Renaissance im Riegelhaus

Im Sihltal gibts sorgfältig zubereitete Gerichte, die auch eine längere Anfahrt lohnen würden. Vor allem Fleischliebhaber sind hier bestens aufgehoben.

Das Haus wurde erstmals 1824 erwähnt, ein Gasthof ist die Krone seit 1867.

Das Haus wurde erstmals 1824 erwähnt, ein Gasthof ist die Krone seit 1867. Bild: Thomas Burla

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Von Adliswil kennen viele Stadtzürcher nur den Bahnhof und die Felseneggbahn. Das ist zumindest aus gastronomischer Sicht ein Versäumnis. In der Krone, einem 1824 erstmals erwähnten Riegelhaus, verwirklicht seit ein paar Monaten ein engagiertes und talentiertes Team seine Vision vom gepflegten Landgasthof. Pächter Harry Brauner und Küchenchef Ronny Jahnel setzen mehrheitlich auf klassische Gerichte, lassen aber auch Raum für Überraschendes und Kreatives.

Beispielhaft hierfür ist die wunderbar schaumige Hokkaidokürbissuppe mit Urkarottenespuma, Mango und Gurke (20 Fr.). Die Espuma wird in einem separaten Schälchen serviert und bedeckt eine unter anderem mit Zitronengras aromatisierte Riesencrevettenpraline. Zum Nüsslisalat (18 Fr.) an nicht zu süssem und deshalb passendem Cranberrydressing gibts Pastinaken, Röstzwiebeln und ein bei 63° Celsius gegartes, wachsweiches Ei vom Bauernhof Stockengut im benachbarten Kilchberg.

Überhaupt legt der Küchenchef grossen Wert darauf, seine Zutaten möglichst in der unmittelbaren Umgebung zu beziehen. Da trifft es sich gut, dass wenige Kilometer weiter, im sonst nur als Hochburg des Squashsports über das Sihltal hinaus bekannten Langnau am Albis, der ausgezeichnete Biometzger Karl Abegg zu Hause ist. Kalb, Rind und Poulet kommen allesamt von Abegg, der bereits seit 1999 ausschliesslich Fleisch nach KAG-Freiland-Standards verarbeitet und verkauft.

Der Qualitätsunterschied zwischen dem hier als Hauptgang servierten Kalbsentrecôte (160 g/ 52 Fr.) und einem herkömmlichen Kalbssteak ist dann auch gewaltig. Das Fleisch ist butterzart, saftig und aromatisch, das Salbeikrüstchen eine gelungene Ergänzung. Dazu gibts Rahmspinat und einen noch bissfesten, nicht über Gebühr rahmigen Kartoffelgratin. Das Rindsfilet (180 g/ 59 Fr.), punktgenau medium-rare gegart und von ausgezeichneter Kräuterbutter begleitet, ist ein weiterer Beweis für die Sorgfalt der Küche und die Expertise des Metzgers.

Kalb, Rind und Poulet kommen allesamt von Biometzger Karl Abegg. Foto: Thomas Burla

Vegetarier habens in der Krone ein wenig schwer, der einzige Hauptgang ohne Fisch oder Fleisch auf der Karte sind die handgemachten Tagliatelle mit schwarzem Trüffel aus Thalwil (39 Fr.), es gibt allerdings zusätzlich noch Tagesempfehlungen, die den Gästen auf einer grossen Schiefertafel präsentiert werden.

Das Dessert mit Namen «Grosis gebrannte Crème meets Birne Belle Hélène» (18 Fr.) entpuppt sich als feinherb-fruchtige Kombination aus Birne, Schokolade, Vanille, Caramel und Kaffee. Das hausgemachte Himbeersorbet (5.50 Fr.) erfrischt und erfreut gleichermassen.

Zur sorgfältigen Küche passt der liebenswerte und aufmerksame Service. Mittags bietet die Krone drei Menüs inklusive Suppe oder Salat zwischen 23.50 und 29.50 Franken an. Die Weinkarte reicht vom offenen Weissen aus Sizilien für 7.50 Franken pro Deziliter bis zum Château Cos D’Estournel 2008 (225 Fr.), einem Bordeaux mit 94 Parkerpunkten. Wer Champagner liebt, wird sich über die 7,5-dl-Flasche Bollinger Special Cuvée für faire 98 Franken freuen. Die halbe Flasche ist für 58 Franken zu haben.

Di–Sa 11–14.30 Uhr und 17–23 Uhr
Vorspeisen 18–29 Franken
Hauptspeisen 37–59 Franken
(Zueritipp)

Erstellt: 11.01.2018, 15:07 Uhr

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