Wodka vom Eisbären

Wenn Ljuba Manz zum Russischen Silvester lädt, bleibt keine Kehle trocken – seit mehr als einem Vierteljahrhundert.

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Zum kulinarischen Programm des Russischen Silvesters gehören vor allem drei Dinge: Kaviar, Champagner und Wodka. Letzteren gibts an der legendären Veranstaltung im Hotel St. Gotthard bereits am Eingang, ausgeschenkt von einem echten Eisbären. (Okay, in Tat und Wahrheit ist es ein verkleideter Angestellter. Aber davon wollen wir uns jetzt nicht die schöne Einleitung kaputt machen lassen.)

Über ein Vierteljahrhundert schon lädt Hotelbesitzerin Ljuba Manz, eine gebürtige Russin, jeweils in der Nacht vom 13. auf den 14. Januar zur grossen Party an der Bahnhofstrasse und pflegt die liebgewonnenen Rituale. So auch den Brauch, das Glas nach dem Austrinken des besagten Begrüssungswodkas an die Wand zu werfen. Geht das Glas kaputt, wirds ein gutes Jahr.

Nach dem Champagner-Apéro folgen die Hors-d’œuvres – Lachs, Thunfischtatar und natürlich Kaviar. Weiter gehts mit Hummersuppe und Rindsfilet, den süssen Abschluss bildet die Napoleontorte, ein Verwandter der Cremeschnitte. So hat es Napoleon, der sich die Zähne am Zarenreich ausbiss, doch noch irgendwie nach Russland geschafft.

«Mehr als ums Essen gehts aber ums Trinken und Tanzen», sagt Martin Santschi, der Direktor des Hotels. «Und weil man vom Tanzen hungrig wird, servieren wir später noch Piroggen und unseren Mitternachtsborschtsch, die traditionelle russische Suppe mit Rindfleisch, Randen, Kohl und Dill.» Rund 100 Gäste werden in diesem Jahr wieder erwartet, darunter auch Vertreter des russischen Adels und der Diplomatie. Der Anlass wird, entgegen dem Trend, dass zuletzt weniger russische Gäste nach Zürich kamen, aller Voraussicht nach ausverkauft sein.

Aufs neue Jahr stösst die Festgesellschaft doppelt an: einmal um 22 Uhr Schweizer Zeit – dann ist in Moskau bereits Mitternacht – und einmal zwei Stunden später. Für die Musik sorgt wie seit eh und je der inzwischen 82-jährige Petja Hudjakow mit seinen Don-Kosaken. Längst ist die Feier von Ljuba Manz nicht mehr die einzige zum Russischen ­Silvester in der Schweiz, doch Original bleibt eben Original.

Eintritt inkl. Champagner, Wodka, Gala-Menü und Mitternachtsborschtsch 390 Franken pro Person (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.01.2018, 15:16 Uhr

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