Voll im Saft

Gepresste Obst- und Gemüsesäfte werden immer beliebter. Die kleine Sasu Juicebar mischt da genauso mit wie globale Player.

Vitaminbomben mit Film-Namen wie Taxi Driver und Basic Instinct: Saft-Auswahl im Sasu.

Vitaminbomben mit Film-Namen wie Taxi Driver und Basic Instinct: Saft-Auswahl im Sasu. Bild: Reto Oeschger

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Viermal mehr Kunden als sonst beträten wegen der Detox-Saison seinen Saftladen Sasu, erzählt David Kaldeck. Für ambitionierte Kunden bereitet er Cleanse-Programme vor: Gemüse- und Fruchtsäfte für mehrere Tage, die eine Kur begleiten. Purer und konzentrierter als in Form von Juices aus frischen Obst- und Gemüsesorten, die im Entsafter kalt gepresst wurden, kommt man in diesen Wintertagen jedenfalls nicht zu Vitaminen.

Denn anders als bei pasteurisierten Säften bleiben sämtliche Nähr- und Vitalstoffe enthalten. Alleine für die kleinste Portion jagt Kaldeck zwei fette, lange Rüebli, eine Rande, eine Orange und ein Stück Ingwer durch einen Profi-Entsafter. So viel Grünzeug essen wir nicht mal an zwei Tagen.

Kaldeck, der früher Chefkoch im Rosso war, mag das Saftbusiness: Letztes Jahr hat der Nicht-Veganer die vegane Saftbar Sasu (ehemals Sasou) umgebaut und übernommen; 2015 den Saftlade in der Altstadt. Das legendäre Eck-Lädeli an der Münstergasse, das auch bekannt ist für frisch gemachte Suppen und Sandwiches, gibt es schon seit 1990, es gilt als Pionier für frisch gepresste Säfte. Der wirklich grosse Juice-Trend schwappte allerdings erst vor etwa fünf Jahren nach Zürich.

Das Business mit den Saftbars

Infolge des Fitness- und Gesundheitstrends, der, gepaart mit einem veganen Hype, aus den USA nach Europa kam, machten sich immer mehr Unternehmen breit, die Kunden mit Säften aus auschliesslich pflanzlichen Rohstoffen versorgen.

Besonders erfolgreich ist das 2002 gegründete Unternehmen Joe and the Juice aus Dänemark. Es hat in den letzten anderthalb Jahren in Zürich an bester Lage vier Filialen eröffnet. Die Musik ist laut, die Mitarbeiter sind jung, Kunden sind vor allem Expats. Bei der Bestellung muss man wie bei Starbucks den Vornamen angeben und warten, bis man aufgerufen wird.

Das amerikanische Vorbild ist unübersehbar, auch in Sachen Wachstum: alleine 2018 wurden weltweit 70 neue Filialen eröffnet. Auch die vegane Schweizer Kette Rootsandfriends betreibt Standorte, an denen kalt gepresste Vitaminbomben bestellt werden können.

Der Inhalt zählt

Was alle Saftläden vereint: Sie bieten auch kleine Snacks wie Bowls, Energyballs aus Datteln, Sandwiches oder Kaffee an, und es scheint eine Art Regel zu sein, dass die ausschliesslich englischen Namen der gesunden Säfte ausgefallen sein müssen. Bei Joe and the Juice steht die gewünschte Wirkung – Sellerie, Zitrone und Apfel für «Young Blood» – im Zentrum; im Sasu sind die Drinks nach Filmtiteln benannt. Das Pendant zu Young Blood heisst dort Taxi Driver.

Viel wichtiger als eine lustige Namensgebung ist für David Kaldeck allerdings, dass der Inhalt seiner Säfte ausschliesslich bio ist (was bei der Konkurrenz nicht überall der Fall ist). «Schliesslich verarbeiten wir ungekochte Zutaten», sagt der Koch. Er arbeitet seit Jahren mit dem Lieferanten Picobio zusammen und achtet darauf, dass ausländische Früchte per Schiff in die Schweiz transportiert werden.

Dies oder auch die geballte Menge an Zutaten, die er für die Säfte brauche, rechtfertige seine Preise (3 dl/9 Fr., 4 dl 11.50 Fr.), so Kaldeck. Wer allerdings jemals in Brasilien oder Indien war und dort für ein paar Rappen frischen Saft getrunken hat, den wird auch bio nicht trösten. Denn am besten schmecken frisch gepresste Säfte immer noch an jenen Orten, wo das Obst direkt vor der Haustür wächst.

Sasu
Neugasse 41
8004 Zürich
www.sasu-juice.ch

Öffnungszeiten
Mo–Fr 7–18 Uhr; Sa 9–16 Uhr

Erstellt: 16.01.2019, 18:02 Uhr

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