Er hat noch immer Hunger

Wir sagen, was der zweite Teil von «It» taugt – und wir präsentieren die gruseligsten Clowns der Filmgeschichte.

Er ist zurück: Pennywise (Bill Skarsgård) sinnt auf Rache.

Er ist zurück: Pennywise (Bill Skarsgård) sinnt auf Rache.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Was bisher geschah

Der erste Teil, «It» (2017), spielt im Jahr 1989: In der Stadt Derry treibt ein Monster sein Unwesen, das sich verwandeln kann und meist in der Gestalt des bösen Clowns Pennywise (Bill Skarsgård) auftritt. Nachdem das Monster den kleinen Bruder von Bill (Jaeden Martell) gefressen hat, tut sich dieser mit einigen anderen Teenagern zusam­men. Es gelingt ihnen, Pennywise den Garaus zu machen – zumin­dest scheint es so.

Sie schliessen einen Pakt: Sollte das Monster jemals zurückkehren, werden sie es erneut bekämpfen. Der Film hauchte der Stephen-King-Geschichte, die 1990 schon einmal fürs Fernsehen verfilmt wurde, neues Leben ein, dies mit einem liebevoll nachgestellten 80er-Zeitkolorit und einer Riege ausgezeichneter Jungdarsteller. Die Gruselszenen waren allerdings eher mit dem Holzhammer gestaltet: möglichst laut und mit Ungeheuern, die die Kamera anspringen.

Pennywise ist zurück: Der zweite Teil von «It». Video YouTube/WarnerBrosSwitzerland

Was diesmal passiert

«It: Chapter Two» setzt die Handlung in der Gegenwart fort: Beinahe dreissig Jahre sind vergangen. Von den Jugendlichen von damals ist bloss Mike (Isaiah Mustafa) in Derry geblieben. Er merkt es dann auch, als Pennywise wieder aktiv wird. Mike benachrichtigt die anderen und ruft den Pakt in Erinnerung – aus allen Ecken der USA reisen sie nach Derry. Um den Clown endgültig unschädlich zu machen, müssen sie ein uraltes Ritual durchführen.

Lohnt sich das?

Wie schon der erste Teil, ist auch der zweite alles andere als subtil; so mancher Moment, der gruselig gemeint ist, scheitert an offensichtlichen CGI-Effekten – da kommt die alte TV-Version mit ihren handgemachten Spezial­effekten oft besser weg, auch wenn sie sonst schlecht gealtert ist.

Doch Bill Skarsgård ist in der neuen Fassung wieder sehr gut als Pennywise, und die Chemie zwischen den erwachsenen Protagonisten – unter anderem gespielt von James McAvoy, Jessica Chastain und Bill Hader – stimmt. Und vor allem: Diesmal hat Stephen King einen kleinen, aber witzigen Gastauftritt.

Joker

1940 tauchte Joker das erste Mal in einem Batman-Comic auf; knapp 80 Jahre später ist er der bekannteste Gegner des Superhelden. Der Verbrecherclown wurde über die Jahre immer wieder neu interpretiert, auch in Film und Fernsehen. In der knallbunten Serie aus den 60ern war er ein weitgehend harmlosen Spassmacher; im Kinofilm «The Dark Knight» (2008) stellte ihn Heath Ledger als soziopathischen Massenmörder dar -- und erhielt dafür posthum einen Oscar. Nächten Oktober kommt «Joker» ins Kinos; darin spielt Joaquin Phoenix den Clown.

«Batman» (1966--1968): Batman verhindert einen Erpressungsversuch des Jokers. Video: YouTube/mister custodian

John Wayne Gacy

Als John Wayne Gacy 1978 verhaftet wurde, erregte sein Fall breite Aufmerksamkeit: Über dreissig Morde an Buben und jungen Männern wurden ihm angelastet. Zudem kam heraus, dass er an Partys oder in Kinderspitälern als Clown aufgetreten war -- prompt wurde er in Zeitungen als Killer-Clown bezeichnet, obwohl er keine seiner Taten im Kostüm begangen hatte. Dennoch inspirierte der Serienmörder mehrere Dokumentar- und Spielfilme.

«Gacy» (2013): Mark Holton spielt John Wayne Gacy in diesem Biopic. Video: YouTube/horrornymphs

Pennywise

John Wayne Gacy war auch eine Inspirationsquelle für Stephen Kings Roman «It», der 1986 erschien. Das Monstrum, das die Stadt Derry heimsucht, erscheint in unterschiedlicher Gestalt -- eben auch in der des Clowns Pennywise. In der zweiteiligen TV-Version von 1990 wurde er von Tim Curry gespielt; seine denkwürdige Darstellung machte Pennywise zu Stephen Kings berühmtester Figur, quasi zu seinem Mickey Mouse. Es spricht für das Talent von Bill Skarsgård, dass er es schafft, dem Horrorclown im Remake neue Seiten abzugewinnen.

«It» (1990): Pennywise (Tim Curry) schnappt sich einen kleinen Jungen. Video: YouTube/HaveAScream

Jojo der Klownzilla

In der Horrorkomödie «Killer Klowns From Outer Space» landet eine Rasse ausserdirdischer Clowns in einer amerikansichen Kleinstadt. Unter anderem spinnen sie Menschen in Kokons aus Zuckerwatte ein, um sie später auszusaugen. Oder sie benutzen die Leiche eines Polizisten als Bauchrednerpuppe. Anführer der bösen Aliens ist der riesenhafte Jojo, der wie eine Art Godzilla herumtobt.

«Killer Klowns From Outer Space» (1988): Auftritt von Jojo, dem Anführer der menschenfressenden Alien-Clowns. Video: YouTube/Movieclips

Killjoy

Der Produzent Charles Band ist bekannt für billige, meist miserable Horrorfilme. «Killjoy» von 2000 dreht sich um einen Jugendlichen, der einen Dämon in Gestalt eines Clowns beschwört, um sich an einer Bande zu rächen. Der Film ist derart schlecht, dass er kaum zum Aushalten ist, aber er war doch erfolgreich genug, dass die Figur Killjoy bisher in vier weiteren Filmen auftrat. Die jüngste Fortsetzung, «Killjoy’s Psycho Circus», ist zwar immer noch billig gemacht, aber doch ziemlich witzig.

«Killjoy’s Psycho Circus» (2016): Killjoy ist erfolgreich als Fernsehstar, aber die Hölle will ihn zurückhaben. Video: YouTube/Full Moon Features

Captain Spaulding

Rob Zombie kannte man als Sänger der Metal-Band White Zombie, bevor er sich mit 2003 mit «House of 1000 Corpses» als Regisseur etablierte. Der Film ist eine Hommage ans Horrorgenre, und der alte B-Movie-Star Sid Haig brilliert in der Rolle des Captain Spaulding, einem Clown, der eine Raststätte mit angehängtem Kuriositätenkabinett führt -- das für Besucher schnell lebensgefährlich werden kann. Für Haig war der Film ein Comeback, für Zombie der Durchbruch als Filmemacher. Die Geschichte von Captain Spaulding und seinem Clan wurde in «The Devil’s Rejects» (2005) fortgesetzt.

«House of 1000 Corpses» (2003): Räuber wollen die Raststätte von Captain Spaulding überfallen. Keine gute Idee. Video: YouTube/Movieclips

Erstellt: 04.09.2019, 17:54 Uhr

Artikel zum Thema

«Natürlich lügt Maradona»

In «Diego Maradona» porträtiert der Regisseur Asif Kapadia den Fussballer. Uns erzählt er, was es Neues gibt. Mehr...

Ein Bodyguard in Not

Gerard Butler bewährt sich in «Angel Has Fallen» wieder als Leibwächter des US-Präsidenten. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Kommentare

Blogs

Sweet Home Einfach speziell

Mamablog Unperfekter Haushalt? Perfekt!

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Mit Augenringen: Kinder präsentieren in der Shougang-Eishockey-Arena Bing Dwen Dwen das Maskottchen der Winterspiele 2022 in Peking. (17. September 2019)
(Bild: Xinyu Cui/Getty Images) Mehr...