Auf ein Wiener Schnitzel ins Hofwiesen

Die moderne Quartierbeiz bietet währschafte Kost aus Österreich.

Mögen alle: der Klassiker. Fotos: Fabienne Andreoli

Mögen alle: der Klassiker. Fotos: Fabienne Andreoli

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Quartierlokale sind die letzten Inseln der unaufgeregten Gastronomie. Dass an solchen Orten ein besonderer Geist herrscht, zeigt unsere Serie. Dank Tipps von Bekannten und von Lesern, die uns regelmässig per Mail ihre bevorzugten Quartierperlen verraten, entdecken wir monatlich eine neue. Diesmal wurde uns das Gasthaus Hofwiesen im Kreis 6 empfohlen. Es liegt direkt an der Grenze zu Oerlikon – in der Nähe des Radiostudios und gegenüber der Tramhaltestelle Badi Allenmoos.

Der Ort: Urchiges Holz oder alpinen Chic, wie man ihn eigentlich in einer österreichischen Beiz erwarten könnte, suchen wir ­vergebens: Die vorherrschende Farbe im modern ausgebauten, auffallend weiblich eingerichteten Restaurant ist Weiss; die ausladende Bar ist sogar rosa. Es laufen Schmusesongs von Sade bis Stevie Wonder. Mit einem Weinkeller, einem Stübli und einem Fumoir verfügt das Lokal über mehrere Räumlichkeiten, die sich für ­Anlässe mieten lassen, sowie über behindertengängige Toiletten.

Das Publikum: Zuerst sind da nur Paare mittleren Alters. Doch gegen 21 Uhr tröpfeln noch zwei Gruppen herein; darunter zehn Frauen mit Sporttaschen, die sich nach dem Training am langen weissen Tisch ein Nachtessen gönnen. Die Gastgeber: Andrea Zimmermann, die früher das Restaurant Monte Primero in Hottingen geführt hatte, ist seit siebeneinhalb Jahren für das Gasthaus verantwortlich.

Ein Gastro-Komplex mit mehreren Räumen – inklusive Weinkeller.

Sie liess die ehemalige Knelle umbauen. Die Schweizerin hat die Küche unseres Nachbarlands nach Zürich importiert und füllt damit eine Marktlücke: Es gibt sonst in der Stadt Zürich abgesehen vom Bernerhof beim Stauffacher kein Restaurant, das diese Landesküche so konsequent umsetzt. Zimmermanns Kollegin Melanie Barth bedient uns schnell, sehr versiert und nimmt sich Zeit zum Plaudern. Sie trägt ein Dirndl.

Auf den Tischen stehen Branntweinflaschen.

Das Essen: Ob Schlutzkrapfen mit Paradeiser (26 Fr.), Serviettenknödel mit Waldpilzen, die man hier «Schwammerln» nennt (28 Fr.), oder das obligate Schnitzel (46 Fr., mit Gurken-Kartoffel-Salat): Fans der währschaften österreichischen Küche kommen hier auf ihre Kosten. Dank Vorspeisen wie einer vorzüglichen Brettljause mit Tirolerspeck (7.50 Fr.), Käsekrainer (9.50 Fr.) sowie einer riesigen österreichischen Weinkarte mit 100 Positionen kann man sich hier auch auf einen Apéro treffen.

Das gibts nur hier: Auf sämtlichen Tischen stehen verschiedene Flaschen mit Obstbranntweinen, vornehmlich vom österreichischen Brenner Gebhard Hämmerle.

Brettljause mit Käsekrainer.

Hofwiesen
Hofwiesenstr. 265
8057 Zürich
tel. 043 433 80 88
www.hofwiesen.ch

Öffnungszeiten
Mo–Fr 11.30–14 Uhr, 17.30–23.30 Uhr,
Sa 17.30–23.30 Uhr

(Züritipp)

Erstellt: 13.03.2019, 16:05 Uhr

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