Das Neuste in den Zürcher Kinos

Neues aus der Schweiz und Argentinien sowie die Rückkehrer Spider-Man und Annabelle – das läuft aktuell.

Haben beide viel zu verarbeiten: Michael (Vinicio Marchioni) und Anna (Sabine Timoteo) in «Cronofobia».

Haben beide viel zu verarbeiten: Michael (Vinicio Marchioni) und Anna (Sabine Timoteo) in «Cronofobia».

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Annabelle Comes HomeVon Gary Dauberman, USA 2019; 106 min.
Horror

Die böse Puppe Annabelle sitzt in einer Glasvitrine im Museum der Parapsychologen Lorraine und Ed Warren. Als das Ehepaar eine Babysitterin für seine Tochter bestellt, bringt diese eine Freundin mit. Und da diese Freundin viel zu neugierig ist, befreit sie Annabelle aus ihrem Kasten. Daraufhin bricht buchstäblich die Hölle los.

Von allen Filmen aus dem «Conjuring»-Universum ist dies bisher der beste: Wegen der befreiten Annabelle randalieren ein Hochzeitskleid, ein Fernsehgerät oder sogar ein Werwolf. Und da Regisseur Gary Dauberman das mit Humor und Ironie inszeniert, wird der Dämonentanz zum Riesengaudi. (ggs)

Abaton, Arena, Metropol

Die Horrorpuppe Annabelle kehrt zurück: «Annabelle Comes Home». Video: YouTube/Warner Bros Switzerland

CronofobiaVon Francesco Rizzi, CH 2018; 93 min.
Drama

Michael (Vinicio Marchioni) prüft als Testkäufer die Integrität von zweifelhaften Angestellten. Anna (Sabine Timoteo) versucht, den Tod ihres Mannes zu verarbeiten, indem sie nachts an Bahnübergängen vorbeibrausende Züge anschreit. Die beiden Figuren kommen sich näher und treiben ein gefährliches Spiel, als Michael für Anna den verstorbenen Gatten imitieren soll.

Einsamkeit, unterdrückte Gefühle und Selbsttäuschung: Das sind die zentralen Elemente im Spielfilmdebüt des Tessiners Francesco Rizzi. Sein psychologischer Trip in die Abgründe zweier Aussenseiter lebt von einer grandios unterkühlten Ästhetik. So kahl und ungemütlich hat man die Schweiz selten gesehen. Als einziger Hoffnungsschimmer begleitet Charles Bukowskis Gedicht «Nirvana» die traumatisierten Helden. (zas)

Houdini

Eine Frau stellt einen Mann an, um ihren verstorbenen Gatten zu spielen: «Cronofobia». Video: Vimeo/cineworx gmbh

Die kleinen HexenjägerVon Rasko Miljkovic, Ser/Maz 2018; 90 min.
Kinderfilm

Jovan träumt davon, ein Superheld zu sein. Im realen Leben hält ihn jedoch eine körperliche Behinderung von vielem ab. Durch seine neue Mitschülerin Milica merkt der Zehnjährige aber, dass er mehr kann, als er denkt. Die beiden gehen auf Hexenjagd, denn das Mädchen glaubt, dass die neue Freundin seines Vaters böse ist.

Harmlos ist das, was der serbische Regisseur Rasko Miljkovic die Kinder unternehmen lässt, nicht. Und beim Zuschauer bleibt das komische Gefühl zurück, den moralischen Zeigefinger zu vermissen. (SZ)

Houdini, Riffraff

Zwei Kinder bekämpfen eine böse Hexe: «Die kleinen Hexenjäger». Video: Vimeo/Luto Film

KurskVon Thomas Vinterberg, F/B/Lux 2018; 117 min.
Drama

Am 12. August 2000 sank das russische Atom-U-Boot Kursk nach einer Explosion an Bord auf den Meeresboden. Ein Teil der Besatzung überlebte, aber der Sauerstoff wurde knapp. Die Männer kämpften drinnen ums Überleben, während sich ihre Angehörigen draussen mit der Bürokratie herumschlugen.

Es ist schon gewöhnungsbedürftig, dass die russischen Menschen von Schauspielern wie Léa Seydoux, August Diehl, Max von Sydow und auch Joel Basman gespielt werden, die allesamt Englisch sprechen. Davon abgesehen hat Thomas Vinterberg, einer der Ur-Protagonisten der dänischen Dogma-Bewegung («Festen»), das Drama solide inszeniert. Besonders die Bilder aus dem U-Boot entwickeln einen mächtigen Sog. (ml)

Arena, Kosmos

«Festen»-Regisseur Thomas Vinterberg hat einen Film über den Untergang der Kursk gedreht: «Kursk». Video: YouTube/Praesens - Film

RojoVon Benjamín Naishtat, Arg/Br/F/NL/D 2018;
110 min.
Thriller

1975 in Argentinien: Ein Provinzanwalt (Dario Grandinetti) trifft nach einem Streit mit einem Fremden eine folgenschwere Entscheidung. Als sich ein Privatdetektiv (Alfredo Castro) einmischt, ist das ruhige Leben des Anwalts vorbei.

Der Film beginnt fulminant, bedrückende Grundstimmung, grossartige Bilder. Dazu das verstörende Röcheln eines Sterbenden in der Wüste. Bald allerdings lässt die Spannung nach, die Handlung verzettelt sich in mehreren Erzählsträngen, worunter die Figurenzeichnung leidet. Was bleibt? Ein verglichen mit dem Anfang enttäuschendes Ende. (aka)

Arthouse Movie

Im Argentinien der 70er bekommt ein Anwalt ernsthafte Probleme: «Rojo». Video: YouTube/Filmcoopi Zürich

Spider-Man: Far From HomeVon Jon Watts, USA 2019; 129 min.
Superheldenfilm

Peter Parker alias Spider-Man (Tom Holland) soll die Avengers anführen. Aber der Teenager geht auf Klassenfahrt durch Europa und will dabei einer Mitschülerin (Zendaya) seine Liebe gestehen. In Venedig wütet dann ein gigantisches Wassermonster, dass reihum die Palazzi platt macht. Spider-Man muss mit Mysterio (Jake Gyllenhaal) zusammenspannen.

Regisseur Jon Watts antwortet auf die Schwere von «Avengers: Endgame» mit einem luftigen Spider-Man-auf-Städtereise-Slapstick, der recht gut unterhält. Nur die Actionszenen langweilen und werden auch nicht besser mit dem Screen-X-System im Arena, wo ein Teil des Films auf den Seitenwänden gezeigt wird. (ase)

Abaton, Arena, Capitol, Corso, Metropol

Spider-Man geht in die Ferien – Ruhe hat er aber trotzdem keine: «Spider-Man: Far From Home». Video: YouTube/Sony Pictures Releasing Schweiz

Erstellt: 03.07.2019, 16:42 Uhr

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