Hier gibt es noch richtige Coupes

Der Gelateria-Trend hat die Eisbecher verdrängt – fast zumindest. Sechs Tipps für Bananasplit und Romanoff.

Von Bananasplit bis Coupe Bambini: Teil der Glacekarte in der Taverna Rosa, Rüschlikon.

Von Bananasplit bis Coupe Bambini: Teil der Glacekarte in der Taverna Rosa, Rüschlikon. Bild: Daniel Kellenberger

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Waren das noch Zeiten, als man sich in den Sommerferien tagelang auf den Nachmittag mit dem Coupe Tête-à-Tête freute – den Riesenbecher mit unzähligen Glacekugeln, den es bei Mövenpick gab. Besser war nur der Ausflug in eine Eisdiele nach Deutschland. Dort gabs einen türkisfarbenen Glacekuchen, der mit Schirmchen dekoriert war.

Seine Blütezeit hatte der Coupe wohl in den Achtzigerjahren und scheint gefühlte hundert Jahre her zu sein. Nicht nur die Coupe-Kultur, auch das Wort selbst, dieser einzigartige Schweizer Ausdruck für den Eisbecher, scheint so out zu sein wie die Epoche, als Menagen mit Aromat die Tische zierten und die Portionen auf den Tellern riesig waren. Umso schwieriger gestaltet sich im urbanen Raum die Suche nach Restaurants, die Glacekarten mit grossem Angebot pflegen.

Gelati haben den Coupe verdrängt

In Zürich scheint eine wachsende Anzahl an Gelaterias den Coupe fast vollständig verdrängt zu haben. Zwar essen die Leute immer noch Glace. Aber wenn, dann eher, um bei der Gelateria di Berna anzustehen (gehört zum Lifestyle) und um sich ein Chügeli handgemachtes Gelato zu gönnen. Umso mehr schätzen wir Köche wie Tobias Buholzer, die dafür sorgen, dass der Coupe nicht vollständig ausstirbt.

Der Klassiker: Bananasplit. Bild: Daniel Kellenberger

Der 39-Jährige, der in Rüschlikon das Sternerestaurant Rose sowie die Taverna Rosa mit lauschiger Gartenterrasse betreibt, ist als Kind der Achtzigerjahre ebenfalls bekennender Coupe-Fan. So hat er die Dolcikarte der Taverna mit einer grossen Glaceauswahl ergänzt.

Diese wird von den Gästen besonders am Sonntag gern genutzt. «Im Sommer kommen viele nur, um Coupe zu essen», sagt Buholzer. Neben Klassikern wie Bananasplit (15 Fr.) oder Romanoff (13 Fr.) mit Gelati vom Berner Produzenten Giolito gibt es auch einen Ticino-Coupe (13 Fr.). Er besteht aus Nussglace, Fior di Latte, Marroni, Schlagrahm und ist dank sehr cremiger Konsistenz und zusätzlicher Süsse von Honig unser Favorit.

Kommt schnörkellos daher: der Ticino-Coupe. Bild: Daniel Kellenberger

Die Portionen dürften kleiner sein als in den Achtzigerjahren, und angerichtet sind sie ohne Chichi in Schalen und Tellern. Dass er die Coupes schnörkellos serviere, sei sein Zugeständnis an die heutige Zeit, sagt Buholzer. «Retro-Eisbecher und Deko wären mir etwas zu kitschig.»

Dorfstr. 42
8803 Rüschlikon
Tel. 044 724 00 77
Di–Fr 11.30–14 Uhr, 18.30–24 Uhr, Sa 18.30–24 Uhr, So 12–21 Uhr
www.die-rose.ch

Erstellt: 19.07.2019, 15:09 Uhr

Weitere Beizen mit Coupes

Stoller
Badenerstr. 357 8003 Zürich
Das Restaurant beim Albisriederplatz pflegt eine über 80-jährige Coupe-Tradition. Ob Frauentraum oder Gletscherkuss – allein die Namen dieser Kreationen sind einen Besuch wert.
www.stoller.ch

Hardegg
Watterstr. 185c
8105 Regensdorf
Das «Röstihuus» und die «Cordonbleueria» ist auch für seine ­Glacekarte mit 111 verschiedenen Coupes bekannt. Geburtstagskinder bekommen einen ­Gratiseisbecher.
www.hardegg.ch

Glärnischhof
Claridenstr. 30 8002 Zürich
Coupes bilden das Herz der ­Dessertkarte dieses Hotelrestaurants. Neben dem Danmark gibt es den fast vergessenen Amarena mit der gleichnamigen ­Kirschensorte und heissen ­Kirschen.
www.hotelglaernischhof.ch

Restaurant Spitz
Museumstr. 2 8001 Zürich
Eisbecher spielen eine Hauptrolle bei der aktuellen Wochenendkarte des Spitz. Der Tuttifrutti mit Sorbets und getrockneten Früchten ist Pflicht.
www.restaurantspitz.ch

Landgasthof
Halbinsel Au
Austr. 59 8804 Au
In diesem Ausflugsrestaurant, das allein wegen seiner idyllischen Lage einen Besuch
wert ist, wird die Coupe-Kultur hochgehalten. Unser Tipp: das
Dampfschiff mit Aprikosen-, ­Vanille- und Pistazienglace.
www.halbinselau.ch

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