Neues für den Kino-Sommer

Der Hund Bailey, die neuen Men in Black und Transfrauen in Thailand sind nur drei Themen der neuen Kinowoche.

Treuer Begleiter: der Hund Bailey mit seinem Herrchen.

Treuer Begleiter: der Hund Bailey mit seinem Herrchen.

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Bailey: Ein Hund kehrt zurück – A Dog’s JourneyVon Gail Mancuso, USA 2019; 108 min.
Familienfilm

Egal, ob er mehr nach Berner Sennenhund oder Yorkshire Terrier aussieht: Bailey bleibt immer Bailey (Stimme: Josh Gad). Um die Enkelin (Kathryn Prescott) seines Herrchens zu beschützen, wird der Hund regelmässig wiedergeboren.

Das Prinzip kennt man aus Lasse Hallströms «Bailey: A Dog’s Purpose» von 2017, an der Fortsetzung war der Regisseur als Produzent beteiligt. Die TV-Regisseurin Gail Mancuso («Roseanne») erzählt die Geschichte mit viel Drama und Kitsch weiter. Zum Glück holt einen der witzige Hund mit seiner Vorliebe für so Wesentliches wie Speck immer wieder auf den Boden. (SZ)

Abaton, Arena, Capitol

Drama und Kitsch: der Hund Bailey lebt um zu beschützen. Video: YouTube/Universal Pictures

Britt-Marie war hierVon Tuva Novotny, S 2019; 94 min.
Komödie

So systematisch wie die 63-jährige Titelheldin (Pernilla August) im Ehehaushalt für Ordnung sorgt, so pragmatisch begegnet sie auch der emotionalen Unordnung nach einem Seitensprung ihres Mannes. Sie zieht in ein kleines Provinzkaff und übernimmt mit dem Freizeitheim auch gleich das Training der desolaten Jugendfussballmannschaft.

Wie «Ein Mann namens Ove» ist nun auch Britt-Marie mit der besonderen Mischung aus Abgeklärtheit und Widerstandsfähigkeit ausgerüstet, die der norwegische Autor Fredrik Backman seinen betagten Helden verleiht. In der Verfilmung der recht konventionell gestrickten Geschichte verleiht Pernilla August der Heldin eine sanft eigenwillige Erdung. (SZ)

Arena, Arthouse Alba, Houdini

Überdenkt ihr Leben mit 63: Britt-Marie (Pernilla August) verlässt ihren Mann und zieht in ein Kaff. Video: YouTube/AscotElite

The Dead Don’t DieVon Jim Jarmusch, USA 2019; 105 min.
Horrorkomödie

Noch ist alles friedlich in Centerville, USA, da prophezeit ein Kleinstadt-Cop (Adam Driver) bereits: «Das nimmt kein gutes Ende.» Und genau so kommt es, denn die Welt ist buchstäblich aus dem Lot geraten und wird von gefrässigen Zombies überrannt. Driver, Bill Murray und Chloë Sevigny sorgen als Cop-Trio für lethargischen Humor, während Tilda Swinton als schottische Bestatterin überirdisch cool das Samurai-Schwert schwingt und zahlreiche Gaststars sich die Klinke, respektive Gedärme in die Hand geben. Wahrhaft grauslich ist aber nur der Holzhammer, mit dem Jim Jarmusch uns die selbstreferenzielle Zombie-Apokalypse als Satire aufs seelenlose Konsumentendasein einbläut. (jum)

Abaton, Arena, Arthouse Movie, Kosmos, Riffraff

Das ist Zombie-Comedy: «The Dead Don’t Die» von Jim Jarmusch. Video: YouTube/Universal Pictures Switzerland

Hitlers HollywoodVon Rüdiger Suchsland, D 2017; 106 min.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden in Deutschland mehr als 1000 Filme produziert, sie sollten die Zuschauer zum Träumen bringen und überwältigen. Die Stars dieser Zeit hiessen Zarah Leander, Heinz Rühmann oder Gustaf Gründgens, ihre Filme waren gut gemacht, aber alles andere als harmlos.

Der Filmkritiker und Regisseur Rüdiger Suchsland («Von Caligari zu Hitler») dekonstruiert in seinem Essay das Kino des NS-Regimes, das keine explizite Propagandamaschine war, sondern stark über die Produktion grosser Gefühle funktionierte. Viele erstaunliche Ausschnitte sind zu sehen, dazu werden Susan Sontag oder Hannah Arendt zitiert, und Suchsland kommentiert immer leicht spöttisch – sehr sehenswert also. (blu)

Sa / Di 20.45 Uhr. Filmpodium

Filme in Zeiten des Krieges: mehr als 1000 Filme entstanden unter dem NS-Regime. Video: YouTube/ farbfilmverleih

Le jeuVon Fred Cavayé, F 2018; 90 min.
Komödie

Sieben Freunde versammeln sich regelmässig zum Nachtessen, wo sie vom Gastgeber mit experimenteller Küche versorgt werden. Heute aber kommt noch mehr Würze rein: Alle legen ihre Telefone auf den Tisch, und jede hereinkommende Nachricht, jedes Mail und jeder Facebook-Eintrag wird laut vorgelesen. Sofort wird es turbulent.

Es gibt sehr lustige Passagen in diesem französischen Remake eines italienischen Films, zum Beispiel wenn die SMS «Willst du vögeln?» im allerdümmsten Moment eintrifft. Aber die Figuren sind eher Prototypen als echte Menschen. Und der Film drückt sich um einen wirklichen Schluss – und damit um die Wahrheit, die in diesem Spiel doch angestrebt wird. (ml)

Kosmos

Turbulentes Abendessen: Sieben Freunde stellen sich der Wahrheit. Video: YouTube/Filmcoopi Zürich

Katoey: The Women We AreVon Stefan Jung, CH 2019; 70 min.
Dokumentarfilm

Der Film porträtiert drei ältere Transfrauen im ländlichen Thailand. Sie definieren sich als Katoey -- das heisst, sie zählen sich zum dritten Geschlecht in der buddhistischen Genesis, das zwischen dem männlichen und weiblichen steht. Regisseur Stefan Jung lässt nur die drei Katoey zu Wort kommen. Sie erzählen von ihren Erfahrungen, die zwar durchwegs positiv sind, aber doch eine tiefe Einsamkeit aufdecken, die traurig stimmt und berührt. (msw)

Arthouse Piccadilly

Auf der Suche nach dem dritten Geschlecht: Regisseur Stefan Jung mit seinem Dokumentarfilm «Katoey: The Women We Are». Video: Vimeo/stefan jung

Men in Black: InternationalVon F. Gary Gray, USA 2019; 115 min.
Science-Fiction

Molly (Tessa Thompson) hatte als Kind eine Begegnung der dritten Art. Zwanzig Jahre später wird sie von den MIB rekrutiert. Zusammen mit H (Chris Hemsworth) muss Agentin M nicht nur mit Ausserirdischen fertig werden: In der Alien-Behörde gibt es einen Spion.

1997 kommentierte der erste «Men in Black» Überfremdungsängste: Fremdlinge leben unter uns, sind aber so gut integriert, dass niemand von ihnen weiss. Im Spin-off von F. Gary Gray («The Fate of the Furious») ist davon wenig geblieben. Dass es die MIB jetzt auch gemischtgeschlechtlich gibt, ist nichts als recht. Aber die Mission ist ein Blockbuster-Stoff von der Stange. (ase)

Abaton, Arena, Corso, Metropol

Alien Terror: die Men in Black beschützen den Planten. Video: YouTube/Sony Pictures Releasing Schweiz

Erstellt: 12.06.2019, 14:36 Uhr

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