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Hier prickelt es auf der Zunge

Wer die betäubende Wirkung des Sichuan-Pfeffers mag, ist im Beyond richtig. Die Küche ist traditionell chinesisch.

Schicker als früher: Das neue Beyond in der Enge.
Schicker als früher: Das neue Beyond in der Enge.
Andrea Zahler

Über 15 Jahre lang befand sich das Restaurant Beyond an der Zollstrasse beim Bahnhof. Es gilt als eines der ersten Lokale der Stadt, die auf Spezialitäten aus der südwestlichen Sichuan-­Region setzten. Vor ein paar Monaten ist es in die Enge gezogen und kommt nun schicker, moderner und weniger karg daher als früher: Die langen Holzbänke sind bequemen Polsterstühlen gewichen; an den Wänden des zweitstöckigen Raumes hängen Teppiche und fast kitschfreie Dekorationen. Die auffallend vielen chinesischen Business-Leute scheinen ein untrügliches Zeichen dafür zu sein, dass hier keine europäisierte China-Küche auf den Tisch kommt.

Neue Erscheinung: Das Beyond neu in der Enge. Bild: Andrea Zahler
Neue Erscheinung: Das Beyond neu in der Enge. Bild: Andrea Zahler

Wir kommen sofort ins Gespräch mit unseren Tischnachbarn, einem Bündner und einer Singapurerin, die uns erzählen, dass sie Stammgäste seien. Sie warnen uns davor, dass einige Gerichte sehr scharf seien, was typisch ist für die Sichuan-Küche. Weil wir, was Schärfe angeht, nicht sehr viel vertragen, lassen wir uns als Hauptgang von ihnen zwei milde Klassiker empfehlen. Ein Glücksfall, weil wir sowieso überfordert sind mit der Auswahl: Auf der chinesisch-deutschen Karte finden wir über 40 Gerichte. Zudem legt uns die Kellnerin fünf Minuten später eine weitere Menukarte auf den Tisch, in der zusätzliche Wok-, Nudel- und Reisgerichte zu finden sind.

Keine europäisch adaptierte Importküche

Die Vorspeise, die wir ohne Nachbarschaftshilfe ausgewählt haben, ist ein Volltreffer. Beim gebratenen Frühlingszwiebelbrot handelt sich um eine Art Pfannkuchen (7.50 Fr.), der grosszügig mit den grünen Zwiebeln gefüllt ist. Ein super Snack mit Suchtfaktor, der perfekt zum süffigen Tsingtao-Bier (5 Fr.) passt.

Das Gong Bao-Poulet (24.50 Fr., inkl. Reis), das uns der Bündner ans Herz legt, ist ebenfalls eine gute Wahl. Die Sichuan-Pfefferkörner und die milden, getrockneten Chilischoten haben einen betäubenden Effekt und harmonieren gut mit der Sauce aus Soja und Zucker. Teil der Speise sind auch Wasserkastanien; ein chinesisches, süssliches Gemüse, das aussieht wie gekochter Knoblauch und in der Konsistenz an Apfel erinnert. Eine richtige Entdeckung! Schade nur, hat die Kellnerin vergessen, dass wir eine Peperoni-Unverträglichkeit haben. So müssen wir das verhasste Gemüse ­umständlich aussortieren.

Harmonisiert nicht nur geschmacklich: Gong Bao-Poulet mit Reis. Bild: Andrea Zahler
Harmonisiert nicht nur geschmacklich: Gong Bao-Poulet mit Reis. Bild: Andrea Zahler

Im Vergleich zum Gongbao kommen die überbackenen Rindfleischstreifen (31.50 Fr.), die optisch an Würmchen erinnern, etwas trocken daher. Vielleicht hätten wir sie statt mit Salz und Pfeffer mit einer Soja-Knoblauch-Sauce bestellen sollen. Ansonsten schmecken die Rindsstreifen gut, und auch hier sind die ausgewogenen, süss-würzigen Aromen der Sichuan-Küche klar ­erkennbar. Genauso wie beim Tofu (22.50 Fr.), der mit Schweinehackfleisch gedünstet ist und wiederum grosszügig mit Sichuan-Pfeffer ­abgeschmeckt ist. Von dessen Prickeln auf der Zunge bekommen wir einfach nicht genug.

Beyond

Claridenstr. 36 8002 Zürich Tel. 043 366 83 45 www.restaurant-beyond.ch

Öffnungszeiten

Mo–Fr 11.30–14 Uhr, 18–22 Uhr, Sa / So 18–22 Uhr

Preise

Speisen 7.50–35.50 Franken

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