Fast Food im grellen Licht

Im Holy Cow kommen auch Vegetarier auf ihre Kosten. Nur schade, dass die 27. Wunschbeiz wenig Charme hat.

Ein Luxus-Brötli? Immerhin ist es mit Seasamkernen, Mohnsamen und Kümmel bestreut.

Ein Luxus-Brötli? Immerhin ist es mit Seasamkernen, Mohnsamen und Kümmel bestreut.

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Die Burger im Holy Cow würden uns begeistern. Würden. Aber: Wer mag länger als zehn Minuten in dieser improvisierten Einrichtung sitzen? Der Boden erinnert noch allzu sehr ans Modegeschäft, das hier am Löwenplatz mal ansässig war. Die Scheinwerfer strahlen viel zu grell von der Decke. Und die Standardfenster sehen aus, als wäre man in einem Bürokomplex in der City. So ungemütlich muss ja auch ein Schnellimbiss nicht unbedingt sein.

Der Yo Ginza Beef Burger (14.90 Fr., als Menü 19.90 Fr.) punktet mit süsslicher Teriyakisauce, dezent scharfer Wasabi-Mayonnaise, Zwiebelconfit und ein paar Salatblättern. Da bekanntlich die kleinen Details die grösste Freude auslösen können, sei zudem erwähnt, dass das weiche, süssliche Brötli (ein solches gehört im Fast-Food-Lokal halt einfach dazu) grad mit Dreierlei bestreut ist: mit Sesamkernen, Mohnsamen und Kümmel.

Nicht minder überzeugend – und sogar mutig – ist ein vegetarisches Sandwich namens Veggie Chèvre (14.90 Fr./19.90 Fr.): Das Patty, so nennt man fachmännisch das Gebratene zwischen den Brothälften, besteht aus Gemüse, getrockneten Früchten und Haferflocken. Und transportiert herrliche Röstaromen an den Gaumen, sodass es auch Fleischessern gefallen dürfte. Gewürzt wird die Sache unter anderem mit Ziegenkäse, Apfelchutney und ein wenig Honig. Dass die Pommes frites, die im gleichen Körbli serviert werden, zentimeterdick geschnitten sind und nicht von der Kartoffelschale befreit werden, stört ausnahmsweise mal gar nicht.

Und so ist es am Ende gar keine Überraschung mehr, dass die aus dem Welschland stammende Kette Holy Cow unsere Wunschbeiz-Abstimmung mit mehr als 50 Prozent der Stimmen für sich entscheiden konnte. Denn sogar das Bier im Fast-Food-Lokal macht Freude: Man trinkt dort Dr. Gabs aus Savigny bei Lausanne. Gerade das India Pale Ale Ipanema vermählt vortrefflichst fruchtige Aromen in der Nase mit kräftiger Hopfigkeit im Abgang (plus 4 Fr.). Nur: Dass so ein tolles Bier in einen Plastikbecher kommt, ist neben der Einrichtung der zweite grobe Schnitzer dieses ansonsten sehr überzeugenden Burgerlokals.

Holy Cow, Löwenstr. 51

www.holycow.ch (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.07.2017, 16:17 Uhr

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