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Pizza und Pasta im Innenhof

Die Brasserie Bernoulli ist einem unkomplizierten italienischen Lokal gewichen. Es passt gut ins Quartier.

Oval und hausgemacht: Pizzas im Cucina; Teigwaren mit Sauce.
Oval und hausgemacht: Pizzas im Cucina; Teigwaren mit Sauce.
Raisa Durandi

Auf den ersten Blick hat sich wenig geändert: Die karge Einrichtung ist geblieben; das Fenster noch immer mit «Brasserie Bernoulli» ­angeschrieben. Auf den zweiten Blick erkennt man aber sanfte Anpassungen: Die Wand ist nun weinrot und nicht mehr gelb; die Tische sind anders platziert.

Die Brasserie Bernoulli gegenüber der gleichnamigen Wohnsiedlung war eine Institution mit 13 «Gault Millau»-Punkten. Sie hat im Frühjahr geschlossen. Im April ist das Restaurant Cucina eingezogen. Es gehört zum Imperium von Aydin Yildirim, der in der Stadt nun vier Cucina-Filialen betreibt; ­darunter auch jene in der ehe­maligen New-Point-Location in der Nähe der Sihlpost. Die Kette des gebürtigen Türken steht für preiswerte Italoküche.

Heterogene Gästeschar

Im Quartier scheint diese positiv aufgenommen worden zu sein. Die hübsche Terrasse, die fast nahtlos in einen grünen Innenhof übergeht, ist abends trotz 34 Grad im Schatten fast ausgebucht. Die Gästeschar ist auffallend heterogen: Gruppen mit Bauarbeitern, Leute, die mit nassen Haaren und Badelatschen von der nahen Werdinsel kommen, Bürogummis aus den nahen Geschäftshäusern sowie Familien mit Kindern, die schnell Freundschaft schliessen und im Hofgarten verschwinden.

Pasta statt «Gault Millau»-Punkte: das Cucina an der Hardturmstrasse. Bild: Raisa Durandi
Pasta statt «Gault Millau»-Punkte: das Cucina an der Hardturmstrasse. Bild: Raisa Durandi

Auch die Tochter schleicht sich nach hastig verdrückten Penne ohne Sauce (12.50 Fr.) weg, sodass wir in Ruhe die Karte studieren können. Sie konzentriert sich auf Pizza und Pasta; dazu kommt eine Saisonkarte. Dass dort nicht nur das «Rostbeef», sondern auch das «bon appetito!» falsch geschrieben ist, stört uns, schliesslich sind wir von der Sprachpolizei.

Vorzügliche Pizzas

Die knusprig gebackenen, ovalen Pizzas, eine Margherita (17.50 Fr.) und eine Genovese mit Pesto und Ricotta (20.50 Fr.), schmecken dafür vorzüglich. Weniger ins Herz schliessen wir den Salat mit Fenchel und Orangen (13.50 Fr). Farblich hübsch anzusehen, hätte dem Gericht etwas mehr Olivenöl oder Zitronensäure nicht geschadet; Sauce ist kaum auszumachen.

Moderner Italiener: das Innern des neuen Cucina. Bild: Raisa Durandi
Moderner Italiener: das Innern des neuen Cucina. Bild: Raisa Durandi

Bei den mit Sprossen verzierten, hausgemachten Pappardelle Casalinga (29.50 Fr.) wiederum stimmt das Verhältnis zwischen Sauce und Teigwaren – Kalbfleisch, Speck, Tomaten und Salbei bilden eine perfekte Mischung. Die grosse Weinkarte lassen wir wegen des heissen Wetters aussen vor, dafür leeren wir zwei Perroni-Fläschchen (6.50 Fr.). Der Sirup für das Kind, das durstig vom Spielen zurückkehrt, ist extra dünn. Damit es keinen Zuckerschock erleide und gut schlafen könne, wie die freundliche spanische Kellnerin betont.

Hardturmstr. 261 Tel. 044 563 87 37www.cucinarestaurant.ch

Öffnungszeiten

Mo–Fr 10–14 Uhr /17–23 Uhr, Sa 17–23 Uhr

Preise

Vorspeisen 9.50–24.50 Franken Hauptspeisen 17.50–49.50 Franken

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