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«Aber so ist das Leben»

Nach ihrem Erfolg «Toni Erdmann» hat sich Sandra Hüller neu orientiert – und fährt «In den Gängen» Gabelstapler. Eine Begegnung.

Arbeitsplatz-Romanze vor dem Kaffeeautomaten: Christian (Franz Rogowski) und Marion (Sandra ­Hüller).
Arbeitsplatz-Romanze vor dem Kaffeeautomaten: Christian (Franz Rogowski) und Marion (Sandra ­Hüller).

Sie hat alles im Griff, auch den Gabelstapler. Sandra Hüller saust damit zwischen den Rega­len durch, beim Einräumen von Waren im Grossmarkt. «Selbstverständlich habe ich das Gefährt selber gesteuert, da war keine Stuntfrau am Werk», beantwortet sie die entsprechende Frage. Sie spielt Marion, die Frau von den Süsswaren, in die sich der Neue im Team (Franz Rogowski) verliebt. «In den Gängen» ist ein Sozialdrama, das manchmal ins Utopische kippt, es macht traurig und glück­lich zugleich. Unmöglich? «Aber so ist das Leben», erwidert die deutsche Schauspielerin.

Sandra Hüller (39) wurde einem breiten Publi­kum als Hauptdarstellerin in «Toni Erdmann» bekannt. Darin war sie die knallharte Geschäftsfrau, die die Kapriolen ihres Vaters aushalten musste. Danach hatte sich Hüller als gefeierte Schauspielerin der Frage zu stellen, was sie nun spielen könnte. Sie wählte zwei kleine, aber wichtige Nebenrollen. Die eine eben im Grossmarkt-Film von Thomas Stuber, gedreht nach einer Kurzgeschichte von Clemens Meyer («Ich verehre ihn als Autor.»). Die andere als Lehrerin an der Seite von Elyas M’Barek in der Komödie «Fack ju Göhte 3» («Für mich geht der Humor darin an die Schmerzgrenze.»). Wieso gerade diese Filme? «Ach wissen Sie, die Erwartungen waren nach ‹Toni Erdmann› so hoch, dass ich dachte, ich mache jetzt etwas ganz anderes.»

Ganz anders ist ja gut, aber Sandra Hüller hat – es ging drehtechnisch gar nicht anders – beides gleichzeitig gemacht: Es gab Nächte, in denen sie in der Gegend von Leipzig «In den Gängen» drehte und am Tag dann in München «Fack ju Göhte». Geschlafen hat sie auf der Fahrt im Auto, während sie hin- und herchauffiert wurde. Zugute kam ihr dabei, dass sie auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen konnte, auch von der Bühne. In der Schweiz kennt man sie aus Basel (wo sie im Ensemble war) und vom Neumarkt-Theater Zürich (wo sie regelmässig Gast ist).

Ihre Reise ist natürlich noch lange nicht zu Ende; dieses Jahr dreht sie – «Toni Erdmann» sei Dank – zwei französische Filme, darunter ein Astro­nautinnen-Drama an der Seite von Eva Green. Abheben wird sie deswegen nicht. Sondern so wunderbar am Boden bleiben wie die Süsswaren-Marion aus «In den Gängen».

In diversen Kinos

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