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Auguri Mister Coppola!

Der grosse Regisseur Francis Ford Coppola wird 80. Sein Schaffen reicht vom kleinen B-Movie bis zu Filmklassikern wie «The Godfather».

Der Maestro hat Geburtstag: Coppola (r.) am Set von «Der Pate».
Der Maestro hat Geburtstag: Coppola (r.) am Set von «Der Pate».

Wer «Apocalypse Now» nie auf der grossen Kinoleinwand gesehen hat, kennt diesen Jahrhundertfilm nicht wirklich. Denn das ganze Ausmass an Irrsinn und Überwältigung aller Sinne, das einem Francis Ford Coppolas Meisterwerk zumutet, wird nur dort richtig erfahrbar, angefangen mit der genialen Eröffnungssequenz: ein Fiebertraum aus über­blendeten Bildern und Geräuschen, knatternden Helikoptern und surrenden Ventilatoren, glühender Zigarette und explodierendem Dschungel.

Die Geschichte von dem Höllentrip, zu dem die Dreharbeiten an jenem ­Vietnamkriegsfilm ausarteten, wurde selbst Legende (der Regie-Hero, ­geplagt von Taifunen, Drogenexzessen und einem trotzenden Marlon Brando) und trug wesentlich zum Nimbus von Coppola als Kino-Olympier bei.

Den Grundstein dazu legte 1972 der Überraschungserfolg «The Godfather». Dabei hatte auch dieses Projekt wenig verheissungsvoll begonnen. Da das Paramount-Studio niemanden fand, der die Bestsellerverfilmung ­inszenieren wollte, kam letztlich der Langhaarige aus der New-Hollywood-Generation zum Zug. Der hatte zwar in Roger Cormans B-Movie-Talentschmiede erste Regie-Erfahrung gesammelt, bis dahin aber nur als Drehbuchautor reüssiert und als solcher mit «Patton» den ersten seiner fünf Oscars gewonnen. Als Vorteil galt, dass Coppola ein waschechter Italo-Amerikaner war; man wollte schliesslich im Mafiaepos «die Spaghetti schmecken».

Tatsächlich beweist sein «Pate» viel Gespür für Milieu und Familienbande. Dass Letztere ein zentrales Thema in seinem Leben und Werk sind, beweist nicht nur das hohe Aufkommen von Blutsverwandten vor und hinter der Kamera: Vom komponierenden Vater über den schauspielernden Neffen Nicolas Cage bis zur Tochter Sofia, deren Wechsel ins Regiefach angesichts ihrer Schauspielerei in «Godfather III» umso begrüssenswerter ist. Auch seine erweiterte Familie von Freunden und Mitstreitern wie George Lucas förderte Coppola.

Der Versuch, sein eigener Filmmogul zu werden, scheiterte jedoch Anfang der Achtzigerjahre, als der Flop des technisch ambitionierten ­Musicals «One from the Heart» den finanziellen Ruin seines Zoetrope Studios besiegelte. In der Folge hielt er sich mit Auftragsarbeiten und Weinbau über Wasser, mit «Bram Stoker’s Dracula» gelang ihm noch ein veritabler Hit.

So gross 2001 die Begeisterung über «Apocalypse Now Redux» war, die (noch) längere Fassung seines Meilensteins, so gross war auch die Konsternation über das Mysterienspiel «Youth without Youth», mit dem er nach langer Pause 2007 zurückkehrte. Ob Francis Ford Coppola noch einen grossen Film macht, ist ungewiss, nicht aber, dass er einer der grossen Regisseure unserer Zeit ist.

Sa 30.3. – Mi 15.5. Filmpodium Nüschelerstr. 11www.filmpodium.ch

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