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Mehr als Bier

Wenn sich beim Trinken Hunger anschleicht, kann man in diesem Pub beruhigt sitzen bleiben.

Hier darf man schmatzen – der Geräuschpegel ist hoch.
Hier darf man schmatzen – der Geräuschpegel ist hoch.
Reto Oeschger

Immer wieder wird behauptet, drei Pint Guinness seien eine vollwertige Mahlzeit. Was aber, wenn der Hunger trotzdem kommt? Soll man ein Haus weiter ziehen? Oder doch gleich vor Ort etwas Handfestes bestellen? In der bereits 18. Folge unserer Wunschbeiz-Serie haben wir drei Pubs zur Wahl gestellt – mit 42 Prozent der Stimmen haben die Leser entschieden, dass wir das Kennedy’s Irish Pub an der Europaallee testen sollen.

Bei unserem Besuch am Freitagabend fällt uns einiges auf: Erstens ist der Geräuschpegel aussergewöhnlich hoch, was nicht an der Musik, sondern an laut plaudernden Gästen liegt. Zweitens wird die Bestellung sogar auf Zürichdeutsch verstanden, ebenso wird auf das sofortige Einkassieren des Biers verzichtet. Und, da staunen wir am allermeisten, als wir fürs Essen vom Bartresen hinüber an eines der Tischchen wechseln wollen – scheint auch dies kein Problem zu sein. Das Personal hat den Laden, positiv gemeint, im Griff.

Und die Küche? Die Onion-Rings (10 Fr.) sind noch wenig überzeugend. Die Panade ist zu dick, die Tartaresauce wirkt industriell. Positiv fällt auf, dass das Frittieröl offenbar frisch und sauber ist. Bei den knusprigen Pommes frites als Beilage zu den Hauptgängen bestätigt sich dieser Eindruck.

Was durchs Band keine Freude macht, sind die Salatdekorationen auf den Speisen. Sie sind in einem Pub per se unnötig, und wenn eine Gurke so dermassen nach Gras schmeckt (kein Wunder, im Januar!), gehört sie definitiv nicht auf einen Teller, nicht einmal als Verzierung.

Zum Hauptgang verzehren wir marinierte Spareribs (28.50 Fr.), die hier schweizerisch geschnitten sind, also auch als Brustspitz durchgehen. Das Fleisch ist tadellos bis zum Knochen durchgegart, fürs Geld gibts genug, nur der Coleslaw nebenher ist zu mayonnaiselastig. Auf dem zweiten Teller liegt ein Lammburger, wir sind ja in einem irischen Pub. Die Idee, das angenehm lämmelnde Fleisch mit Fetakäse, Spinatblättern und Tsatsiki zu ­vermählen und in einem getoasteten Pitabrot zu servieren, funktioniert. Nur ist das Brot zu gross im Verhältnis zum Burger. Aber was solls? It’s just Pub-Food, da darf man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben.

Vielleicht hätten wir einen Beef & Guinness Pie bestellen sollen, wie er am Nebentisch serviert wird. Der sieht verdammt gut aus – den merken wir uns. Denn wir kommen sicherlich wieder ins Kennedy’s. Und sei es nur für drei Pint Guinness.

Mo–Do 11.30–24 Uhr, Fr–Sa 11.30–2 Uhr, So 13–22 Uhr. Hauptspeisen 19–28.50 Franken, Tagesmenüs 21 Franken (für Studenten 18 Franken)

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