Der Herr der Drachen

Der dritte Teil von «How To Train Your Dragon» soll nun der letzte sein. Regisseur Dean DeBlois blickt zurück auf seine Arbeit an der Fantasy-Reihe.

Ihre Freundschaft wird auf die Probe gestellt: Drachen Toothless und Hiccup.

Ihre Freundschaft wird auf die Probe gestellt: Drachen Toothless und Hiccup.

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Zehn Jahre lang hat der ­kanadische Animationsfilmer Dean ­DeBlois an der «How to Train Your ­Dragon»-Reihe gearbeitet: 2008 holte ihn sein Kollege Chris Sanders zu Dream­works. Die beiden kannten sich von den Disney-Studios, hatten zu­sammen an «Mulan» und «Lilo & Stich» gearbeitet. Nun ­sollten sie die Filmadaption von Cressida Cowells Drachenbüchern übernehmen; die Produktion war ins Stocken geraten und musste neu ausgerichtet werden.

«Als ich zum ersten Film hin­zukam, sollte es eine schnelle Sache ­werden», sagt DeBlois. «Aber ich verliebte mich sehr bald in die Welt und die Figuren.» Am Ende wurde «How to Train Your Dragon» zu einem ­der erfolgreichsten Animationsabenteuer von Dreamworks.

Es werden die letzten Abendteuer des Drachenzähmers sein: «How To Train Your Dragon: The Hidden World». Video: YouTube/Universal Pictures Switzerland

«Nach dem Erfolg des ersten Teils begann das Studio über eine Fortsetzung nachzudenken», so DeBlois. «Ich sagte, ich sei interessiert. Aus dem einen Film solle aber gleich eine Trilogie werden.» Der Regisseur wollte erzählen, wie Hiccup, der kleine Wicht, der nichts richtig hinbekommt, zu einem Erwachsenen und am Ende ein weiser Wikingerhäuptling wird.

Und wirklich, im dritten und letzten Teil hat Hiccup nach dem Tod seines Vaters die Führung des Stamms übernommen und sucht nach einem neuen Heim für seine Wikinger und die Drachen. Da kommt ihm ein Bösewicht in die Quere, der Hiccups besten Freund Toothless erlegen will.

«Wir hatten Angst, dass das Publikum das Weibchen nicht mag, weil es das Gespann von Junge und Drache aufbricht.»Dean BeBlois, Regisseur

Um das feuerspuckende Reptil aus der Deckung zu locken, benutzt er ein besonders fieses Mittel: Er lässt ein Weibchen auf Toothless los. Wie der Drache nun um dieses wirbt, ist ebenso lustig wie rührend. Die Drachen-Lady stellt aber auch die Freundschaft von Hiccup und Toothless auf die Probe.

«Wir hatten Angst, dass das Publikum das Weibchen nicht mag, weil es das Gespann von Junge und Drache aufbricht», sagt DeBlois. Für den thematischen Kern der Geschichte sei das aber wichtig gewesen: «Für Hiccup ändert sich alles, weil er sich bisher immer auf seinen Drachen verlassen hat.» Jetzt müsse Hiccup herausfinden, wie er auch ohne Toothless’ Hilfe zurechtkomme.

Hiccup müsse sich von Toothless lösen, um endgültig erwachsen zu werden, so DeBlois. Zurückblickend auf die drei Filme sagt Dean DeBlois: «Ich denke, in erster Linie habe ich Folgendes gelernt: Je mehr Liebe wir in einen Film stecken, je mehr uns die Figuren kümmern, umso mehr kommt das beim Publikum an.» So hätten die Filme über die Jahre eine treue, leidenschaftliche Fanbasis gewonnen, die diese Welt ebenso lieben wie die Macher. Eine wunderbare Erfahrung sei das gewesen. «So ist aus einem schnellen Job ein ganzes Kapitel meines Lebens geworden.»

In diversen Kinos

Erstellt: 06.02.2019, 14:09 Uhr

Dean Deblois

Der Animationsfilmer aus Québec arbeitete in Kanada und Irland, bevor er zu Disney kam («Lilo & Stitch»). Für Dreamworks drehte er die «How to Train Your Dragon»-Filme.

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The Hidden World

Von Dean DeBlois; USA 2019; 104 min.

Vor lauter Drachen platzt das Wikingerdorf Berk allmählich aus allen Nähten, dazu werden die gegnerischen Stämme immer aufdringlicher. Um Platz und Frieden zu schaffen, sucht der junge Häuptling Hiccup nach jener mysteriösen versteckten Welt, aus der ursprünglich alle Feuerechsen stammen sollen. Dorthin will er mit dem ganzen Dorf umziehen. Bevor es aber so weit ist, gilt es, einen üblen Bösewicht und Drachenhasser zu bekämpfen. Auch in diesem dritten und letzten Teil der Reihe sind die Drachen herzig, beeindrucken die Flug­szenen, und die Filmmusik von John Powell reisst einen richtig schön mit. Nur der Bösewicht ist ziemlich austauschbar und die Handlung um dessen Plan nicht sonderlich interessant. (ggs)

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