Beauty mit internationaler Ausstrahlung

Das Rive Gauche im Hotel Baur au Lac ist als edle Brasserie auferstanden. Ein Besuch lohnt sich auch wegen des Essens.

Weisse Wände gibt es hier nicht: Das zeitlose Interieur des Restaurants.

Weisse Wände gibt es hier nicht: Das zeitlose Interieur des Restaurants. Bild: Urs Jaudas

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Das ehemalige Rive Gauche ist nicht wiederzuerkennen. Es hat sich von einem Durchschnittslokal mit grünen Ledersofas in eine Brasserie-Beauty verwandelt und heisst jetzt Baur’s. Der Raum, an den nahtlos eine gemütliche Bar anschliesst, wirkt elegant und warm zugleich.

Rottöne und Grünnuancen werden üppig mit Kunst aus Los Angeles, Mustertapeten und Murano-Leuchten kombiniert. Der zeitlos eingerichtete Ort erinnert an New York oder London, wo der Hang zur Objektdichte, weichen Materialien und Ornamentik in Gastrobetrieben viel höher ist als hierzulande.

Neu ist auch das Angebot

Nicht nur die Einrichtung ist neu. Die Weinkarte wurde von Sommelier-Weltmeister Marc Almert umgekrempelt. Sie enthält über 120 Positionen, ergänzt mit persönlichen Tipps von Angestellten. Jacqueline beispielsweise empfiehlt einen Chardonnay Starmont aus Kalifornien, weil der fruchtige Weisse sogar zu Steak passt (95 Fr./Flasche).

Auch Chefkoch Olivier Rais, der über 20 Jahre im Rive Gauche gekocht hat, ist über die Bücher gegangen. Statt Grillspezialitäten stehen nun Brasserie-Klassiker wie Wiener Schnitzel (49 Fr.), Chateaubriand für zwei (148 Fr.) oder Sepia-Linguine mit Hummer (38/62 Fr.) im Zentrum. Die Speisekarte ist klein, mit Fokus auf Vorspeisen und Salaten.

Jener mit Blumenkohl, Granatapfelkernen, Linsen und der Sesampaste Tahini (14/22 Fr.) fällt aus der Reihe, zumal wir sonst keine fernöstlich inspirierten Gerichte entdecken. Das tut seiner Qualität aber keinen Abbruch. Der Blumenkohl ist knackig, die Tahini ist eine der sämigsten, die wir je gekostet haben. Auch an der Sole Meunière (52 Fr.), die wir mit Ofenkartoffeln bestellen können, obwohl sie nicht als Beilage aufgeführt sind, gibt es nichts auszusetzen.

Hier legt man Wert auf das, was wirklich Zählt

In Zeiten, wo jedes Gericht mit Sprossen und anderem Grünzeug verziert ist, ist es eine Wohltat, einen Teller vor sich zu haben, auf dem einzig und allein eine Seezunge liegt. Auch das Zürcher Geschnetzelte (58 Fr.) ist picobello; die Rösti dazu sehr knusprig.

Obwohl es hier sehr nobel zu- und hergeht – selbst die Wasserflasche bekommt ihren eigenen Silberunterteller, die Preise sind standesgemäss hoch, der Wohlstand einiger Gäste nicht zu übersehen –, fühlen wir uns erstaunlich wohl. Das hat nicht nur mit dem Interieur, sondern auch mit dem ausgesprochen höflichen Personal zu tun.

Eine kleine Kritik haben wir aber doch noch: Es kann nicht sein, dass die Dame, die sich um die Garderobe kümmert, beim Check-out viel zu lange auf ihren Zehen herumstehen muss, um in einem zu hoch installierten Schrank nach unseren Mänteln zu fischen. Dieses Möbel müsste man nach unten verlegen!

Baur's
Talstr. 1
8001 Zürich
Tel. 044 220 50 60
www.bauraulac.ch

Öffnungszeiten
Mo–So 12–14.30 Uhr, 18–22.30 Uhr (Brasserie),
So–Do 15–24 Uhr, Fr / Sa 15–1 Uhr (Bar)

Erstellt: 15.11.2019, 20:18 Uhr

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