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Atlantis wartet

Der Mitstreiter von Superman bekommt mit «Aquaman» seinen eigenen Film – doch dieser will zu viel.

Superheld mit Schwimmhäuten: Aquaman (Jason Mamoa).
Superheld mit Schwimmhäuten: Aquaman (Jason Mamoa).

Schon immer habe er davon geträumt, sagt Regisseur James Wan, so etwas wie «Aquaman» zu drehen; also einen Fantasyblockbuster, der nicht einfach nur eine Geschichte erzählt, sondern mithilfe modernster Filmtechnik eine ganze fiktionale Welt erschafft. Dem fertigen Film sieht man diese Ambitionen an, im Guten wie im Schlechten. Der neueste Beitrag zur Superheldenserie von DC sprudelt regelrecht über vor schöpferischer Energie.

Sobald die Hauptfigur Arthur Curry (Jason Momoa) ihre Superkräfte kennen lernt, den heimischen Leuchtturm hinter sich lässt und wagemutig in die Tiefen der Meere taucht, kennt der Film kein Halten mehr. Ein fantasievoll ausgestalteter Schauplatz jagt den anderen, eine Actionszene ist wilder als die nächste, zahllose Nebenfiguren tauchen auf und sind im darauffolgenden Moment wieder verschwunden.

Schludrige Skizze, toller Cast

Als knallbunten Bilderbogen kann man das eine Weile lang durchaus geniessen – auf Dauer stellt sich allerdings eher Erschöpfung ein. Wie ein Kind, das zu Weihnachten nicht nur ein paar neue Spielzeuge, sondern gleich einen ganzen Spielzeugladen geschenkt bekommt, hastet der Film von Attraktion zu Attraktion, ohne eine einzige angemessen zu würdigen.

Die legendäre versunkene Stadt Atlantis etwa, die nominell das Zentrum des Unterseeuniversums darstellt, ist kaum mehr als eine schludrige Skizze; und auch mit seinem tollen Cast (unter anderen: Amber Heard, Willem Dafoe, Dolph Lundgren) weiss Wan erschreckend wenig anzufangen. Ein arg konventioneller Handlungsstrang um einen mythischen Dreizack und ein fataler Hang zum Flachwitz tun ihr Übriges: Aquaman ist eine hier und da faszinierend funkelnde Monstrosität, aber kein guter Film.

In diversen Kinos

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