Ein mutiges Lokal für den Kreis 4

Fusion kann durchaus gut schmecken. Das beweist das Clash im Langstrassenquartier. Aussergewöhnlich sind auch die Öffnungszeiten.

Von Donnerstag bis Samstag ist das Clash die ganze Nacht hindurch geöffnet. Bild: Thomas Burla

Von Donnerstag bis Samstag ist das Clash die ganze Nacht hindurch geöffnet. Bild: Thomas Burla

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Den ersten Bonuspunkt fürs Clash, das in die Räumlichkeiten des ehemaligen Little Italy eingezogen ist, gibts gleich zu Beginn. Der junge Küchenchef bringt uns ein Amuse-Bouche an den Tisch, was bei einem Lokal der gemässigten Preisklasse durchaus keine Selbstverständlichkeit ist. Es handelt sich um ein frittiertes Thunfischbällchen mit Wakamealgen – wir schlingen es freudig runter. Was noch auffällt: Das Brot ist von ausgezeichneter Qualität, und für frische, noch dazu streichzarte Butter ist auch gesorgt. Hocherfreut stossen wir mit dem fruchtig-frischen Grünen Veltliner von Weszeli (53 Fr./7dl) im österreichischen Kamptal an.

Dann folgt ein kleiner Rückschlag: in Form einer zu stark konzentrierten Misosuppe (9 Fr.), die gar salzig schmeckt. Das Problem ist mit einem Schuss Wasser schnell behoben. Nur leider entspricht die Temperatur der Suppe nun nicht mehr unseren Vorstellungen. Hinter dem Clash stehen das auf Sushi spezialisierte Restaurant Barfüsser (dort unbedingt die Spicy Fish Soup probieren!) und Louis Bisang, der am Club Bellevue beteiligt ist. Sie wollen ihr Lokal nicht als Fusionrestaurant verstanden wissen, was es natürlich gleichwohl ist. Der asiatische Einfluss ist auch bei den vordergründig europäischen Gerichten gross. Etwa beim unter anderem mit Sesam gewürzten, dezent scharfen Rindsfilet-Tatar (24 Fr.) mit Kürbispüree und grillierten Borretanezwiebeln, einer süsslich-milden Sorte. Die Zwiebeln auf dem Tatar sind frittiert, was dem Gericht ordentlich Crunch gibt.

Das Kingfish-Carpaccio mit Jalapeños und roten Zwiebeln (26 Fr.) hätte mehr Säure und vor allem mehr Schärfe vertragen, die Qualität des rohen, fast buttrigen Fischs ist aber hervorragend. Der Black Cod (41 Fr.) – wunderbar saftig und perfekt glasig – ist das Highlight des Abends und ein Gericht auf «Gault Millau»-Hauben-Niveau. Auch wegen des schön scharfen Wasabi-Kartoffelstocks und der bissfesten Vichykarotten.

Das als Aprikosentarte mit Yuzu angekündigte Dessert (11 Fr.) entpuppt sich als zur Torte formierte herbe Schoggimousse mit Yuzucreme, Aprikosenhälften im Kompottstil und Caramelglace. An sich eine recht stimmige Komposition, nur macht man ob ihrer Wucht und Süsse schon grosse Augen, wenn man etwas Leichtes, Erfrischendes erwartet hat.

Militärstr. 76, 8004 Zürich
Tel. 043 243 33 10
www.clash-zuerich.ch
Mo 8–14.30 Uhr, Di–Mi 8–23 Uhr, Do–Fr 8 Uhr–open end, Sa 17 Uhr–open end, Take-away: Mo–Fr 11–13.30 Uhr
Vorspeisen 9.50–24 Franken, Hauptspeisen 26–52 Franken

(Zueritipp)

Erstellt: 30.11.2017, 09:40 Uhr

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