Persien liegt am Zürisee

Seesicht und authentisches persisches Essen: Dieses neue Restaurant ist ein lohnenswerter Kurztrip in den Osten.

Knusprige Reiskuchen (Tah Chin) sind in der persischen Küche wichtig.

Knusprige Reiskuchen (Tah Chin) sind in der persischen Küche wichtig. Bild: Thomas Burla

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Michel Péclard hat uns auf das neue Restaurant Mama Persia in Rüschlikon hingewiesen. Der bekannte Gastronom betreibt am linken Zürichseeufer mehrere Beizen und kennt sich in der Gegend aus. Da seine Ex-Frau Iranerin ist, ist er dazu in der persischen Küche bewandert und meinte: toller Laden, hingehen! Nicht zuletzt, weil man persische Restaurants in der Schweiz an einer Hand abzählen kann.

Das Mama Persia befindet sich wenige Meter vom See entfernt. In den Räumlichkeiten der Villa Schönegg befand sich vorher ein Restaurant mit Bed & Breakfast. Navid Zolfagharpour, der Inhaber von Mama Persia, hat den Raum vollständig umgestylt – mit nordiranischen Textilien und Kunsthandwerk aus seiner Heimat, Lampen mit wechselnden Farben, sowie mit Wandreliefs. Zolfagharpour hat sich in den letzten Jahren mit Caterings und einem Foodtruck im Raum Zürich einen Namen gemacht.

Weil seine Spezialitäten so gut ankommen, hat er jetzt sein Geschäftsfeld mit einem Restaurant erweitert. Dass er als Chef und Servicekraft manchmal etwas zu viel zu tun hat und während des Aufnehmens der Bestellung wegläuft, um jemanden zu begrüssen, können wir ihm nicht verübeln. Er ist eben ein Gastgeber mit Herz und Seele in einem kleinen Lokal.

Inhaber Navid Zolfagharpour hat die ganze Ausstattung im Iran gekauft. Foto: Thomas Burla

Ein Dutzend Mezze, verschiedene Reis-, Grill- und Eintopfgerichte stehen im Zentrum der Speisekarte. Sie wird von alkoholfreien Getränken begleitet, die man sonst kaum findet. Shabate Golab (5 Fr.) ist ein Apéro aus Rosenwasser, Zitronensaft und Pfefferminzpaste und genauso erfrischend wie das Minze-Joghurt-Getränk Dugh (5 Fr.). Letzteres kommt in einem grünen Tongefäss auf den Tisch. Es ist so gross, dass man es als Vase benutzen könnte.

Wer die einflussreiche persische Küche – eine Mischung aus indischen, fernöstlichen, arabischen und türkischen Einflüssen, gar nicht kennt, dem raten wir, die Mezze aussen vor zu lassen. Nicht, weil sie qualitativ nichts taugten. Aber mit Hummus (8 Fr.) oder einem Granatapfelsalat mit Tomaten und Gurken (6 Fr.) bergen diese weniger Neuentdeckungen als die Hauptspeisen. Das Mezze-Gericht Mirza Ghasemi (10 Fr.) aus gebackenen, rauchig schmeckenden Auberginen können wir trotzdem empfehlen.

Persisches Essen in Perfektion, das bietet das Mama Persia. Foto: Thomas Burla

Ein wirklich neues und tolles Erlebnis bietet der knusprig gebackene, warme Reiskuchen Tah Chin, mit 37.50 Fr. das teuerste Gericht auf der Karte. Er wird wie die meisten Speisen anmächelig auf länglichen Tellern angerichtet. Das Zusammenspiel aus sauren Berberitzebeeren, die den Kuchen begleiten, sowie den sanft geschmorten Hühnerbruststückchen, den Eiern und dem Safran ist sehr vielfältig.

Dieser «Fried Rice» bringt die persische Küche auf den Punkt: Reis ist oft die Haupt- und Fleisch die Nebensache; die Gewürze sind wohldosiert und herb-säuerlich, aber nicht scharf wie in anderen orientalischen Küchen. Damit sind die Speisen auch sehr gut verträglich – dies rührt auch von den langen Garzeiten her.

Besonders zum Tragen kommen die Kochzeiten bei den Eintöpfen. Wir wählen Ghormeh Sabzi (28 Fr.). Das Schmorgericht besteht unter anderem aus Rindfleisch, Bohnen und Kräutern wie etwa Koriander, Dill oder dem würzig-bitteren, in der iranischen Küche wichtigen Bockshornklee. Getrocknete Limetten verleihen dem Gericht wieder diese ganz eigene Säure, von der wir noch lange nicht genug haben.

Mama Persia
Seestr. 116
8803 Rüschlikon
Tel. 043 388 05 15
www.mamapersia.ch

Öffnungszeiten
Di–Fr 11.30–14 Uhr und 18–23 Uhr, Sa 11.30–14 und 18–24 Uhr
Stationen des Mama-Persia-Foodtrucks siehe Website

Preise
Vorspeisen 8–15 Franken
Hauptspeisen 22–37.50 Franken

Erstellt: 02.03.2019, 16:51 Uhr

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