Ein Italiener und neue Asiaten

Die neue Osteria Santo Bevitore bietet italienische Küche in allen Facetten. Sie ist nicht die einzige Neuerung im Quartier.

Allein die Aperitivi sind einen Besuch wert: Mit Lasagne gefüllte Arancini (l.), Carpaccio.

Allein die Aperitivi sind einen Besuch wert: Mit Lasagne gefüllte Arancini (l.), Carpaccio. Bild: Raisa Durandi

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es ist nicht einfach, im Beizen-Hotspot zwischen der Bäcker- und Rotwandstrasse den Überblick zu behalten. Alle paar Monate wechseln die Mieter. So ist kürzlich das Mamma Leone an die Zentralstrasse gezogen. Dafür zog die Osteria Santo Bevitore ein. Geführt wird sie vom Team um den Gastronomen Massimo Bonzi, der ganz in der Nähe das La Baracca führt – ein beliebtes, lautes Italo-Lokal, in dem man so eng sitzt, dass man sich unmöglich auf ein Gespräch konzentrieren kann.

Die neue Dépendance ist ruhiger: Der Raum ist grösser, die Tische sind mit anständigem Abstand positioniert. Wie in der Baracca besteht die Deko aus leeren Weinflaschen und -kisten, das Personal ist extrem nett. Es spricht wie der grösste Teil der Gäste Italienisch.

Hier speist man auch vor dem Lokal: Im Santo Bevitore stuhlen sie bei schönem Wetter nach draussen. Foto: Raisa Durandi

Auch hier bekommt man das ganze Programm der Italo-Küche, darunter viele Antipasti sowie Pizzas, Pasta- und Fischspezialitäten. Die Preise sind nicht ganz günstig, was aber damit gerechtfertigt werden kann, dass viele Speisen weit über das klassische Pizza-Margherita- / Spaghetti-Carbonara-Angebot hinaus­gehen: Da gibt es Saucen mit Miesmuscheln, Chili und Rotem Thunfisch oder eine Pizza mit geräucherter ­Burrata, Auberginen und Bottarga (gesalzene Rogen).

Weil das Restaurant nach der Novelle des heiligen Trinkers von Joseph Roth benannt ist, genehmigen wir uns sofort Alkohol. Der Hauswein, ein Rosso di Montefalco (8 Fr. / Glas) aus Umbrien, ist weich, mundfüllend und hat einen langen Abgang. Er trinkt sich so leicht, dass wir gleich zwei Mal nachbestellen. Die Weinkarte ist gross und umfassend, allein die Toskana ist in fünf Zonen unterteilt.

Italienische Küche in Vollendung: Auch Miesmuscheln stehen auf der Karte. Foto: Raisa Durandi

Was die kulinarische Ausrichtung angeht, ist eher die kräftige Küche der Emilia-Romagna zu spüren. Schliesslich stammt Massimo Bonzi aus dieser Region. Ehrensache also, dass fast überall 36 Monate alter Parmesan zum Einsatz kommt. Die Ravioloni etwa (26.50 Fr.), auch eine Spezialität der Emilia, sind mit ­Ricotta gefüllt und mit Parmesancreme überbacken.

Wie in der Baracca gibt es Tagliatelle «Bologna mon amour» mit Rindsragout und Trüffel (34.50 Fr.). Sie sind hervorragend, aber mastig, die Portion ist riesig. Wir haben wohl zu viele der Vorspeisen bestellt: Die Arancini sind mit Lasagne gefüllt (24.50 Fr.) und werden von einer Bolognese-Sauce und Erbsencreme begleitet, unter dem Rindscarpaccio (25.50 Fr.) versteckt sich Brot, und auch beim frittierten Pizzateig (6.50 Fr.) konnten wir nicht widerstehen.

Wir sind am Schluss so satt, dass wir die Dessertkarte nicht einmal anschauen. Und das kommt selten vor. Das Santo Bevitore ist ein Ort, der mit einer Gruppe essfreudiger Freunde definitiv mehr Spass macht als zu zweit.

Santo Bevitore
Rotwandstr. 49
8004 Zürich
Tel. 044 242 61 61
www.osteria-santobevitore.ch

Preise
Vorspeisen 6.50 bis 28.50 Franken,
Hauptspeisen 24.50 bis 54.40 Franken

Öffnungszeiten
Mo–Fr 11.30–14.30 Uhr,
18–23 Uhr, Sa 18–23 Uhr

Erstellt: 11.09.2019, 15:57 Uhr

Neues an der Rotwand-/ Bäckerstrasse

Akaraka
Bäckerstr. 30 8004 Zürich
www.akaraka.ch


Das beliebte koreanische Restaurant befand sich vorher in Altstetten und ist vor drei Monaten in den Kreis 4 gezogen. Es gibt koreanische Lauchpfannkuchen, würzige Pouletgerichte oder Bibimbap: eine Art koreanische Bowls mit Chilipaste, die in einem heissen Steintopf serviert werden.

Pho Mai
Rotwandstr. 51 8004 Zürich
www.phomai.ch


Auch dieses vietnamesische Restaurant ist neu. Man soll sich von der etwas lieblosen Einrichtung nicht abschrecken lassen: Das Essen ist gut und frisch; empfehlenswert sind vor allem die Suppen. Unser Favorit: jene mit Gemüse und mit Crevetten-Wan-Tans. Mittags gibts auch ein Buffet und ein paar Aussenplätze.

Garbo
Bäckerstr. 62 8004 Zürich
www.garbozuerich.ch


Das Garbo ist nicht nur ein Restaurant mit Hotel, sondern verfügt auch über eine grosse Bar. Ein idealer Ort also, um sich im Partyviertel vor dem Ausgang zu stärken. Kürzlich hat der Küchenchef gewechselt. Adrian Schoetzau setzt auf Tatar oder Randenrisotto.

Bund 39
Bäckerstr. 39 8004 Zürich
www.facebook.com/Bund39

Dieser im Frühling eröffnete Chinese mit Spezialitäten aus Shanghai hat Zürich im Nu erobert. Das hat auch mit der netten Gastgeberfamilie um Zhijian Chen zu tun. Er war in jungen Jahren in China ein bekannter Schauspieler.

Artikel zum Thema

Hier gibts Zmittag für unter 20 Franken

Es muss nicht immer Take-away sein: Wo man in Zürich ein günstiges und gutes Mittagessen bekommt. Mehr...

Das «Campo» bringt Italianità auf den Helvetiaplatz

Die Crew von Café Lang und La Stanza hat auf dem Helvetiaplatz ein neues Boulevardcafé eröffnet. Jedes Detail der Einrichtung ist instagrammable. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Blogs

Sweet Home Einfach speziell

Mamablog Unperfekter Haushalt? Perfekt!

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Mit Augenringen: Kinder präsentieren in der Shougang-Eishockey-Arena Bing Dwen Dwen das Maskottchen der Winterspiele 2022 in Peking. (17. September 2019)
(Bild: Xinyu Cui/Getty Images) Mehr...