Frischer geht nicht

Geheimtipp in Altstetten: Im Feinkostladen Frischeparadies versteckt sich ein Bistro. Den Fisch gibts direkt von der Theke.

Blick übers Tatar auf die Kochtöpfe: Die Bar im Frischeparadies-Bistro.

Blick übers Tatar auf die Kochtöpfe: Die Bar im Frischeparadies-Bistro. Bild: Urs Jaudas

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die besten Plätze sind an der Bar. Dort können wir zuschauen, wie Koch Giuseppe Maniaci unsere Vorspeise, ein Zürcher Weissweinsüppchen (7 Fr.), zubereitet. Dass Maniaci Italiener ist, spüren wir, bevor wir nach seinem Namen fragen. Er ist Teil einer topinformierten, sympathischen Crew. Die Pasta unterzieht der Koch einer perfekten Mantecatura.

So nennt man das Finish, bei dem die gekochte Pasta nochmals kurz in der Pfanne mit der Sauce geschwenkt und mit Butter, Prezzemolo und ­Olivenöl abgeschmeckt wird. So wird auch die Weissweinsuppe mit Olivenöl beträufelt, was ihr eine geschmeidige Konsistenz verleiht. Angenehm ­kräftig ist sie; der in der Suppe enthaltene Riesling-Silvaner gut wahrnehmbar.

Das Bistro dürfte für jeden Koch ein besonders inspirierender Arbeitsplatz sein. Es ist Teil des Feinkostladens Frischeparadies, ein Spezialmarkt und Lieferant für Lebensmittel mit Wurzeln in Deutschland. Die Zürcher Filiale in Altstetten, die seit letztem Jahr offen ist, befindet sich in der Nähe des Schlachthofs.

Für Feinschmecker: Das Frischeparadies in Altstetten. Bild: Urs Jaudas

Neugierige finden Spezialitäten aus aller Welt, Profis und Hobbyköche decken sich mit fang­frischem Fisch oder Fleischspezialitäten ein. Ebenfalls zum Angebot gehört eine Getränkeabteilung mit 800 verschiedenen Weinen. Logisch also, dass das Angebot der Bistroküche auf dem Ladensortiment basiert.

Wer will, kann sich die Seezunge oder das ­Wagyu-Beef an der Theke auswählen und wenige Minuten später im Bistro essen. Weil wir uns bei der Auswahl in der Vitrine nicht entscheiden ­können, bestellen wir einen Hauptgang von der Wochenkarte. Sie wird mit Klassikern wie Rindstatar (16/24 Fr.), frischen Austern (3 Fr./Stk.) oder Bouillabaisse (18/26 Fr.) ergänzt.

Beim gebratenen, filetierten Seeteufelfilet (36 Fr.) ist es nicht nötig, nachzusalzen – keine Selbstverständlichkeit bei einem Fisch, der ohne zusätzliche Sauce serviert wird. Die Peperonata, eine Beilage, mit der man uns jagen kann, lässt sich problemlos mit Bohnen und Rüebli austauschen, die Kartoffeln sind richtig buttrig, wie es sich gehört.

Etwas fantasielos dagegen das dünn geschnittene Vollkornbrot; ein Weissbrot mit Kruste würde besser passen, um den delikaten Sud des Gemüses aufzutunken. Das Brot würde auch gut zum offenen Weisswein passen, den wir zum Abschluss bestellen. Wie in Restaurants in Markthallen üblich, steht er mit anderen offenen Flaschen griffbereit an der Bar. Der San Vincenzo aus dem Veneto (7 Fr./Glas), eine fruchtig-spritzige Cuvée, gefällt uns so gut, dass wir in der Weinabteilung gleich eine Flasche kaufen.

Frischeparadies
Hardgutstr. 11
8048 Zürich
Tel. 044 444 10 20
www.frischeparadies.ch

Öffnungszeiten
Mo bis Fr 10–20 Uhr, Sa 9–18 Uhr
Küche ab 12 Uhr durchgehend geöffnet

Erstellt: 15.02.2020, 09:18 Uhr

Artikel zum Thema

Die besten Büezermenüs der Stadt

Günstig, warm, währschaft und frisch zubereitet: Das fixe Mittagsmenü beim Metzger ist ein Klassiker. Die Adressen. Mehr...

Hier können Sie dem Koch bei der Arbeit zuschauen

An den Gleisen beim HB gibt es eine neue Beiz, wo die Gäste während dem Kochen sogar die Zutaten probieren können. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen: Menschen in «Txatxus»-Kostümen nehmen am traditionellen ländlichen Karneval in Lantz, Nordspanien, teil. (24. Februar 2020)
(Bild: Villar Lopez) Mehr...