesbetrieb mit vielen ­französischen Gästen. Unter der Woche gibts Frühstück bis 11.30 Uhr, am Wochenende bis um 14 Uhr; und zwar das, was man auch in Frankreich ­bekommt: extrabuttrige Croissants (2.50 Fr.), diverse Sets mit Baguette, Konfi und Käse (ab 10.50 Fr.) sowie Rührei. Letzteres dünkt uns, obwohl mit Speck serviert, für 13.50 Fr. zu teuer. Zumal die Portion eher klein ist.

Wie das Ei wird beim Besuch tags darauf auch die Sellerie-Bärlauch-Suppe in einem Weckglas serviert. Sie ist bei den warmen Gerichten, die es durchgehend bis 22 Uhr gibt, inklusive. Eher nach Rahm und Sellerie als nach Bärlauch schmeckend, stellt uns das, des Krauts nicht sehr angetan, zufrieden. Tadellos sind auch das Kabeljau-Filet mit Dampfkartoffeln (29 Fr.) sowie die Tourte aux Légumes (22 Fr.).

Französisches Ambiente im Montmartre. Foto: Reto Oeschger

Dabei handelt es sich um einen Suppentopf, der mit einem gebackenen Blätterteighut bedeckt ist und unter dem sich Lauchgemüse und Rüebli verstecken; abgeschmeckt mit viel Thymian. Très bon, wie in der Provence. Selbst Apérohäppchen wie Jahrgangssardinen (ab 16 Fr.) oder Tartines (ab 9 Fr.) legt das Montmartre vor.

Dazu gereicht ­werden ausschliesslich französische Spezialitäten wie ein Crémant Royal mit Cassis-Saft (11 Fr.) oder ein Diabolo, dessen Name um einiges gefährlicher klingt, als das Getränkt es ist: ein mit Blööterliwasser und Eiswürfeln aufgegossener, hausgemachter Lavendelsirup (5 Fr.).

Montmartre
Weggengasse 4
8001 Zürich
Tel. 044 211 19 20
www.lemontmartre.ch

Öffnungszeiten
Mo–Do 8–23 Uhr
Fr 8–24 Uhr
Sa 9–24 Uhr
So 10–18 Uhr

Erstellt: 06.04.2019, 09:18 Uhr

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