Ein Schnitzeltraum

Man muss die kulinarische Welt nicht neu erfinden, um seine Gäste glücklich zu machen. Der Rosengarten beweist: Sorgfalt in der Küche und Herzlichkeit im Service reichen vollkommen.

Mit dem Tram Nummer 8 bis an den Hottingerplatz, schon ist dieses wunderbare Schnitzel ganz nah.

Mit dem Tram Nummer 8 bis an den Hottingerplatz, schon ist dieses wunderbare Schnitzel ganz nah. Bild: Reto Oeschger

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Einen Katzensprung vom Hottingerplatz entfernt befindet sich eine der schönsten Quartierbeizen der Stadt: der Rosengarten. Dort tafelt man entweder in der gemütlichen kleinen Gaststube oder im Freien unter malerisch-knorrigen Platanen – sehr aufmerksam umsorgt vom Serviceteam um Pächter Nico Gross. Er führte bisher zusammen mit seinem Bruder Gian die Jdaburg im Kreis 3. Für Gross ist es eine Rückkehr zu den Wurzeln: Seine Eltern wirteten von 1984 bis 1988 im Rosengarten.

Die in nostalgischer Schreibmaschinenschrift verfasste Speisekarte setzt hauptsächlich auf die Klassiker der Schweizer Küche – vom Wurst-Käse-Salat garniert (14.50 Fr.) bis zum Hackbraten mit Ei (34 Fr.). Doch es ist auch von Italien Inspiriertes zu haben: etwa ein sommerlicher Tomatensalat mit Brot, Zwiebeln, Oliven und Kapern (11 Fr.) oder Quark-Gnocchi mit Salbeibutter (21 Fr.). Das Fleisch fürs Rindsfilet (54 Fr.) und das Apéroplättli (24 Fr./2 Personen) kommt vom Engadiner Edelmetzger Hatecke, mit dem die Familie Gross befreundet ist.

Wir entscheiden uns zunächst für die Rindsbouillon mit Flädli (12 Fr.) und den Ochsenmaulsalat (13.50 Fr.). Die Suppe ist hausgemacht, die Flädli ebenfalls – und beides schmeckt ausgezeichnet. Zu den feinen Ochsenmaulscheiben gibts eine klassische Vinaigrette, Zwiebelringe und ein liebevoll zusammengestelltes kleines Salatbouquet.

Das Wiener Schnitzel (42 Fr.) ist so, wie man es sich wünscht: zwar nicht so dünn wie im Lehrbuch, aber mit knuspriger, welliger Panade und sehr zart. Dazu gibts Preiselbeeren und eine Beilage nach Wahl, in unserem Fall Kartoffel-Gurken-Salat. Der ist mit ein wenig Mayonnaise angemacht, wofür man im Heimatland des Schnitzels vor die kulinarische Inquisition käme. Weil es aber nur sehr wenig Mayonnaise ist und der Koch den Salat mit geraffelten Gurken leicht und frisch gemacht hat, sind wir absolut happy.

Gelungen ist auch das Zürcher Geschnetzelte (41 Fr.), auf Wunsch mit Nierli. Das Kalbfleisch hätte lediglich ein wenig schärfer angebraten und gebräunter sein können. Seine Qualität, die Sauce und die Rösti sind aber tadellos. Mit den Portionen meint es die Küche mehr als gut – ein Zeichen von Gastfreundschaft und Grosszügigkeit.

Die Dessertauswahl ist bewusst klein gehalten, die einzelnen Süssspeisen fallen aber in die Kategorie «Lieblingsessen». Zum Beispiel die haus­gemachte Schoggimousse mit Rahm (11.50 Fr.) oder die Waffeln mit frischen Erdbeeren (12.50 Fr.). Auch hier ist die Portionengrösse erheblich. Doch wer kann schon widerstehen, wenn es so wunderbar nach frisch gebackenen Waffeln duftet?

Der Samstag ist im Rosengarten Eintopftag. Was im Topf steckt, wechselt von Monat zu Monat. Derzeit gibt es Bouillabaisse, die reich bestückte französische Fischsuppe (38 Fr.), und als vegetarische Alternative mit Ziegenkäse überbackene Gnocchi mit Ratatouille (36 Fr.). Ausserdem sind noch je zwei Vorspeisen und Desserts zu haben.

Zum Schluss noch ein Aufruf in eigener Sache: Wir würden wahnsinnig gern wissen, wie man die Salatsauce macht, die zu Beginn der Neunzigerjahre im Rosengarten serviert wurde. Leider können wir uns nur noch an unser Entzücken beim Verzehr des Salats erinnern und nicht mehr an die Namen der damaligen Wirte. Sollten diese hier mitlesen, bitte, bitte melden!

Rosengarten
Gemeindestr. 60
8032 Zürich
Tel. 044 251 37 36
www.rosengarten.ch
Mo–Fr 11.30–14 Uhr und 18.30–23 Uhr, Sa 18.30–23 Uhr
Vorspeisen 9.50–19.50 Franken, Hauptspeisen 21–54 Franken
(Zueritipp)

Erstellt: 28.07.2017, 06:39 Uhr

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