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Wie bei Mama

Siri Neesers thailändische Ess-Stube Zawan ist eine Bereicherung für die Gegend um den Rigiplatz.

Thailändisches Tradition am Rigiplatz: Chicken Curry.
Thailändisches Tradition am Rigiplatz: Chicken Curry.
Fabienne Andreoli

Grelles Licht, schnelle Bedienung, Deko-Nippes und um die hundert durchnummerierte Gerichte auf der Karte – das gehört zum Rezept vieler zahlbarer Thai-Restaurants in Zürich. Nicht bei diesem kleinen, neuen Ecklokal am Rigiplatz.

Das Zawan (thailändisch für «paradiesisch») fokussiert auf das Wesentliche: Die Einrichtung ist reduziert, die Auswahl an Essen übersichtlich. Eine Karte gibt es nicht. Gastgeberin Siri Neeser empfiehlt die täglich wechselnden Menüs mündlich – und kommt immer wieder an unseren Tisch, um zu plaudern.

Vom Berner Oberland nach Zürich

Die ehemalige Finanzberaterin und Musikerin erzählt, sie habe sich mit dem kürzlich eröffneten Zawan einen Traum erfüllt. Möglich gewesen sei das, weil ihre Mutter mit an Bord sei. Diese ist extra vom Berner Oberland nach Zürich gezogen und kocht Gerichte, die von ihrer Heimat Isan, einem Grenzgebiet zu Laos im Osten Thailands, inspiriert sind.

Um einen Überblick über diese Küche zu gewinnen, wählen wir abends das Journey-Menü für 59 Franken pro Person, das verschiedene ­Vorspeisen, Hauptspeisen und ein Dessert enthält. Es steigert sich von Gang zu Gang: Während die hausgemachten Frühlingsrollen sowie die Crevettentaschen eher wenig Eindruck hinterlassen, setzt eine würzige Crevettensuppe mit einem Fonds aus Zitronengras und Limetten ein erstes Statement.

Auch gut schmeckt der frische Papayasalat mit ­gerösteten Erdnüssen. Letzterer ist das Aushängeschild der ostthailändischen, wenn nicht der ­gesamten Thaiküche. Wer die pikante Vorspeise «so richtig, richtig scharf» wünscht, wie Neeser sagt, bekommt sie mit eingelegten Krabben und viel Chili serviert, wie das im Isan üblich ist. Auch Currys, sowie ein Dessert aus der Pomelofrucht und einer selbst zubereiteten Hibiskus-Reduktion, gehören zur Reise.

Wodkadrink mit Hibiskussaft

Am besten schmeckt uns Nam Tok, ein lauwarmer, mit der Tagliata vergleichbarer Fleischsalat, wahlweise aus hauchdünn aufgeschnittenem Rindsfilet oder Schweinefleisch. Bestreut mit Kräutern und überträufelt mit einem Chili-Limetten-Dressing, ist das eine überraschend leichte Mahlzeit mit vielen geschmacklichen Facetten.

Gut dazu passst der burgunderähnliche Schweizer Pinot noir von Markus Jauslin. Weil Siri Neeser eine gute Verkäuferin ist, lassen wir uns nicht nur dazu überreden, die ganze Flasche (82 Fr.) zu nehmen, sondern gönnen uns auch noch einen Wodkadrink mit Hibiskussaft (15 Fr.). Wir verlassen das Lokal eine gute Stunde nach der offiziellen Schliessungszeit, ohne dass uns die Gastgeberin darauf hingewiesen hätte: Das Zawan ist mehr Stube als Restaurant, in der man auch mal verweilen darf.

Zawan

Rigiplatz 1 8006 Zürich Tel. 044 865 88 88www.zawan.ch

Öffnungszeiten

Mittag: Di–Fr 11.45–14 Uhr Abends: Di–Do bis 18–22 Uhr, Fr / Sa 18 - 23 Uhr, So 16–21 Uhr

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