Schaukeln zu Sushi und Frühlingsrollen

Das neue Nooch beim Bezirksgebäude hat unseren Kids-Test bestanden.

Mit Röstzwiebeln oder Mango: Vegi-Sushi.

Mit Röstzwiebeln oder Mango: Vegi-Sushi. Bild: Reto Oeschger

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Meine Kinder mögen asiatische Restaurants. Beim Japaner können sie von Sushi kaum genug kriegen. Beim Chinesen gehören Frühlingsrollen und Dumplings stets zur Bestellung, beim Thailänder mögen sie den gedämpften Reis. Und das Essen mit Stäbchen ist für sie immer wieder eine Challenge.

Als ich ihnen sage, wir würden das Nooch beim Bezirksgebäude testen, braucht es nicht viel Überzeugungsarbeit. Denn in dieser Kette werden verschiedenste asiatische Kochstile vermengt. Und es ist den Kleinen – anders als den kulinarischen Besserwissern – herzlich egal, dass dies so authentisch ist, wie wenn in einem europäischen Gasthaus in Asien zugleich Paella und Pizza angeboten würden.

Beim Essen wird geschaukelt

Das Lokal im Kreis 4 gehört zur Fredy Wiesner Gastronomie, die hier zuvor peruanische Kost feilbot und sich nun für eine Konzeptanpassung entschieden hat. Die Begeisterung des Nachwuchses ist gross, als wir an einem Donnerstagabend über die Türschwelle treten. Plätschernde, mit Pflanzen gefüllte Wasserbecken prägen den Eingang. Und statt Stühlen hängen an einigen Tischen Schaukeln von der Decke. «Können wir hier sitzen?», rufen die Kids unisono.

Kolonialstil und Schaukeln: Blick in den vorderen Teil.

Als Erwachsener weiss ich zwar nicht, wo ich meinen Mantel (sonst an der Stuhllehne) hinhängen soll, und auch das ständige Hin und Her der Kinder nervt ein wenig – aber was macht man nicht alles, damit Tochter und Sohn zufrieden sind. Aus dem gleichen Grund habe ich auch hausgemachten Eistee (4.20 Fr./2,5 dl) und Edamame («an denen könnte ich mich satt essen!») bestellt. Ich nippe an einem japanischen IPA (8.20 Fr.), nebenher gibts frittierten Federkohl (6.50 Fr., wie die Edamame), den mein Sohn deshalb spannend findet, weil sich die Blätter im Mund überraschend schnell auflösen.

Experimente mit Wasabi

Der Alkohol im Bier dünkt mich sehr gut eingebaut (in der Karte ist von «8 Volumenprozent» die Rede), bis ich merke, dass gemäss Flaschenetikett nur 5% drin sind. Die elfjährige Tochter, die seit einigen Monaten auf Fleisch verzichtet, erfreut sich an der gemischten, vegetarischen Sushi-Platte «Nagoya Hostel» (21.50 Fr.). Dazu gehören Rainbow-Rollen mit Mango, verschiedene Makis oder eine Miso-Rolle mit Avocado, Frischkäse, Süsskartoffeln und Röstzwiebeln.Am allerbesten schmeckt ihr die «Levantin Roll», die purpurrot leuchtet und ungeheuer gesund aussieht. Dafür wird schwarzer Sushi-Reis verwendet, hinein kommen Edamame und Granatapfelkerne.

Wie ich den Reis in den Sushi finde, fragen mich die Kids: Der leichte Biss gefällt mir, eine Spur säuerlicher könnte er jedoch sein. Der achtjährige Sohn isst da und dort mit und hat dafür ein Tellerchen bekommen. Erst macht er seine üblichen Experimente mit der Wasabipaste («uii, das kitzelt»), danach nimmt er von den Frühlingsrollen, die er als gelungen knusprig einschätzt.

Die Sauce zu den vegetarischen Gyozas (11.50 Fr.) sei weder zu salzig noch zu würzig, meint er. Er ist eigentlich ein Fleischtiger, kann aber mit der Ente in meiner asiatischen Nudelsuppe mit Ramen (26 Fr.) wenig anfangen. Mir fällt dagegen auf, dass das darin schwimmende Ei im Kern noch leicht flüssig, das Gemüse angenehm knackig ist – das passt. Kritisieren könnte man, dass die Suppe als Ganzes geschmacklich eine Spur zu brav daherkommt.

Das Essen wird schnell serviert und gegessen, sodass die Kinder nicht nur die Räumlichkeiten, sondern auch den WC-Bereich im unteren Stock erkunden, wo sie in einer Schale chinesische Glückskekse finden. Danach zieht die Tochter für einen Moment sogar in Betracht, hier mit ihren Freundinnen den nächsten Geburtstag zu feiern. Fast schon die Höchstnote.

Nooch
Badenerstr. 101
8004 Zürich
Tel. 043 317 17 70
www.nooch.ch

Öffnungszeiten
Mo–Sa 11–23 Uhr,
So 12–22 Uhr

Preise
Vorspeisen 6.50–25.50 Franken,
Hauptspeisen 20.50–32 Franken,
Sushi-Platten ab 21.50 Franken (für 1 Person) /
48 Franken (für 2 Personen)

Erstellt: 05.02.2020, 17:00 Uhr

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