Abenteuer Liebe

Gegen Schnee und Berglöwen: Kate Winslet und Idris Elba spielen in «The Mountain Between Us» eine Liebesgeschichte unter extremen Bedingungen durch.

Die Journalistin (Kate Winslet) und der Chirurg (Idris Elba) kämpfen ums Überleben.

Die Journalistin (Kate Winslet) und der Chirurg (Idris Elba) kämpfen ums Überleben.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Je grösser der Zufall, der zwei Menschen zusammenbringt, desto grösser wird ihre Liebe sein – das ist eine ziemlich felsenfeste Kinoweisheit, die auch von diesem Film bestätigt wird. Schon dass der Londoner Neurochirurg Ben (Idris Elba) und die Journalistin Alex (Kate Winslet), die für gewöhnlich von Krisengebiet zu Krisengebiet jettet, sich ausgerechnet im beschaulichen Boise, Idaho, über den Weg laufen, darf als äusserst unwahrscheinlich gelten. Wenn sie dann ausserdem, aufgrund des Ausfalls eines Linienflugs, gemeinsam in ein klappriges Privatflugzeug steigen, das mitten in einer gottverlassenen Bergregion abstürzt, dann weiss man sofort: Die beiden sind füreinander bestimmt.

Aber zunächst einmal ist da nichts ausser Schnee, Felsen und ab und an ein Berglöwe. Die beiden überlebenden Passagiere (der Pilot stirbt beim Aufprall) richten sich zunächst im Rumpf der Maschine eine provisorische Unterkunft ein. Noch ist die Nähe zwischen ihnen eine erzwungene, funktionale. Beide hängen ihren eigenen, getrennten Sehnsüchten nach, bald ergeben sich Konflikte: Alex drängt, kaum ist sie wieder auf den Beinen, nach draussen, will den gefahrvollen Abstieg ins Tal auf sich nehmen. Ben dagegen, von Natur aus auf Sicherheit und Kontrolle bedacht, scheut das Risiko. Anders ausgedrückt: Er ist ein Kopf-, sie ein Gefühlsmensch. Solche Klischees können einem den Film ein wenig verleiden. Aber zum Glück nur ein wenig.

Irgendwann nehmen die zwei doch den beschwerlichen Fussmarsch zurück in die Zivilisation auf sich. Die immer neuen Schwierigkeiten, die ihnen das Drehbuch in den Weg legt, sind offenkundig nur ein Vorwand dafür, die beiden enger aneinander zu schweissen. Wenn sie durchs Eis in einen bitterkalten Bergsee kracht, muss er sie natürlich wieder aufwärmen, und so führt eines zum anderen.

Der Film schreckt dabei vor keinem Drehbuchkniff zurück und lässt schon einmal eine Bärenfalle zuschnappen, um den Zuschaueraugen noch ein paar Zusatztränen zu entlocken. Wer allerdings auch nur ein wenig anfällig ist für grosses Gefühlskino, sollte sich von solchen Eskapaden nicht abschrecken lassen. Denn so kompromisslos wie dieses Hollywooddebüt des palästinensischen Regisseurs Hany Abu-Assad («Paradise Now») hat sich in letzter Zeit kaum ein Film dem Ideal der alles bezwingenden Liebe verschrieben.

In diversen Kinos (Zueritipp)

Erstellt: 07.12.2017, 12:08 Uhr

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Sweet Home Ein Winternachtstraum

Tingler 5 Weihnachtswünsche – für andere

Die Welt in Bildern

Wintereinbruch: Schafe grasen im Schnee nahe Loch Tay Perthshire, Schottland, Grossbritannien (10. Dezember 2017).
(Bild: Russel Cheyne) Mehr...