King Kong braucht Liebe

Der Riesenaffe kommt einmal mehr auf die Leinwand. Über den berühmten Primaten und seine Frauengeschichten.

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Zu Rockmusik der 60er-Jahre lassen US-Soldaten Bomben aus Helikoptern fallen, unter ihnen geht der Dschungel in Flammen auf. Für einen Moment wähnt man sich in «Apocalypse Now» (1979). Das auch später, als sich die Crew zu einer Reise in einem lottrigen Boot auf einem Fluss aufmacht. Aber nein, wir sind im neuesten King-Kong-Film.

Der Riesenaffe ist ziemlich erbost, weil die Bomben die bösartigen Monstereidechsen aufgeweckt haben, die ihn immer angreifen. Deshalb holt er die Helikopter mit einem Faustschlag vom Himmel. Das wiederum kann Colonel Packard (Samuel L. Jackson) nicht auf sich sitzen lassen und zieht in die Schlacht gegen den Primaten.

Packard wurde von einem Wissenschaftler (John Goodman) gleich nach Ende des Vietnamkrieges 1973 zu dieser Erkundung aufgeboten. Und nachdem man den Colonel schon den Vietnamkrieg nicht gewinnen liess, will er zumindest den Affen besiegen. Der private Sicherheitsmann Conrad (Tom Hiddleston) und die Kriegsfotografin Weaver (Brie Larson) versuchen, Packard vom Affenmord abzuhalten, denn ohne Kong würden die Echsen die Erde übernehmen.

Die-Schöne-und-das-Biest-Thematik

Die Geschichte um King Kong war schon immer beides: ein Monsterfilm und eine Liebesschnulze. 1933 beim ersten Kong-Film war das Publikum begeistert vom grossen Affen, der mit Dinosauriern rang, trotzdem ging vor allem der Schluss in die Populärkultur ein: Der Riesenaffe flüchtet aus der Gefangenschaft und hilft der in Bedrängnis geratenen blonden Ann (Fay Wray), indem er mit ihr auf das Empire State Building klettert, wo ihn eine Fliegerstaffel vom Hochhaus schiesst. Das führt zu einem der bekanntesten Filmzitate: «Die Schönheit tötete das Biest.»

Dieser Schluss rührte den kleinen Peter Jackson als Kind derart zu Tränen, dass es seine lebenslange Kong-Liebe begründete und ihn zu seinem «King Kong»-Remake von 2005 inspirierte. Dafür verwendete er auch Ideen von Kong-Erfinder Edgar Wallace, die 1933 unter den Tisch gefallen waren. Besonders aber betonte Jackson in faszinierenden Bildern die zärtlich-platonische Liebe zwischen der Frau (Naomi Watts) und dem Affen.

Die-Schöne-und-das-Biest-Thematik wiederum griff das erste King-Kong-Remake von 1976 in plumper, übersexualisierter Weise auf, als der Affe Dawn (Jessica Lang) mit dem Fingernagel das Kleidchen vom Körper kratzen will.

Zur Darstellung des Riesenaffen gehört auch die jeweils aktuelle Filmtechnik. Der erste Kong wurde 1933 auf heute noch beeindruckende Art durch Stop-Motion zum Leben erweckt.

1976 setzten die Filmemacher zur allgemeinen Erheiterung auf einen Schauspieler im Gorillakostüm. Jackson setzte seine Erfahrungen mit dem Motion-Capture-Verfahren ein, die er bei der Arbeit an Gollum in «The Lord of the Rings» gewonnen hatte. Der neueste Riesenaffe schliesslich entstand vollständig am Computer.

In «Kong: Skull Island» bleiben die Menschen allesamt flache Abziehbildchen, abgesehen von John C. Reilly, der eine seiner gewohnten witzigen Figuren zum Bestem gibt. Nimmt man noch die überlangen Kampfszenen zwischen Affe und Eidechsen hinzu, denkt man bald sehnsüchtig an Jacksons Arbeit zurück. Wer trotzdem noch nicht genug hat: «Kong: Skull Island» ist nach «Godzilla» (2014) der zweite Teil der sogenannten Monsterverse-Reihe. 2019 wird sie mit «Godzilla: King of the Monsters» fortgesetzt, und 2020 folgt dann die finale Monsterprügelei in «Godzilla vs. Kong».

Erstellt: 08.03.2017, 15:42 Uhr

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