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Zwei grosse internationale Hotelketten haben kürzlich italienische Restaurantketten eröffnet. Das schreit nach einem Vergleich und der Frage: Wer macht es denn besser?

Englischer Italo: Bar im Theo Randall's beim Letzigrund.

Englischer Italo: Bar im Theo Randall's beim Letzigrund. Bild: Dominique Meienberg

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Theo Randall's im Crowne PlazaBadenerstr. 420, 8040 Zürich
Mo–Fr und So 11.30–14 Uhr / 18–23 Uhr, Sa 18–23 Uhr
www.cpzurich.ch

Das Konzept
Theo Randall ist in London eine Institution – als Ex-Chefkoch des Restaurants The River Café bekam er einen «Michelin»-Stern. Vor zwölf Jahren machte er sich mit seinem italienischen Fine-Dining-Restaurant im Hotel Continental in London selbstständig und gründete weitere Ableger.

Die Ambiance
Elegant, designbetont und dunkel mit gepolsterten Sitzecken und einer Bar – perfekt für ein diskretes Date. Bei unserem Besuch sind allerdings nur einsame Hotelgäste anwesend. Uns bedient ein Italiener, der immer wieder nach unserem Befinden fragt. Gut, sprechen wir auch Italienisch; er kann nur ein bisschen Deutsch.

Das Essen
Das grosse Vorspeisenangebot ist ansprechend. Wir wählen unter anderem «Theo’s Bruschetta» (6.50 Fr.) mit frischen Dateltomaten und angenehm wenig Chnobli. Die hausgemachten Angnolotti, mit Ente gefüllt und mit einer würzigen Morchelsauce überdeckt (26.50 Fr., kleine Portion), sind etwas gar mastig. Datteltomaten tauchen wieder bei der mit Fenchel und Kartoffeln servierten Seebrasse (34.50 Fr.) auf: Sie über­decken den Fisch, was etwas hingeklatscht aussieht.

Fazit
In Zürich misst sich das Randall’s mit einer sehr starken italienischen Konkurrenz und sticht nicht heraus. Das Essen schmeckt etwas besser als im Bocca Buona. Als kosmopolitischer Treffpunkt für ein Glas Wein beim Letzi taugt der Ort aber.

Bocca Buona im Park InnFlughofstr. 75, 8153 Rümlang
Mo–Sa 6–10 Uhr / So bis 10.30 Uhr (Frühstück), Mo–Fr 12–14 Uhr (Mittagessen), Mo–So 18.30–22.30 Uhr (Abendessen)
www.parkinn.com

Wäscheleine und Aussicht ins Grüne: das Restaurant Bocca Buona. Bild: Dominique Meienberg

Das Konzept
Ausschliesslich in den Hotels der Park Inn-Kette zu finden, setzt dieser Italiener auf unkomplizierte Pasta- und Pizzagerichte. Lange Tische laden zum Familienessen ein; in der offenen Küche wird vor den Gästen gekocht.

Die Ambiance
Die holzige Einrichtung wirkt modern und rustikal. Von der Decke hängen Wäscheleinen mit Kleidern, was wohl Italianità vermitteln soll, aber eher an eine schlechte Kunstinstallation oder ein Fundbüro erinnert. Während des Besuchs im fast leeren Lokal ist das Personal freundlich und unaufgeregt.

Das Essen
Bei der Insalata Caprese mit einer Kugel Buffala-Mozzarella (16 Fr.) kann man nicht viel falsch machen. Die Tagliatelle Bocca Buona (23 Fr.) mit Steinpilzen, Pancetta und Scamorza sind zu weich und rahmig. Spontan bereitet der nette Koch für die Begleitung eine Portion Tagliatelle all’amatriciana (23 Fr.) zu, die nicht auf der Karte steht. Allerdings ist die Sauce aus Tomaten, Speck und Zwiebeln zu wenig kompakt und «gebunden». Gut schmeckt der Pinot Grigio, der viel Schmelz hat (6 Fr. pro Glas).

Fazit
Man verweilt gerne an diesem hellen Ort mit Sicht auf den Flughafen und die Pampa von Rümlang. Doch die Anreise mit den ÖV ist eher aufwendig, und kulinarisch ist die Beiz zu wenig ausgefallen, als dass wir extra dorthin reisen würden.

(Züritipp)

Erstellt: 10.06.2018, 22:40 Uhr

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