Duett mit der Gans

In «The Beekeeper and His Son» sind nicht der Imker und sein Sohn die Stars, sondern zwei Gänse.

Bienen und Schweinescheisse: Dem jungen Mann stinkts.

Bienen und Schweinescheisse: Dem jungen Mann stinkts.

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Diesem alten Knacker kann es niemand recht machen, am allerwenigsten sein Sohn Maofu. Der junge Mann hat sein Glück in der Stadt versucht, jetzt soll er vom Vater das Imkern erlernen. Doch der wettert, dem Sohn fehle es an Leidenschaft. Und tatsächlich interessiert sich Maofu mehr für Marketing als den Umgang mit Bienen und Wachsmotten.
Über ein Jahr hat die chinesische Dokumentarfilmerin Diedie Weng mit der Familie des alten Imkers und seiner Frau verbracht. Sie ist ihnen so nah gekommen, dass der Alte einmal direkt in die Kamera blickt und sagt: «Stell das Ding hin und setz dich an den Tisch. Es gibt zu essen.»

«The Beekeeper and His Son» ist Wengs erster Langfilm. 150 Stunden Material hat sie gedreht, aber es ist ihr und ihrem Koautor Vadim Jendreyko nicht wirklich ge­lungen, eine schlüssige Dramaturgie zu entwickeln: Wir erfahren nie, ob Maofus Ideen sich bewähren oder ob der alte Grantler tatsächlich als Einziger weiss, wie man Bienen züchtet.
Gleichzeitig sind Weng aber Bilder gelungen, die man nicht so schnell vergisst: Wie die Tochter des Hauses im Winter ein Loch ins Eis hackt, um im Bach Wäsche waschen zu können. Oder wie die Mutter in den Koben des Schweines steigt, um dessen Scheisse dann unter den Obstbäumen als Dünger zu verteilen. (Zum Glück ist das kein Odoramafilm.) Die eigentlichen Stars sind freilich die beiden Gänse. In einer Szene singt Maofu zu einer Melodie, die aus seinem Handy klimpert, und die Gans schnattert und trötet dazu. Und immer wieder stürzt sie (oder ihre Kollegin?) sich auf den Hofhund und beisst ihn so heftig in den Hals, dass man sich wundert, dass er ihr nicht längst den Garaus gemacht hat.

Arthouse Movie, Nägelihof, www.arthouse.ch
täglich 14.30 Uhr, 18.45 Uhr

Erstellt: 19.07.2017, 12:46 Uhr

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