Zwei Brüder, zwei Lokale

Die zwei Brüder Gian und Nico Gross führen gemeinsam zwei Lokale in zwei Quartieren. So ähnlich die Geschwister, so unterschiedlich sind die Restaurants.

Wechseln sich mit ihrer Präsenz in den Betrieben jede Woche ab: Gian (l.) und Nico Gross.

Wechseln sich mit ihrer Präsenz in den Betrieben jede Woche ab: Gian (l.) und Nico Gross. Bild: Fabienne Andreoli

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Gleiche Frisur, gleiche Bartlänge, etwa gleich gross gewachsen: Auf den ersten Blick könnten Nico (29) und sein zwei Jahre älterer Bruder Gian als Zwillinge durchgehen. Gemeinsam führen die Geschwister die Jdaburg im Kreis 3 und den Rosengarten, ein Stadtbetrieb beim Hottingerplatz.

Dass man sie für Zwillinge halten könnte, liegt wohl auch an ihrer starken Verbundenheit, die man im Gespräch sofort spürt. Da beginnt der eine Bruder einen Satz, den der andere weiterführt, ohne dass man den Wechsel bemerkt hätte. So fliessend, wie ihre Übergänge beim Sprechen sind, kümmern sie sich als Geschäftsführer auch um die Betriebe. «Wir wechseln uns jeweils wochenweise mit Präsenzzeit in einem der Restaurants ab. So wissen beide genau Bescheid», sagt Gian Gross.

Bodenständig oder hip und mediterran

Die zwei Lokale könnten unterschiedlicher nicht sein: Die Jdaburg, die die Brüder 2015 übernommen haben, ist eine mediterrane Beiz mit hausgemachter Pasta und ausgewählten Fleischgerichten. Mitten im hippen Wiedikon gelegen, ist die Beiz vor allem am Wochenende stark frequentiert. Grösser, dafür ­etwas bodenständiger und preislich etwas günstiger ist der Rosengarten in Hottingen, den die Brüder vor anderthalb Jahren übernommen haben.

Hier treffen sich die Quartierbewohner unter der Woche gern auf einen Happen. Im Zentrum steht Währschaftes wie Hörnli mit Ghacktem, Wiener Schnitzel (sehr zu empfehlen!) oder Chabis­salat. In beiden Betrieben werden seit Beginn die Fleischerzeugnisse von Edelmetzger Hatecke aus Scuol verarbeitet. Was die zwei Lokale ebenfalls verbindet: die Gästeschar. Viele Kunden, die die Jdaburg mögen, tauchen auch im Rosengarten auf. «Es gibt eine Art Community», sagt Nico Gross, «was natürlich cool ist.»

Persönliche Gastgeber

Obwohl den Brüdern das Gastgebertum in die Wiege gelegt wurde – ihre Eltern wirteten in den Achtzigerjahren selbst im Rosengarten –, fanden sie beruflich eher spät zusammen: Bis vor der Übernahme der Jdaburg vor bald vier Jahren war Gian Gross als Landschaftsarchitekt tätig; Nico hatte die Hotelfachschule absolviert.

«Als wir vor ein paar Jahren betrunken im Hotel Costes in Paris sassen, beschlossen wir, gemeinsame Sache zu machen», sagt Nico. Er hatte die Nase voll von grossen Gastrobetrieben mit langen Dienstwegen und wünschte sich «etwas Persönliches».

Als Buben in der Fremde zusammengeschweisst – sie wuchsen im Piemont auf und gingen in Mailand zur Schule, weil ihre Eltern dort mit italienischen Lebensmitteln handelten –, legten sie das Fundament für ihre Zusammenarbeit. Dass sie dabei auch von ihren Eltern unterstützt werden, ist offensichtlich: Diese führen heute die bekannte Pensiun Aldier in Sent GR und machen auf der Website Werbung für die Restaurants ihrer Söhne, die ihrerseits immer wieder mal Restaurantgäste in die Pension ins Unterengadin schicken.

Restaurant Jdaburg
Gertrudstr. 44 8003 Zürich
www.jdaburg.ch

Restaurant Rosengarten
Gemeindestr. 60 8032 Zürich
www.rosengarten.ch

(Züritipp)

Erstellt: 06.03.2019, 18:34 Uhr

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