Das läuft diese Woche neu in den Kinos

Die X-Men sind zurück und zwei Freunde machen einen etwas anderen Roadtrip: Das und mehr ist aktuell zu sehen.

Die beiden Freunde treibts von Afrika quer durch Europa: Die Protagonisten in «Roads».

Die beiden Freunde treibts von Afrika quer durch Europa: Die Protagonisten in «Roads».

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AmandaVon Mikhaël Hers, F 2018; 107 min.
Drama

Zwanzig Minuten lang scheint in diesem Film die Sonne. Dann wird eine Pariser Patchwork-Familie durch einen Terroranschlag auseinandergerissen, und der junge Lebenskünstler David (Vincent Lacoste) steht vor der Frage: Schafft er es, für seine 7-jährige Nichte Amanda (Isaure Multrier) Verantwortung zu übernehmen?

Trauer ist ein grosses Thema beim französischen Regisseur Mikhaël Hers. So gesehen ist «Amanda» ein erstaunlich leichter Film geworden, die Orientierungslosigkeit der Figuren wird spürbar. Doch wenn es um heikle Fragen geht, schummelt sich Hers zu oft mit Sentimentalitäten durch. Da hätte es einen ehrlicheren Zugriff gebraucht. (zas)

Nach einem Terroranschlag soll ein Franzose das Sorgerecht für seine Nichte erhalten: «Amanda». Video: Vimeo/Florence Adam - JMH

Arthouse Movie

MandyVon Panos Cosmatos, USA/B/GB 2018; 121 min.
Thriller

Im Jahr 1983 lebt der Holzfäller Red (Nicolas Cage) mit seiner Freundin Mandy (Andrea Risenborough) in einer Hütte im Wald. Eines Tages werden die beiden von einer Sekte überfallen; die drogenberauschten Wahnsinnigen foltern und töten Mandy. Red überlebt und sinnt auf blutige Rache.

Die Handlung ist kein bisschen originell, aber die Umsetzung machts: Der kanadische Regisseur Panos Cosmatos huldigt den surrealen Albträumen von David Lynch oder Dario Argento, vor allem jedoch den Bildern und der Musik der Metal-Szene. Und Nicolas Cage in der Hauptrolle ist ein echtes Spektakel. (ggs)

Nicolas Cage dreht auf als Holzfäller, der auf Rache sinnt: «Mandy». Video: YouTube/RLJE Films

Fr 22.30 Uhr, Sa 23 Uhr, Xenix

Mon tissu préféréVon Gaya Jiji, F/D/Türkei 2018; 96 min.
Drama

Damaskus im Frühling 2011. Während der drohende Krieg über Radio und Fernsehen auch drinnen im Wohnzimmer zunehmend präsenter wird, soll eine 25-Jährige (Manal Issa) verheiratet werden. Doch sie sucht lieber Zuflucht bei einer Puff-Betreiberin.

Eine junge Frau sucht die Liebe, vor allem aber sich selber, und dann bricht auch noch der Bürgerkrieg aus: Aus dieser Ausgangslage hätte ein toller Coming-of-Age-Film werden können. Darstellerin Manal Issa hätte das Potenzial dazu. Doch die Figuren bleiben zu blass und die Handlung zu beliebig, als dass man sich für sie interessieren würde. (aka)

Eine junge Syrerin entflieht ihrer Hochzeit: «Mon tissu préféré». Video: YouTube/Filmsuite

Arthouse Uto

Push: Für das Grundrecht auf WohnenVon Fredrik Gertten, S 2019; 106 min.
Dokumentarfilm

Immobilienspekulationen und rasant steigende Mieten machen das Wohnen in den Städten zunehmend unbezahlbar. Die UNO-Sonderberichterstatterin Leilani Farha geht den Ursachen der globalen Immobilienkrise nach und begegnet dabei verschiedenen Experten, darunter der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stieglitz.

Der schwedische Regisseur Fredrik Gertten schildert anschaulich und mit bissigem Humor die Folgen von weltweit entgleisten Wohnungsmärkten. «Push» liefert zwar keine konkreten Lösungen, dafür erzeugt der Film genügend Wut im Bauch, um in der eigenen Stadt für mehr bezahlbaren Wohnraum zu kämpfen. (dpo)

Die Doku untersucht, wieso das Wohnen in der Stadt immer teurer wird: «Push: Für das Grundrecht auf Wohnen». Video: YouTube/freneticfilms

Kosmos

RoadsVon Sebastian Schipper, D/F 2019; 99 min.
Roadmovie

Im Marokko-Urlaub mit den Eltern: Ein 18-jähriger Brite (Fionn Whitehead) büxt aus, stiehlt den Campingbus des Stiefvaters und will damit nach Frankreich, wo sein leiblicher Vater lebt. Aber der Teenager kann das Gefährt kaum steuern. Da taucht ein beschlagener Kongolese (Stéphane Bak) auf, der zu seinem Bruder nach Calais möchte.

Auf «Victoria», Sebastian Schippers schnittlosen Berlin-Film, fuhren alle ab. Der neue Schipper ist normal montiert, fällt aber vor allem in der ersten Hälfte auseinander. Hauptsache etwas mit Flüchtlingen, scheint Schippers Devise gewesen zu sein. Vieles wirkt nur angedacht und überhastet inszeniert. Erst in der zweiten Hälfte gewinnt «Roads» an Dringlichkeit. (ase)

Ein Brite und ein Kongolese spannen für einen Roadtrip zusammen: «Roads». Video: YouTube/Pathe Films

Riffraff

SynonymesVon Nadav Lapid, F/D/Isr 2019; 123 min.
Tragikomödie

Der junge Israeli Yoav (Tom Mercier) kommt nach Paris, wo er ein neues Leben anfangen will. Ausgestattet mit einem Thesaurus, lernt er die französische Gesellschaft kennen, wo es aber auch für ihn unverständliche Verhaltensweisen gibt.

Bei uns wird ja ziemlich alles ins Kino gebracht, aber ausgerechnet der mit dem Goldenen Bären der Berlinale ausgezeichnete Film fand keinen Schweizer Verleih, weshalb die Kinobetreiber selber zugriffen. Zum Glück, denn so eine lebhafte und gescheite Reflexion über Identitätswirren, Exil und westliche Selbstgenügsamkeit hat man schon sehr lange nicht mehr gesehen. (blu)

Gescheite Reflexion über die Identitätswirren: «Synonymes». Video: YouTube/Cine maldito

Houdini

TKKGVon Robert Thalheim, D 2019; 96 min.
Kinderfilm

Im Internat will der Millionärssohn Klösschen (Lorenzo Germeno) zuerst nichts wissen von seinem Zimmernachbarn, dem «Turnschuhträger» Tim (Ilyes Moutaoukkil). Aber dann wird Klösschens Vater entführt. Zusammen mit dem Nerd Karl (Manuel Santos Gelke) und mit Gaby (Emma-Louise Schimpf), der Tochter des Polizeikommissars, neben sie die Ermittlungen auf.

«TKKG» beginnt mit dem A und O: Dieses dritte Kino-Abenteuer, das auf der Jugendbuchreihe basiert, erzählt, wie die Nachwuchskriminalisten zusammenfinden. Damit gelingt dem Regisseur ein unterhaltsamer Einstieg. Aber der Fall, den es für die vier dann zu lösen gilt, ist leider ein bisschen lasch. (ase)

Der Film zeigt, wie die jungen Detektive angefangen haben: «TKKG». Video: YouTube/WarnerBrosSwitzerland

Abaton, Arena, Capitol, Corso, Houdini

X-Men: Dark PhoenixVon Simon Kinberg, USA 2019; 114 min.
Superheldenfilm

Im Jahr 1992: Bei einer Rettungsmission im Weltraum stossen die X-Men auf eine seltsame Sonneneruption. Jean Grey (Sophie Turner) wird davon getroffen und beginnt sich zu verändern. Ihre telekinetischen Kräfte werden immer stärker. So stark, dass sie sie nicht mehr kontrollieren kann.

Die Chronologie der X-Men-Reihe wird schräger und schräger -- Jean Greys Verwandlung in das Überwesen Phoenix war eigentlich schon das Thema von «X-Men: The Last Stand» (2006), damals aber noch unter völlig anderen Vorzeichen. «Dark Phoenix» macht alles ein bisschen grösser, inklusive der Musik: Es ist der erste X-Men-Film, der von Hans Zimmer vertont wurde. (ggs)

Die X-Men haben mit einem gefährlichen Energiewesen aus den eigenen Reihen zu tun: «X-Men: Dark Phoenix». Video: YouTube/20th Century Fox Switzerland

Abaton, Arena, Capitol, Corso, Metropol

(Züritipp)

Erstellt: 06.06.2019, 11:36 Uhr

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