Das Kalb war traumhaft

Auch wenn wir im Zurlinden 21 den Eindruck hatten, dass hier noch einiges durcheinandergeht, glauben wir an die Küchencrew.

Die Spezialität des Hauses: Kalbstagliata mit Spinat.

Die Spezialität des Hauses: Kalbstagliata mit Spinat.

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Wir sind am ersten Tag nach den Weihnachtsferien zu Gast im Zurlinden 21 und tappen bei der Bestellung der Vorspeisen deshalb gleich doppelt ins Abseits. Unser erstes Wunschgericht gibt es mangels Burrata nicht, das zweite, weil keine für die Zubereitung eines Tatars geeigneten Scampi vorhanden sind.

Nach einigem Überlegen weichen wir auf ein Rindsfilet-Tatar mit Wachtelei und schwarzem Trüffel sowie Kalbshaxenravioli (je 28 Fr.) aus. Die mit zartem, langsam geschmortem Fleisch gefüllten Ravioli sind hausgemacht und durchaus gelungen, obschon der Teig ein wenig feiner sein dürfte. Die Sauce mit dem klassischen Ossobuco-Gemüse – Rüebli und Sellerie – besitzt dank etwas Orange einen interessanten, fruchtigen Twist.

Das Tatar ist schön grob geschnitten und zurückhaltend gewürzt. Man schmeckt das Fleisch und nicht etwaige Beigaben wie Ketchup, Senf oder Gewürze. Nur die klein geschnittenen Peperoncini scheinen uns unnötig, sie helfen dem ohnehin recht diskreten Trüffel nicht eben bei der Entfaltung seines erdigen Aromas.

Den Seeteufel (44 Fr.) haben wir im Verdacht, die Weihnachtszeit im Tiefkühlfach verbracht zu haben: Er ist ein wenig trocken geraten. Der um ihn herum gegossene Crevetten- und Muschelsud punktet mit seiner Intensität, hätte uns mit einem deutlichen Säureakzent jedoch noch mehr Freude bereitet. Von den angebotenen Beilagen zu 8 Franken pro Option – Gemüse, Spinat, Kartoffeltörtchen, Kartoffelpüree und Polenta – spricht uns keine an. Warum nicht einfach Salzkartoffeln oder Reis?

Champions League ist dafür die mitsamt Knochen servierte Kalbstagliata (46 Fr.) mit Spinat: aussen schön angeröstet, innen saftig und butterzart. Besser kann man ein solches Stück Fleisch nicht zubereiten. Auch der Preis ist hier sehr fair.

Zum Dessert teilen wir uns einen in seine Einzelteile zerlegten Cheesecake (14 Fr.), dessen fluffige, dezent süsse Hauptmasse neben Biskuitbröseln und einer schön säuerlichen Himbeersauce liegt. Die komplett geschmacksneutralen Erdbeeren hätte es als Dekoration nicht gebraucht. Die Atmosphäre ist gediegen, der Service äusserst angenehm. Das Zurlinden 21 wäre wohl ein guter Ort für ein Tête-à-tête. Wer einen etwas nobleren Wein trinken will, der muss leider ziemlich tief in die Tasche greifen.

Zurlinden 21
Zurlindenstrasse 21
8003 Zürich
www.zurlinden21restaurant.ch

Mo–Fr 11.30–15 Uhr und 18.30–23.30 Uhr Sa 18.30–24 Uhr

Erstellt: 25.01.2017, 17:03 Uhr

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