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Kokos statt Butter

Gleich drei vegane Lokale mit Gebäck und Kuchen eröffneten kürzlich. Auch Nichtveganer werden hier glücklich.

Fast zu schön, um gegessen zu werden: Vitrine bei Lola's Kitchen in Wiedikon.
Fast zu schön, um gegessen zu werden: Vitrine bei Lola's Kitchen in Wiedikon.

Pflanzliche Ernährung ist in Zürich kein Mikrotrend mehr. Im Wochentakt eröffnen neue Betriebe mit veganen Konzepten. Wie der riesige Laden der Zürcher Firma Noshballs an der Bahnhofstrasse, in dem kleine Snack-Bällchen aus Datteln, Cashewnüssen und anderen Zutaten verkauft werden, oder Kle, ein neues Lokal in Wiedikon, das gerade in aller Munde ist.

Keine Pseudeprodukte

Besonders sichtbar ist die vegane Bewegung in Form von Cafés, wo es ausschliesslich Getränke mit Hafer- oder Sojamilch und nur veganes Gebäck gibt. Im Vergleich zu Produkten wie Pseudofleisch oder -käse, die teilweise künstliche, chemische Zusatzstoffe enthalten, und die sich Nichtveganer nicht freiwillig antun, ist die Situation bei Backwaren eine andere: Die veganen Gipfeli, Zimtschnecken oder Mandelgipfel, die es im neuen Café Sprössling beim Schaffhauserplatz gibt, unterscheiden sich geschmacklich und preislich kaum von den Originalen. Das Gipfeli (1.90 Fr.) enthält statt Butter Margarine, ist luftig und weniger fettig. Sogar das «Chäschüechli» (5 Fr.) mit Sojamasse ist weniger fad als erwartet. Es ist mit einer kräftigen Currymischung abgeschmeckt.

Auch am Brupbacherplatz kann man sich derzeit mit Backwaren auf pflanzlicher Basis eindecken. In der Gelateria di Berna, die in der Winterpause weilt, hat sich Bakery Bakery von Outlawz eingemietet. Das vegane Food-Unternehmen Outlawz Food aus Bern hat in der Hauptstadt das erste vegane Diner der Stadt aufgebaut und verkauft jetzt in Zürich nicht nur vegane Backwaren, sondern auch Berner ­Spezialitäten, etwa Nidletäfeli auf Kokos-Soja-Basis (5.90 Fr./Pack).

Die Nachfrage ist gross

Das Geschäft laufe gut, erzählt Outlawz-Mitgründer Kevin Schmid. «Wir wollen», sagt der gelernte Koch, «etwas Fixes in Zürich ­eröffnen.» Alina Russ hat das gerade hinter sich: Seit Ende 2019 führt sie mit Lola’s Kitchen den ersten veganen Cake-Shop der Schweiz. Zum Opening kamen 500 Personen. Die Himbeer-, Feigen- oder Apfelcrumblekuchen, die Russ zuvor nur über einen Lieferdienst vertrieben hat, sind so schön, dass man sich kaum traut, sie zu essen.

Gebaut sind sie aus verschiedenen Schichten – einem Fundament aus Nüssen, Kokos oder Datteln sowie aus Cashew-, Kokoscreme- oder Früchtemasse. Statt raffinierten Zuckers kommt Agavendicksaft zum Einsatz. Die ausgewählten Zutaten und die Arbeit – alles entsteht von Hand in Wiedikon – rechtfertigten denn auch den Preis (8.50 Fr./Stück). An die Herzhaftigkeit eines süssen Cakes direkt aus dem Ofen kommen diese supergesunden, rohen Kreationen nicht ganz heran. Eine ­Alternative für all jene, die Unverträglichkeiten haben, schon. Die Kuchen sind nämlich auch glutenfrei.

Die neuen Adressen

Sprössling Hotzestr. 65, 8006 Zürichwww.sproessling.info

Bakery Bakery Weststr. 196, 8003 Zürichwww.bakerybakery.ch

Lola's Kitchen Steinstr. 27 8003, Zürichwww.lolaskitchen.ch

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