Hoch die Tassen!

Letztes Jahr gab Stefan Wieser sein Freieck im Seefeld auf. Jetzt ist er zurück und haucht einer Institution neues Leben ein.

Stefan Wieser hat nach dem Sabbatical eine neue Aufgabe gefunden.

Stefan Wieser hat nach dem Sabbatical eine neue Aufgabe gefunden. Bild: Doris Fanconi

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Seit 1885 ist die im 13. Jahrhundert erbaute Weisse Rose gleich hinter dem Bellevue eine Beiz. So lohnenswert wie jetzt war ein Besuch dort aber wohl selten. Das Angebot auf der Karte ist zwar sehr übersichtlich, der neue Chef Stefan Wieser sucht die Produkte für seine Gerichte aber mit grosser Sorgfalt aus und bereitet sie ebenso zu. Bestes Beispiel: der zarte Kalbskopf (25 Fr.), den eine hervorragende Gemüsevinaigrette und knuspriges Brot begleiten. Wo sonst in Zürich bekommt man diese Spezialität, die Kenner entzückt und manchen Durchschnittsesser erschreckt? Einziger Kritikpunkt: Statt Messer und Gabel bräuchte es zum Kalbskopf einen Löffel, damit immer genug Vinaigrette auf die köstlichen Stücke kommt.

Auch einen Klassiker aus dem Freieck hat Wieser mitgebracht: seine Riesbacher Hacktätschli (28 Fr.), in denen neben Rindfleisch unter anderem Lauch, Majoran und Thymian, aber keine Eier stecken. Dazu gibts hausgemachten Kartoffelsalat mit Essiggurken und Schnittlauch, schön leicht und ausgezeichnet abgeschmeckt. Die Zeiten, in denen in der Weissen Rose selbst zu den Weisswürsten Kartoffelsalat mit Mayonnaise serviert wurde, sind Gott sei Dank vorbei.

Crème aus dem Rahmbläser

Weitere Gerichte mit dem Zeug zum Evergreen: die würzige Hopfenwurst (25 Fr.) vom Hopfentropfen in Unterstammheim mit Kartoffelsalat und die auch im Frühling vorzügliche Gerstensuppe (15 Fr.), die Wieser nach seiner Bündner Geschäftspartnerin Nasti Schmid benannt hat. Wer auf Süsses aus ist, wählt zwischen einem lauwarmen Schoggikuchen (10 Fr.) und einer gebrannten Crème aus dem Rahmbläser, die der Chef noch mit gerösteten Mandeln bestreut. Achtung, Suchtgefahr!

Die Weinauswahl reicht vom Zürcher Riesling-Sylvaner AOC Burghalde (52 Fr.) bis zum Plozza IGT Terrazza Reiche di Sondrio 2012 (158 Fr.), einem Nebbiolo aus dem Veltlin. Offen sind je drei Weisse (7.50–8 Fr./dl) und Rote (8.50–11 Fr.) sowie ein Süsswein (9 Fr.) zu haben. Bierliebhaber trinken Stammheimer Hopfenbräu und Appenzeller. ?Hahnenwasser à discrétion kostet 5 Franken pro Person. Das Publikum – ein veritables Niederdorfpanoptikum – ist stets vergnügt und kommunikativ, bisweilen laut und ziemlich trinkfreudig. Genau so muss das in einer richtigen Weinstube sein!

Weisse Rose, Torgasse 9, 8001 Zürich. Di–Sa 11–23 Uhr www.weinstube-weisserose.ch (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.04.2018, 11:13 Uhr

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